LONDON (IT BOLTWISE) – Barrick und Newmont haben ihren Streit um das Nevada Gold Mines Joint Venture beigelegt. Newmont stimmt damit auch der geplanten Börsenabspaltung des nordamerikanischen Goldgeschäfts zu und zahlt dafür 1,95 Milliarden US-Dollar an Barrick. Parallel meldet Barrick für das zweite Quartal 2026 das dritte starke Ergebnis in Folge, mit deutlich höherem Gewinn und operativem Cashflow. Der Konzern hält an der Jahresprognose fest und reduziert zugleich seine Investitionsausgaben für 2026.

Für die Barrick-Aktie wird der neue Takt durch zwei parallele Themen gesetzt: Erstens räumt der Newmont-Deal eine strukturelle Unklarheit aus dem Weg, die lange als „Flanke“ galt. Newmont hat der geplanten Abspaltung des nordamerikanischen Goldgeschäfts zugestimmt und zahlt dafür sogar noch eine Ausgleichszahlung. Zweitens liefert Barrick im zweiten Quartal 2026 ein operatives Bild ab, das nicht nur den Ergebnistrend fortschreibt, sondern auch den Kapitalmarkt in einer Phase stärkt, in der der Goldpreis wieder Rückenwind bekommt. Dass es dabei zu einer operativen Übererfüllung kommt, zeigt sich konkret an der Produktion und am Cashflow.
Im Kern ging es bei der Einigung um mehr als nur Vertragsdetails: Barrick und Newmont haben ihren Streit rund um das gemeinsame Nevada Gold Mines Joint Venture beigelegt und dafür ausgeschlossene Vermögenswerte früher als geplant in die Partnerschaft eingebracht. Barrick steuerte das Fourmile-Projekt bei, Newmont die Anlagen Mike und Fiberline. Daraus entsteht in Nevada ein Goldkomplex mit fast 100 Millionen Unzen Ressourcen. Besonders kapitalmarkt-relevant ist allerdings der „Timing-Effekt“ aus der neuen Zustimmung: Newmont hat der Börsengang-Abspaltung des nordamerikanischen Goldgeschäfts zugestimmt, und laut Unternehmensangaben soll diese bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Mark Hill übernimmt dabei die Rolle des CEO der neuen Gesellschaft nach der Trennung.
Operativ zeigte sich Barrick im zweiten Quartal schneller als selbst prognostiziert. Die Goldproduktion stieg gegenüber dem ersten Quartal um 11 % auf 796.000 Unzen und lag damit über der eigenen Zielspanne von 730.000 bis 770.000 Unzen. Als Treiber nennt das Unternehmen den schnelleren Wiederanlauf von Loulo-Gounkoto, eine zügigere Erholung in Pueblo Viejo nach der Wartung im ersten Quartal sowie Rekord-Tonnagen im Untertagebau von Cortez. Gleichzeitig blieb die Kupferproduktion planmäßig hinter dem Vorjahr zurück: Sie sank um 5 % auf 56.000 Tonnen. Diese Zweiteilung ist wichtig, weil sie zeigt, dass die Ergebnisentwicklung nicht aus einer Einmalbeziehung zwischen Gold und Kupfer abgeleitet wird, sondern auf der separaten Dynamik der Betriebsfelder beruht.
Bei den Kosten tritt derweil ein gegenläufiger Effekt zutage: Höhere Treibstoffkosten und gestiegene Förderabgaben drücken auf die Rentabilität je Unze. Die All-in Sustaining Costs (AISC) stiegen auf 1.866 Dollar je Unze Gold, was einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Trotzdem dominiert der Ertragshebel, denn höhere Gold- und Kupferpreise zogen die Einnahmen spürbar nach oben. Der Nettogewinn kletterte auf 1,22 Milliarden Dollar (+50 % zum Vorjahresquartal), und das Gewinn je Aktie stieg auf 0,73 Dollar. Bereinigt legt das Unternehmen sogar 0,82 Dollar als Zuwachs von 74 % vor. Für Investoren bedeutet das: Der operative Optimismus wird nicht nur durch Preisniveaus getragen, sondern auch durch ein besseres Betriebsresultat.
Noch stärker sichtbar wird die Dynamik im Cashflow: Der operative Cashflow legte um 28 % auf 1,70 Milliarden Dollar zu, während der Umsatz um 44 % auf 5,29 Milliarden Dollar anwuchs. In eine solche Phase fällt typischerweise auch die Neubewertung des Ausblicks, weil sich die Finanzierungsspielräume verändern. Hinzu kommt, dass der Goldpreis zuletzt die Marke von 4.300 Dollar pro Unze überschritten hat und die gesamte Minenbranche mitzieht. Diese Marktumgebung hilft nicht automatisch jedem Förderstandort, aber sie kann die ohnehin zyklische Diskrepanz zwischen „Produktion“ und „Kapitalkosten“ abfedern, solange sich die operativen Parameter nicht drehen.
Kapitalrückführung und Vorbereitung der strategischen Schritte laufen parallel. Barrick zahlt für das zweite Quartal 2026 eine Dividende von 0,175 Dollar je Aktie, ausgezahlt wird sie am 15. September 2026 an Aktionäre, die am 31. August 2026 im Register stehen. Zusätzlich kaufte der Konzern im Quartal eigene Aktien im Wert von 1,2 Milliarden Dollar zurück, im Rahmen des zuvor angekündigten Rückkaufprogramms bis zu drei Milliarden Dollar. Insgesamt flossen damit 1,50 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück, 242 % mehr als im Vorjahresquartal. Die Jahresprognose für Produktion und Kosten bleibt unverändert, während die Investitionsausgaben für 2026 auf eine Spanne von 3,8 bis 4,2 Milliarden Dollar gesenkt wurden – vor allem wegen geringerer Ausgaben beim Reko-Diq-Projekt. Für die zweite Jahreshälfte ist der Fokus klar: die geplante Abspaltung des nordamerikanischen Geschäfts soll bis Ende 2026 über die Bühne gehen.
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