LONDON (IT BOLTWISE) – Mit dem Ende der ersten Lockup-Stufe kommen erstmals deutlich mehr SpaceX-Aktien in den frei handelbaren Markt. Gleichzeitig überraschen die Quartalszahlen: Der Umsatz steigt im zweiten Quartal um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar. Während sich die Aktie trotz des Verkaufsdrucks spürbar erholt, bleiben Analysten bei der Bewertung und bei den KI-Investitionen uneins. Parallel rückt die Cursor-Übernahme mit einem Volumen von 60 Milliarden US-Dollar in den Fokus.

Das Ende der ersten Lockup-Stufe wirkt bei börsennotierten Wachstumswerten oft wie ein kurzer, aber harter Stresstest für die Preisbildung. Bei SpaceX betraf die erste Stufe der neunstufigen Sperrfrist am Donnerstag 911,5 Millionen Aktien aus dem Besitz von Mitarbeitern und frühen Investoren. Rechnerisch entspricht das etwa 43 Prozent mehr handelbaren Papieren als beim Börsengang überhaupt ausgegeben wurden, wodurch sich der frei verfügbare Anteil von 4,9 auf 11,8 Prozent der ausstehenden Aktien erhöht. Zu den damaligen Kursen hatte dieser freigegebene Block laut der Meldung einen Gegenwert von rund 101 Milliarden Dollar.
Für Anleger ist die Mechanik dahinter entscheidend: Je mehr Aktien theoretisch innerhalb kurzer Zeit verkauft werden können, desto stärker verschiebt sich das Kräfteverhältnis zwischen kurzfristigem Angebot und dem Volumen, das der Markt bereit ist zu absorbieren. Dass der Verkaufsdruck nicht nur „am Tag des Lockup-Endes“ auftritt, sondern sich laut Einschätzung der Analysten auch bis Dezember fortsetzen könnte, hat mit der Architektur der weiteren acht Tranchen zu tun. SpaceX bleibt damit in einer Phase, in der selbst gute operative Nachrichten gegen eine strukturelle Angebotskomponente antreten müssen.
Genau diese Gegenbewegung liefert aber ausgerechnet die operative Seite: Die ersten Quartalszahlen seit dem Nasdaq-Debüt im Juni zeigen sowohl Wachstum als auch Kosten-/Investitionsdynamik. SpaceX steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von rund 6,9 Milliarden Dollar. Unter dem Strich meldete der Konzern einen Nettoverlust von 541 Millionen Dollar beziehungsweise 9 Cent je Aktie, während das bereinigte EBITDA auf 3,5 Milliarden Dollar nahezu verdreifachte. Die Investitionsausgaben schossen zudem im Jahresvergleich um mehr als das Sechsfache auf 18,37 Milliarden Dollar hoch; davon entfielen 15,83 Milliarden Dollar auf Künstliche Intelligenz, also mehr als die von Analysten im Schnitt erwarteten 13,22 Milliarden Dollar.
Technisch betrachtet erzählt diese Kombination aus Umsatzwachstum und starkem KI-Budget auch etwas über die Kapitallastigkeit des Geschäftsmodells. Gleichzeitig wird die Liquidität als Puffer sichtbar: Die Barreserven kletterten von 24,7 Milliarden Dollar zum Ende des ersten Quartals auf 93,5 Milliarden Dollar. Dass sich daneben Schulden und Finanzierungsleasing von 22 auf 36,8 Milliarden Dollar erhöhten, macht klar, dass der Konzern nicht nur aus Reserven agiert, sondern die Skalierung auch über Finanzierung abstützt. Bei Starlink stieg die Zahl der Abonnenten binnen Jahresfrist auf 12 Millionen, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorquartal; das unterstreicht, dass neben KI-Investitionen auch die Netzinfrastruktur des Satelliten-Internetgeschäfts weiter hochgefahren wird.
Auf der Unternehmensseite versuchte das Management den Investitionspfad zusätzlich zu untermauern. Auf dem Earnings Call verwies Elon Musk darauf, dass interne Prognosen für einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar von 2031 auf 2030 vorgezogen wurden; außerdem nannte er eine „nicht verschwindend geringe Chance“, dass dies bereits 2029 gelingen könne. Das Management bestätigte außerdem das Ziel einer annualisierten Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar bis Ende 2026. Operativ meldete Präsidentin Gwynne Shotwell neue Starlink-Mobilfunkpartnerschaften mit SoftBank, NTT DoCoMo und Spark New Zealand sowie eine von der US-Regulierungsbehörde FCC genehmigte Spektrumsübertragung im Rahmen der geplanten Integration mit EchoStar. Solche regulatorisch getriebenen Meilensteine sind für Unternehmen mit Funk- und Satellitenbezug nicht nur verwaltungsseitig relevant, sondern beeinflussen auch die Planbarkeit von Rollouts.
Gerade hier setzt die Zerrissenheit der Wall Street an: Die Reaktionen fielen laut Bericht untypisch uneinheitlich aus. JPMorgan erhöhte das Kursziel von 225 auf 240 Dollar und behielt eine Overweight-Einstufung bei, unter anderem wegen der „extremen vertikalen Integration“ des Konzerns. Phillip Capital ging den anderen Weg und senkte das Kursziel auf 75 Dollar; die Kaufempfehlung wurde damit indirekt zur Verkaufsüberlegung, unter anderem gestützt auf eine sehr pessimistische Einschätzung im Vergleich zu den meisten anderen Häusern. Dazwischen ordneten sich mehrere Banken ein: Wells Fargo kappte wegen der hohen KI-Investitionen auf 215 von 230 Dollar, Piper Sandler reduzierte auf 140 von 156 Dollar und nannte Bewertungssorgen, die Lockup-Freigabe sowie Unsicherheiten bei der langfristigen KI-Cloud-Nachfrage. Bank of America und Mizuho blieben dagegen bei Kaufempfehlungen (Kursziele 235 beziehungsweise 200 Dollar), während UBS die Coverage neu mit einer Kaufempfehlung startete.
Besonders konkret wird die Diskussion um KI-Rechenkapazität: Bank of America bezifferte die KI-Rechenkapazität von SpaceX zum Quartalsende auf 1,4 Gigawatt und nannte als Ziel mehr als zwei Gigawatt bis Ende 2026, gefolgt von fünf bis zehn Gigawatt im Jahr darauf. Für den Markt ist das mehr als eine Zahl, denn daraus leitet sich die Frage ab, ob die Investitionen in Rechenleistung in ausreichender Geschwindigkeit durch Nachfrage in der KI-Cloud monetarisiert werden. Parallel dazu verschiebt der Cursor-Deal den Fokus zusätzlich vom kurzfristigen Trading hin zu strategischer Produktintegration: SpaceX treibt die Übernahme des KI-Unternehmens Cursor (Anysphere) voran, das im Juni angekündigte Volumen liegt bei 60 Milliarden Dollar in Aktien. Die Übernahme soll die Cursor-Belegschaft in eine bestehende SpaceXAI-Struktur integrieren; künftige Produkte könnten unter der Marke „Grok“ laufen. Elon Musk bestätigte, dass die regulatorische Prüfung kurz vor dem Abschluss stehe und der Deal „recht bald“ finalisiert werden solle; zugleich wird auf mögliche zeitnahe Freigaben in den kommenden Wochen verwiesen.
Auch auf operativer Ebene bleibt die Taktung hoch. Ende Juli startete eine Falcon-9-Rakete die NROL-95-Mission für den US-Geheimdienst National Reconnaissance Office, Anfang August folgte ein Starlink-Start mit 24 Satelliten sowie ein Einsatz für drei BlueBird-Satelliten des Kunden AST SpaceMobile. Als nächster großer Meilenstein wurde der 14. Testflug des Starship-Systems genannt, der Ende August oder Anfang September erwartet wird, nachdem beim 13. Flug Ende Juli der Super-Heavy-Booster zwar im Golf von Mexiko wasserte, die Landung nach Unternehmensangaben aber nicht perfekt verlief. Damit verdichtet sich die Lage für Anleger: Während kurzfristig das Lockup-Angebot den Kurs beeinflussen kann, liefern Quartalszahlen und KI-Investitionsstory zugleich Argumente für eine Neubewertung – allerdings in einem Markt, der aktuell schon bei ähnlichen Fakten deutlich unterschiedliche Erwartungen einpreist.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "SpaceX nach Lockup-Ende und Cursor-Deal: Zahlen liefern Aufwind, Analysten bleiben gespalten" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "SpaceX nach Lockup-Ende und Cursor-Deal: Zahlen liefern Aufwind, Analysten bleiben gespalten" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »SpaceX nach Lockup-Ende und Cursor-Deal: Zahlen liefern Aufwind, Analysten bleiben gespalten« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!