VANDENBERG SPACE FORCE BASE / LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX bringt heute eine Falcon-9-Mission ins All, die bereits die 100. Mission des Jahres 2026 markiert. Der Start ist in einem vierstündigen Zeitfenster geplant, das um 10 p.m. EDT beginnt, und soll mit 24 Starlink-Satelliten in den niedrigen Erdorbit führen. Nach rund 61,5 Minuten sollen die Satelliten über die Oberstufe ausgesetzt werden. Parallel dazu kehrt die erste Stufe nach etwa 8,5 Minuten Flugzeit zur Erde zurück und landet mit Hilfe einer Drohnenschiff-Mission.

Heute Abend steht bei SpaceX ein ohnehin schon auffälliger Meilenstein auf dem Programm: Mit dem Start von einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Space Force Base will der Konzern laut Einsatzplan die 100. Mission des Jahres 2026 erreichen. Im Fokus steht dabei nicht eine einzelne Technologie-Demo, sondern die konsequente Serienproduktion von Starts im Rhythmus der Startkette. Die überwiegende Mehrzahl der Starts in diesem Jahr entfällt dabei auf Starlink-Flüge, und genau dieses Muster macht die Zahlen in der Praxis so greifbar: Für Falcon 9 sind es heute 97 Starts in 2026, insgesamt kommt SpaceX damit auf 100 Missionen.
Der Start soll in einem vierstündigen Zeitfenster erfolgen, das um 10 p.m. EDT (7 p.m. Ortszeit) öffnet; um 0200 GMT am 19. August wird der nächste relevante Abschnitt des Zeitfensters erwartet. Wer live zuschauen will, hat dafür nach Angaben zum Streaming-Angebot ungefähr zehn Minuten vor dem Start Gelegenheit. Inhaltlich geht es bei der Mission um 24 Starlink-Satelliten, die auf direktem Weg in den niedrigen Erdorbit gebracht werden sollen. Wenn der Flugplan aufgeht, setzt die Oberstufe die Satelliten 61,5 Minuten nach dem Start in ihrer Umlaufbahn ab.
Während die Satelliten ausgeklinkt werden, entscheidet für die Wiederverwendbarkeit ein zweiter Zeitschnitt: Die erste Stufe soll etwa 8,5 Minuten nach dem Start wieder zur Erde zurückkehren. Die Rückkehr endet auf einem Drohnenschiff mit dem Namen „Of Course I Still Love You“, also in einem typischen Bergungs-Szenario, das SpaceX in den vergangenen Jahren systematisiert hat. Für genau diesen Booster, der als B1097 geführt wird, ist es bereits der zwölfte Einsatz in dieser Konfiguration. Besonders relevant: In der Vergangenheit hat derselbe Booster schon früh eine Reihe von solchen „Milestone“-Ereignissen mitgetragen.
Die Einsatzhistorie zeigt, warum gerade bei hochfrequenten Starlink-Missionen die einzelnen Booster-Komponenten so stark ins Gewicht fallen. Im April dieses Jahres brachte ein Starlink-Start den genannten Booster in einen Kontext, der SpaceX intern als 600. Landing eines orbitalen Rockets beschreibt. Solche Kennzahlen wirken zwar im ersten Moment wie reine Statistik, technisch bedeuten sie jedoch vor allem, dass thermische Belastung, Aerodynamik und Landekontrolle wiederholt innerhalb der zulässigen Toleranzen funktionieren müssen. Genau deshalb ist der Übergang vom „Einzelstart“ zum „dauerhaften Produktionsbetrieb“ in der Raumfahrt mehr als PR: Er ist eine harte Disziplin für Inspektionsintervalle, Wartungsplanung und die Software-gestützte Flugregelung.
Auch außerhalb von Falcon 9 wird das Startprofil 2026 unterschiedlich getaktet. SpaceX hat in diesem Jahr drei Starts, die nicht unter Falcon 9 fallen: ein Falcon-Heavy-Einsatz sowie zwei suborbitale Testflüge des Starship-Systems. Starship wird als großskalierte, voll wiederverwendbare Plattform entwickelt, die perspektivisch nicht nur wiederkehrende Starts, sondern auch anspruchsvollere Missionen ermöglichen soll. In den Angaben wird dabei explizit der langfristige Anspruch genannt, Mond- und Mars-Aufgaben mit einer Fahrzeugklasse zu unterstützen, die genau dafür konzipiert wird.
Dass sich die Mission heute „100“ nennt, ist zudem besser einzuordnen, wenn man den Blick auf die vorherigen Jahre richtet. SpaceX hatte die 100er-Marke im Jahr 2024 bereits erreicht, damals mit insgesamt 138 Missionen (132 durch Falcon 9, zwei durch Falcon Heavy und vier durch Starship). Für 2025 wird eine deutlich andere Dynamik beschrieben: insgesamt 170 Starts, davon 165 mit Falcon 9 und fünf mit Starship. Genau diese Entwicklung lässt nachvollziehen, warum der Konzern für die kommenden Jahre von einem sprunghaften Wachstum spricht.
Elon Musk hat in diesem Zusammenhang laut den Angaben das Ziel genannt, Starship mehrfach pro Tag zu starten, wodurch jährliche Stückzahlen in Richtung 1.000 Starts gehen könnten. Gleichzeitig wird aber auch ein wichtiger strategischer Schnitt betont: Falcon 9 und Falcon Heavy sollen in einer späteren Phase auslaufen bzw. nicht mehr den Hauptanteil der Startlast tragen. Für Unternehmen, die sich auf die industrielle Lieferkette rund um Raumfahrt-Starts stützen, ist das eine erhebliche Planungsgrundlage, weil sich damit auch Qualifikations- und Infrastrukturbedarfe verschieben können: weniger Fokus auf die klassische Falcon-9-Dienstleistung, mehr auf Starship-nahe Produktions- und Testkapazitäten.
Technisch bleibt der heutige Flug trotzdem „hands-on“ für Beobachter: 24 Starlink-Satelliten, eine definierte Absetzzeit von 61,5 Minuten sowie eine erste Stufe, die nach rund 8,5 Minuten den Rückweg antritt, markieren einen klaren Ablauf. Genau darin liegt die operative Stärke von Wiederverwendbarkeit, wenn sie in hoher Kadenz funktioniert: Nicht nur die Mission ins All zählt, sondern auch, ob die Rückkehr, Landung und anschließende Wiederfreigabe zu den geplanten Zeitfenstern passt. Ob die reale Umsetzung in dieser Stunde genauso glatt verläuft wie im Plan, zeigt sich mit dem Lift-off und den anschließenden Stufentrennungen – und in den nächsten Stunden dann in den Daten zur Aussetzung der Satelliten im niedrigen Erdorbit.
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