LONDON (IT BOLTWISE) – Das Startup-Barometer von EY-Parthenon zeigt für 2025 einen massiven Gender Investment Gap in Deutschland: Von 7,8 Milliarden Euro Risikokapital erhalten Unternehmen mit ausschließlich weiblichen Gründungsteams nur 53 Millionen Euro. Das entspricht rund einem Prozent. Besonders deutlich wird die Schieflage bei großen Finanzierungsrunden über 50 Millionen Euro, bei denen Frauen in den Gründungsteams auf 3,3 Prozent kommen. Gleichzeitig ist der Anteil rein weiblicher Startups mit nur etwa drei Prozent bereits bei der reinen Anzahl finanzierten Unternehmen gering.

Die deutsche Startup-Finanzierung wirkt auf den ersten Blick weiter wie ein Wachstumsmarkt. Für 2025 weist das Startup-Barometer von EY-Parthenon ein Gesamtvolumen von 7,8 Milliarden Euro Risikokapital aus, das an deutsche Startups geflossen sein soll. Auf der Ebene der reinen Summen beschreibt das zwar einen anhaltenden Investitionsdrang, aber es verschiebt sich nicht in jeder Hinsicht gleichmäßig. Entscheidender wird, wem dieses Kapital tatsächlich zugutekommt: Unternehmen mit ausschließlich weiblichen Gründungsteams erhalten 53 Millionen Euro – damit rund ein Prozent des gesamten Topfes.
Die Zahlen zeichnen dabei kein punktuelles Ausreißerbild, sondern ein strukturelles Muster. Während rein männliche Teams 94 Prozent des Kapitals auf sich vereinen, bleibt der Anteil rein weiblicher Teams bei 53 Millionen Euro. Zwar steigt das Investitionsvolumen für ausschließlich von Frauen gegründete Startups gegenüber 2024 um 23 Prozent auf 53 Millionen Euro – doch das Wachstum wächst in einer deutlich größeren Gesamtlandschaft mit. Rein männliche Gründungsteams sichern sich 2025 knapp 7,4 Milliarden Euro, ebenfalls mit Rückenwind: Das entspricht laut den Erhebungsdaten einer Steigerung um 20 Prozent. Der Gender Investment Gap wird damit trotz steigender Aktivität im Markt größer.
Noch früher als beim Geld scheint die Trennung beim Zugang zu passieren – nämlich bei der Anzahl der finanzierten Unternehmen. Von 660 Startups, die 2025 mindestens eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und bei denen die Zusammensetzung der Gründungsteams bekannt war, gelten lediglich 21 als ausschließlich von Frauen gegründet. Das entspricht etwa drei Prozent. Insgesamt 536 Unternehmen (81 Prozent) hatten ausschließlich männliche Gründer, weitere 103 Startups (rund 16 Prozent) entstanden aus gemischten Teams. Selbst die Beteiligungsquote sinkt: Der Anteil der Startups mit mindestens einer Frau im Gründungsteam fällt von 21 Prozent im Jahr 2024 auf 19 Prozent im Jahr 2025. Bei den beteiligten Personen in den untersuchten Runden sinkt der Frauenanteil ebenfalls – von knapp elf Prozent auf neun Prozent, konkret von 152 weiblichen Beteiligten aus insgesamt 1.633 Gründerinnen und Gründern.
Beim Übergang von kleineren zu großen Deals wird die Kluft noch sichtbarer. Für Finanzierungen über 50 Millionen Euro lag der Frauenanteil in den Gründungsteams 2025 bei nur 3,3 Prozent. In kleineren Runden bis zu einer Million Euro sind es dagegen 13,3 Prozent. Über alle Finanzierungsrunden hinweg beträgt der durchschnittliche Gründerinnenanteil neun Prozent. Diese Abhängigkeit vom Deal-Size ist für die Tech-Branche besonders relevant, weil große Runden häufig entscheiden, ob ein Team schneller skaliert, neue Märkte erschließt oder KI- und Software-Vorhaben mit genügend Rechen- und Entwicklungskapazität in den Produktbetrieb bringt. Wenn Frauen bei genau den Runden seltener vertreten sind, in denen Skalierungsschritte typischerweise finanziell „freigedreht“ werden, verlagert sich die Ungleichheit aus der Gegenwart in eine strukturelle Wirkung auf künftige Generationen von Tech-Unternehmen.
Ein Teil des Problems lässt sich zwar durch die Branchenverteilung erklären, aber er reicht als Erklärung allein nicht aus. Laut Startup-Barometer liegt der Frauenanteil in den Gründungsteams 2025 im finanzstarken Bereich Software & Analytics bei lediglich sechs Prozent. Ähnlich niedrig fällt er bei FinTech und InsurTech aus, außerdem in den Bereichen Energy und Mobility. Deutlich höher ist er dagegen im E-Commerce mit 21 Prozent, im Bildungssektor mit 17 Prozent sowie bei ClimateTech, GreenTech und CleanTech mit 15 Prozent. Das Spannungsfeld entsteht aus dem Zusammenspiel von Gründerteam-Struktur und Investitionslogik: Die genannten Branchen ziehen zwar ebenfalls Investoren an, erreichen aber häufig nicht die Größenordnung, die bei kapitalintensiven Technologiefeldern wie Künstlicher Intelligenz, KI-gestützter Infrastruktur oder komplexer Softwareentwicklung üblich ist.
Wie kommt es laut Einschätzung aus dem Markt dennoch zu dieser Dynamik? Thomas Prüver, Partner bei EY-Parthenon, führt mehrere Ursachen an. Einerseits gründen Männer weiterhin deutlich häufiger als Frauen. Daneben seien Gründerinnen überdurchschnittlich oft im B2C-Geschäft aktiv – und damit in einem Marktsegment, das in den vergangenen Jahren besonders unter Konsumzurückhaltung gelitten habe. Gleichzeitig dominieren Männer viele der Technologiefelder, in denen Investoren besonders große Summen einsetzen, darunter Künstliche Intelligenz, Software, FinTech und auch Verteidigungstechnologie. Als weitere Ebene nennt Prüver die geringe Präsenz von Frauen in technischen Studiengängen und Berufen. Genau diese Ausbildungswege bildeten jedoch häufig den personellen Ausgangspunkt für kapitalintensive Unternehmen in Feldern wie Software, Raumfahrt oder Verteidigung. Dazu kommen laut der Einschätzung fehlende weibliche Vorbilder und Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie erschweren.
Damit entsteht ein Kreislauf, der über die momentane Verteilung von Risikokapital hinausgeht. Wenn Gründerinnen nur einen Bruchteil des verfügbaren Kapitals erhalten, sinkt nicht nur die aktuelle Finanzierung; es entstehen auch weniger große, sichtbare und erfolgreiche frauengeführte Technologieunternehmen. Die Folge ist eine Verknappung an Vorbildern für die nächste Generation – und damit potenziell ein Gründungs-Gap, das sich zeitverzögert in noch geringeren Zugangszahlen niederschlägt. Der auffälligste Befund des Startup-Barometers ist deshalb weniger die Zahl „nur ein Prozent“ als die Frage, was daraus entstehen kann: Wer heute kaum Kapital erhält, fehlt morgen als Referenz im Markt. Und übermorgen fehlen möglicherweise genau diese Referenzen als konkrete Gründungsentscheidung für Frauen, die einen Schritt in die Technologie-Welt planen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Gender Investment Gap in Deutschland: 1% der 7,8 Milliarden Euro geht an Frauenteams" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Gender Investment Gap in Deutschland: 1% der 7,8 Milliarden Euro geht an Frauenteams" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Gender Investment Gap in Deutschland: 1% der 7,8 Milliarden Euro geht an Frauenteams« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!