LONDON (IT BOLTWISE) – Der Amundi MSCI Emerging Ex China UCITS ETF Acc bündelt Schwellenländer-Exposure ohne China und lenkt das freigewordene Gewicht vor allem auf Taiwan und Südkorea. Der Fonds konzentriert sich dadurch deutlich stärker auf Halbleiter: Taiwan Semiconductor, Samsung Electronics und SK Hynix machen zusammen fast 40 Prozent aus. Gleichzeitig steigt der Technologieanteil auf 52,5 Prozent, während Finanzwerte mit 20,2 Prozent nahezu unverändert bleiben. Entscheidend für Anleger ist, dass das geopolitische Risiko nicht verschwindet, sondern sich vor allem in Richtung Taiwan umverteilt.

Amundi MSCI Emerging Ex China: Exklusive Wette auf Taiwan- und Südkorea-Technologie
Amundi MSCI Emerging Ex China: Exklusive Wette auf Taiwan- und Südkorea-Technologie (Foto: IT BOLTWISE)
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Wer seinen Schwellenländer-Fußabdruck bewusst von China entkoppeln will, findet mit dem Amundi MSCI Emerging Ex China UCITS ETF Acc eine sehr konkrete Umsetzung: Der Fonds bildet den MSCI Emerging Markets ex China Index nach und schließt dabei China systematisch aus. Genau diese Ausschlusslogik verändert die Risikostruktur sofort. Während China im klassischen MSCI Emerging-Markets-Index traditionell eines der größten Einzelgewichte stellt, entsteht ohne China automatisch eine Neuverteilung auf die verbliebenen Länder. In der Praxis bedeutet das, dass Anleger mit diesem ETF nicht einfach „nur China weglassen“, sondern eine stärker technologie- und insbesondere halbleitergetriebene Regionenzusammensetzung kaufen.

Technisch betrachtet nutzt der Fonds eine synthetische Abbildung über ein Swap-Geschäft, zudem werden die Erträge thesauriert. Das ist in der UCITS-Welt ein etablierter Mechanismus, bei dem der Indexbezug über einen Vertrag statt über vollständige physische Wertpapierbestände umgesetzt wird. Für die Kostenstruktur nennt der Text einen laufenden Satz von 0,15 Prozent pro Jahr. Im selben Segment werden zudem iShares MSCI EM ex-China UCITS ETF mit 0,18 Prozent pro Jahr sowie zwei kleinere BNP-Paribas-Varianten mit jeweils 0,09 Prozent pro Jahr genannt, die aber (laut Ausgangstext) am Markt weniger etabliert seien. Damit positioniert sich der Amundi-ETF bei den etablierten Optionen in der preislich unteren Hälfte, ohne das Risiko einer geringen Marktdurchdringung übermäßig zu verschärfen.

Die inhaltliche Wirkung zeigt sich besonders in der Länder- und Branchengewichtung. Der Ausgangstext nennt für die zehn größten Positionen zusammen 46,2 Prozent des Fondsvermögens, wobei die drei größten Positionen nahezu 40 Prozentpunkte beitragen. Größte Position ist Taiwan Semiconductor Manufacturing mit 18,65 Prozent. Der Text ordnet das Unternehmen als globalen Auftragsfertiger für Halbleiter ein, der nahezu alle führenden Chipdesigner bei der Fertigung modernster Chips in der Regel mitfertigt, und verknüpft das mit dem anhaltenden Bedarf an leistungsfähigeren Prozessoren im Zuge der globalen KI-Nachfrage. Auf Platz zwei folgt Samsung Electronics mit 10,09 Prozent aus Südkorea; genannt wird dabei insbesondere die Bedeutung der Speicherchip-Sparte sowie der Effekt der Knappheit bei hochwertigen KI-Speicherchips. An dritter Stelle steht SK Hynix mit 9,45 Prozent; auch hier wird der Fokus auf Hochbandbreitenspeicher für KI-Beschleuniger hervorgehoben. Der Grund für diese Konzentration ist im Text klar formuliert: Das im klassischen Index auf China entfallende Gewicht von rund 17 Prozent wird im Fonds ohne China vollständig auf die übrigen Länder umverteilt, wobei Taiwan und Südkorea die größten Teile abbekommen.

Auf Länderebene verschiebt sich damit das „Schwellenländer-typische“ Gleichgewicht deutlich. Ohne die großen chinesischen Technologietitel Tencent und Alibaba führt der Fonds laut Angaben in der Darstellung Taiwan (33,9 Prozent), gefolgt von Südkorea (29,3 Prozent) und Indien (13,3 Prozent). Zusammen entspricht das bereits mehr als drei Viertel des Fonds. Für viele Anleger ist das deshalb weniger eine breite Streuung über viele unterschiedliche Schwellenländer-Volkswirtschaften als vielmehr eine fokussierte Wette auf ostasiatische Technologie- und Halbleitermärkte. Gleichzeitig liefert der Text eine wichtige Einschränkung für das Narrativ „China-Risiko raus“: Wer China wegen geopolitischer Risiken ausschließt, erhöht damit automatisch das relative Gewicht in Taiwan – also in einem Land, das selbst im Zentrum des Konflikts mit China steht. Damit wird das Risiko nicht vollständig eliminiert, sondern in Teilen umverteilt.

Auch die Entwicklung seit 2024 wird im Ausgangstext als deutliches Signal gelesen. 2024 lag der Fonds mit 10,0 Prozent noch mehr als 4 Prozentpunkte hinter einem klassischen China-inklusiven Schwellenländer-ETF zurück; laut Text lag das damals unter anderem an einer Erholung chinesischer Technologiewerte, begünstigt durch staatliche Konjunkturprogramme und neue chinesische KI-Modelle. Für 2025 wird dann ein Umschwung auf 18,9 Prozent beschrieben, und im laufenden Jahr liegt der Fonds mit 33,5 Prozent gegenüber 23,3 Prozent beim China-inklusiven Vergleich. Die Begründung: eine erneute Verschärfung geopolitischer und handelspolitischer Spannungen zwischen den USA und China, die chinesische Technologiewerte belastet hätten, während der globale KI-Boom die Nachfrage nach Halbleitern aus Taiwan und Südkorea unabhängig davon weiter stützt. Ob der relative Vorteil dauerhaft bleibt, hängt im Text eng an der Frage, ob sich das politische Klima zwischen USA und China wieder entspannt oder die Spannungen anhalten.

Im Risikokontext zeigt sich anschließend, warum der Fonds trotz der Kursstärke nicht „einfach weniger riskant“ ist. Die Volatilität wird über ein Jahr mit 24,5 Prozent angegeben und liegt damit höher als bei einem klassischen Schwellenländer-ETF, auch über drei und fünf Jahre. Dieser Anstieg lässt sich im Text mit der stärkeren Konzentration auf wenige, besonders schwankungsanfällige Technologiewerte erklären, die gleichzeitig Chancen und geopolitische Unsicherheit bündeln. Gleichzeitig bleibt der maximale Kursrückgang der vergangenen fünf Jahre mit minus 19,6 Prozent sowie seit Auflage mit minus 38,5 Prozent „in einem überschaubaren Rahmen“, wobei der Text den Vergleich zu einem klassischen MSCI-World-ETF zieht. Ein wichtiger technischer Nebeneffekt der Konstruktion ist zudem die Reststreuung: Trotz hoher Einzelgewichte seien noch über 600 verschiedene Werte im Fonds enthalten, was extreme Verluste einzelner Unternehmen oder Branchen abfedern kann.

Für welche Strategie eignet sich so ein Ansatz? Der Ausgangstext beschreibt ihn als geeignet für Anleger, die ihr China-Engagement bewusst und getrennt von der übrigen Schwellenländer-Position steuern wollen – etwa aus geopolitischen oder regulatorischen Gründen. Entscheidend ist dabei das Verständnis, dass die Ausschlussentscheidung nicht zwangsläufig „China-Risiko durch Null“ ersetzt, sondern ein anderes Risiko relativ größer macht: Das Taiwan-Gewicht steigt, und damit wird der Fonds stärker von Entwicklungen in einem der politisch sensibelsten Halbleiter-Standorte beeinflusst. Wer diese Verschiebung kennt und eine im Vergleich zu einem klassischen China-inklusiven Schwellenländer-ETF erhöhte Schwankungsbreite akzeptiert, bekommt mit dem Amundi-ETF laut Text einen der günstigsten etablierten Zugänge zu genau dieser spezialisierten Anlagestrategie.


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