LONDON (IT BOLTWISE) – Bank of America hat seine Bestände in Bitcoin-, Ethereum- und XRP-ETFs über eine 13F-Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC deutlich ausgebaut. Besonders stark fiel der Zuwachs beim BlackRock Bitcoin ETF (IBIT) aus, während bei XRP die ETF-Position nur leicht angepasst wurde. Gleichzeitig reduzierte die Bank ihre Strategie-Bestände (MSTR) um 70% und beendete die Solana-ETF-Exponierung vollständig. Damit verschiebt sich die Gewichtung innerhalb der Krypto-ETFs spürbar Richtung Spot-Produkte und weg von einzelnen Token-ETFs.

Bank of America (BofA) erhöht zum zweiten Quartal 2026 die Beteiligung an börsengehandelten Spot-Krypto-Produkten und nutzt dafür eine klassische Transparenzschiene: die 13F-Meldungen bei der US Securities and Exchange Commission (SEC). In der Summe steht laut den vorliegenden Angaben ein Netto-Exposure von etwa 94 Millionen US-Dollar in Bitcoin-, Ethereum- und XRP-ETFs im Raum. Auffällig ist, dass die Bank dabei nicht einfach breit „alles“ kauft, sondern einzelne Vehikel gezielt verstärkt und andere Exponierungen reduziert oder beendet.
Bei Bitcoin setzt BofA vor allem auf den BlackRock Bitcoin ETF (IBIT). Der Bestand wuchs um 77%: von 972.590 auf über 1,72 Millionen IBIT-Aktien. Daneben nennt die 13F auch Positionen in weiteren Spot-ETFs und verwandten Produkten, darunter mehr als 10 Millionen US-Dollar im Bitwise BITB, 2,24 Millionen US-Dollar im Grayscale Bitcoin Mini ETF sowie 1,32 Millionen US-Dollar im FBTC. Außerdem tauchen weitere Bitcoin-bezogene Vehikel auf, etwa GBTC, VanEcks HODL und der Direxion Daily Bitcoin Bull 2X ETF (BTCU). Technisch betrachtet zeigt sich hier ein Portfolio-Ansatz, der unterschiedliche Kosten- und Strukturprofile innerhalb des Bitcoin-ETF-Ökosystems kombiniert, statt sich nur auf einen Anbieter zu beschränken.
Auf der Ethereum-Seite fällt die Anpassung noch klarer aus: BofA hat seine Position im BlackRock Ethereum ETF (ETHA) um 2.838% erhöht. Die 13F weist dafür rund 1,98 Millionen ETHA-Aktien aus, nach zuvor 67.492 Aktien. Das ist weniger eine graduelle Feinjustierung als eine spürbare Umgewichtung, die für die Praxis vor allem eine Frage der Risikoallokation beantwortet: Wie stark soll die Portfoliowirkung von Ethereum im Verhältnis zu Bitcoin über ETF-Strukturen abgebildet werden? Zusätzlich bleibt BofA auch bei XRP aktiv, allerdings mit einer deutlich kleineren Änderung als bei den großen Sprüngen in Bitcoin und Ethereum. Der Bestand im Volatility Shares XRP ETF (XRPI) liegt laut den Angaben bei 13.260 Aktien; nach dem vorangegangenen Quartal wurde die Position nur leicht angepasst.
Der Gegenpol zu diesem Aufbau findet sich im Bereich Solana und bei einzelnen Krypto-Aktien. Während BofA offenbar die Solana-ETF-Exponierung komplett beendet hat, indem die verbliebenen 10.296 Aktien im Volatility Shares Solana ETF aus dem Portfolio verkauft wurden, zeigt sich das Muster auch bei anderen Beständen: Im selben Kontext wird von einem vollständigen Exit aus Solana-ETFs gesprochen, nachdem bereits im vorherigen Quartal Teile abgebaut wurden. Parallel dazu reduziert die Bank ihre indirekte Krypto-„Aktienwette“ über Strategy (MSTR) deutlich: Die 13F weist 1,17 Millionen MSTR-Aktien mit einem Wert von knapp 102 Millionen US-Dollar aus, nach zuvor 3,96 Millionen Aktien – das entspricht einem Rückgang um 70%. Als Hintergrund wird im Material genannt, dass MSTR als größte Corporate-Bitcoin-Treasury BTC-Bestände verkauft, um Dividenden zu zahlen und Cash-Reserven aufzubauen. Für Marktteilnehmer ist genau diese Kopplung zwischen Treasury-Strategie und Kurswirkung ein praktischer Hebel: Wenn das Unternehmen zur Liquiditätserhöhung verkauft, verschiebt sich die „Grundlogik“ der Aktie, selbst wenn die Krypto-Langfristthese unverändert bleibt.
Auch innerhalb der sonstigen Wertpapierpositionen wird nicht durchgehend „erhöht“, sondern selektiv umgeschichtet. Laut den Angaben verkaufte BofA 3.800 Strike (STRK) perpetual preferred shares und passte zudem Positionen in Strategy convertible senior notes an. Bei American Bitcoin Corp (ABTC) wurden sämtliche 85.508 Aktien veräußert, während Bitmine Immersion (BMNR) um 78% auf nahezu 22 Millionen US-Dollar aufgestockt wurde. Weiterhin nennt die Meldung eine deutliche Erhöhung bei Hyperliquid Strategies Inc (PURR) um 167% auf 635.407 Aktien. Ergänzend findet sich Beteiligung an mehreren Unternehmen entlang der Krypto-Wertschöpfung, darunter Circle und Coinbase sowie Mining-nahe Titel wie MARA Holdings, Riot Platforms und CleanSpark. Der rote Faden ist damit weniger „ein neues Wagnis“, sondern eine fortlaufende Neigung zur strukturierten Umsetzung über ETFs – kombiniert mit taktischen Bewegungen innerhalb einzelner Aktien.
Für Unternehmen und institutionelle Anleger lässt sich aus dieser Konstellation eine doppelte Implikation ableiten. Erstens: Der Weg über Spot-Krypto-ETFs bleibt der sichtbare Default, weil er an etablierte Prozesse wie Verwahrung, Handel und Reporting andockt und damit operative Hürden reduziert. Zweitens: Selbst wenn ein Portfolio insgesamt Krypto-Exposure erhöhen will, wird die Token-Auswahl und Vehikelstruktur aktiv gesteuert – etwa durch den klaren Ausbau bei Bitcoin und Ethereum und gleichzeitigem Abbau bei Solana-ETFs. Für das Ökosystem rund um KI (KI/„KI-gestützte“ Systeme im weiteren Sinne) ist das zwar keine direkte technische Ableitung, aber ein relevanter Kontext: Datenfeeds, Compliance-orientierte Risikomodelle und Portfolioüberwachung werden bei solchen Umschichtungen immer wichtiger, weil die Volatilität einzelner Märkte und die Strukturunterschiede der ETFs unmittelbar in Handels- und Reporting-Pipelines einfließen. Wer diese Bewegungen nachvollziehen will, bekommt mit den 13F-Formularen eine wiederkehrende Quelle, um künftige Verschiebungen zwischen ETF-Exposure und einzelnen Krypto-Aktien frühzeitig einzuordnen.
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