LONDON (IT BOLTWISE) – Der Bund der Steuerzahler übt scharfe Kritik an einem Entwurf zur Steuerreform und nimmt dabei die kalte Progression ins Visier. Der Verband warnt, dass inflationsbedingte Gehaltserhöhungen durch eine höhere Steuerlast weitgehend nicht ausgeglichen würden. Zusätzlich stört ihn die geplante Streichung des Rabattfreibetrags sowie eines Freibetrags für Unternehmer im Ruhestand. In den Berechnungen zur Entlastung klaffen zudem teils spürbare Unterschiede zwischen Ministeriums- und Institutsannahmen.

Der Streit um eine geplante Steuerreform entzündet sich an einem klassischen Effekt, der in der Praxis oft erst dann auffällt, wenn das Netto am Ende des Monats spürbar sinkt: der kalten Progression. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) stellt dabei nicht nur abstrakt die Frage nach der Steuerhöhe, sondern argumentiert konkret, dass inflationsbedingte Gehaltsanpassungen durch eine höhere Steuerlast teilweise wieder aufgezehrt werden. Verbandssprecher Reiner Holznagel kritisiert den Entwurf als wenig zielführend und bezeichnet das Papier im Zusammenhang mit der Reform als „Giftliste“; im Zentrum der Kritik stehen aus BdSt-Sicht die Regelungen, die den beschriebenen Effekt nicht hinreichend abfedern.
Technisch betrachtet geht es bei der kalten Progression um die Mechanik des progressiven Einkommensteuertarifs. Wenn Löhne nominal steigen, rutschen Steuerpflichtige bei unveränderten Eckwerten des Tarifs in höhere Zonen, obwohl die reale Kaufkraft kaum wächst. Genau an dieser Stelle greift die BdSt-Argumentation: Die angekündigten Entlastungen sollen zwar Belastungen reduzieren, aber nicht vollständig gegensteuern, wenn die Steuerlogik weiterhin an nominalen Einkommensgrenzen hängt. Damit wird die Reform aus Verbandssicht zum Nebeneinander von Entlastungsversprechen und schleichenden Gegenwirkungen – insbesondere für Arbeitnehmer, deren Einkommensentwicklung eng mit der allgemeinen Preisentwicklung verknüpft ist.
Eine zweite Linie des Widerstands zielt auf zusätzliche Einschnitte, die der BdSt als Belastung für Beschäftigte und als falsches Signal für Unternehmen interpretiert. Im Entwurf wird demnach der sogenannte Rabattfreibetrag gestrichen, der Beschäftigten bisher dabei geholfen habe, bestimmte Vorteile des Arbeitgebers steuerfrei zu erhalten. Parallel dazu sieht der Reformvorschlag vor, einen speziellen Freibetrag für Unternehmer im Ruhestand zu streichen. Für den BdSt ergibt sich daraus eine Kumulation von Maßnahmen, die aus seiner Sicht dem Ziel widerspricht, Bürgerinnen und Bürger „spürbar“ zu entlasten, weil steuerliche Spielräume wegfallen, die kurzfristig die effektive Steuerlast mindern.
Die ökonomische Debatte verschärft sich zusätzlich durch unterschiedliche Modellrechnungen zur Größenordnung der Entlastung. Das Bundesfinanzministerium veranschlagt für 2027 zunächst 3 Mrd. Euro Entlastung, die ab 2028 auf jährlich 10 Mrd. Euro anwachsen sollen; für das erste volle Umsetzungsjahr werden dabei 7 Mrd. Euro genannt. Andere Kalkulationen, wie sie in Medienberichten aufgegriffen werden, nennen für 2027 2,9 Mrd. Euro und für 2028 6,99 Mrd. Euro. Solche Abweichungen zeigen weniger „Fehler“, sondern vor allem unterschiedliche Annahmen über Wirksamkeit und Verteilung: Welche Personengruppen profitieren in welchem Umfang, und wie stark werden Effekte zeitlich und durch Verhaltensänderungen überlagert?
Besonders deutlich wird die Dimension dieser Annahmen durch eine detaillierte Prüfung, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Entwurf vorgenommen hat. Laut IW entfällt ein großer Teil der geplanten Gesamtentlastung von 10 Mrd. Euro auf den Grundfreibetrag: Dieser soll bis 2028 auf etwa 12.900 Euro steigen, was IW zufolge ein Entlastungsvolumen von rund 5 Mrd. Euro ergibt. Weitere 3 Mrd. Euro sollen auf Anpassungen beim Kindergeld entfallen, und die Verschiebung der Grenze für den Spitzensteuersatz wird mit 1 Mrd. Euro beziffert; der 42-Prozent-Satz soll demnach erst ab einem zu versteuernden Einkommen von zirka 70.600 Euro greifen. Auch mit diesen Maßnahmen sieht das IW jedoch die kalte Progression weiterhin nicht vollständig kompensiert: Für 2027 rechnet das Institut lediglich mit einer Entlastungswirkung von 2,9 Mrd. Euro – damit liegt die Bewertung in dem Bereich, den auch andere Rechnungen nennen, und bestätigt gleichzeitig den Kern der BdSt-Kritik.
Politisch sorgt der Entwurf parallel für Spannungen, weil die Reform im Raum mit Wortbruch-Vorwürfen verhandelt wird: Vertreter der Union bringen Klingbeil angesichts der Pläne mit dem Vorwurf in Verbindung, Zusagen nicht einzuhalten. Auf der Oppositionsebene lautet die Stoßrichtung, dass versprochene Entlastungen hinter den Erwartungen zurückbleiben und die Streichung bewährter Freibeträge die Wirkung konterkariere. Für Unternehmen und Beschäftigte bedeutet das in der Zwischenzeit vor allem Unsicherheit in der praktischen Planung: Solange Eckwerte, Freibeträge und Übergangslogiken nicht final feststehen, bleibt die Frage, ob Entlastungen die Mehrbelastungen durch nominale Einkommensverschiebungen tatsächlich überkompensieren – oder ob das Steuerrecht trotz Reform weiterhin in Teilen „gegen die Kaufkraft arbeitet“.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Steuerreform im Streit: BdSt kritisiert kalte Progression und geplante Freibetragskürzungen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Steuerreform im Streit: BdSt kritisiert kalte Progression und geplante Freibetragskürzungen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Steuerreform im Streit: BdSt kritisiert kalte Progression und geplante Freibetragskürzungen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!