BERLIN-FRIEDRICHSHHAIN / LONDON (IT BOLTWISE) – In Berlin-Friedrichshain ist der offizielle Spatenstich für das Quartiersprojekt „Holzmarkt 51“ gestartet. Auf dem rund 6.300 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Schwimmhalle entsteht eine neue öffentliche Schwimmhalle, deren Wasserfläche im Vergleich zum früheren Bad verdoppelt wird. Zusätzlich sind etwa 375 Apartments für Studierende sowie ein Gewerbeteil mit knapp 6.100 Quadratmetern vorgesehen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 170 Millionen Euro und soll Sport, Wohnen und Nahversorgung in einem integrierten Standort bündeln.

Mit dem Spatenstich für „Holzmarkt 51“ wird in Berlin-Friedrichshain ein innerstädtisches Bauprojekt konkret, das vor allem durch seine Standortlogik auffällt: Auf einem limitierten Gelände an der Holzmarktstraße entsteht ein neues Quartier, das Sportinfrastruktur, Wohnraum und gewerbliche Nutzungen nicht nacheinander, sondern in einem Verbund plant. Kernidee des Vorhabens ist eine Modernisierung an genau der Stelle, an der die frühere Schwimmhalle bereits seit Jahrzehnten öffentlicher Ankerpunkt war, allerdings in einer deutlich größeren und organisatorisch flexibleren Form.
Technisch und funktional steht dabei die Schwimmhalle im Mittelpunkt. Die geplante Wasserfläche wird gegenüber dem ursprünglichen Bad verdoppelt, sodass künftig zwei moderne 25-Meter-Becken für Schul-, Vereins- und Freizeitsport genutzt werden können. Wichtig ist die räumliche Trennung der Wasserflächen: Sie erlaubt paralleles Training und Schwimmen für unterschiedliche Nutzergruppen, was gerade im Tages- und Wochenrhythmus von Schulen und Vereinen die Kapazitätsengpässe der Vergangenheit adressieren soll. Damit verschiebt sich das Angebot von einem einzelnen, stark ausgelasteten Betrieb hin zu einem planbaren Mehrzielbetrieb.
Die Kapazitätserweiterung wird außerdem über den städtebaulichen Mischnutzungsansatz „aufgeladen“. Für das Gesamtareal mit circa 6.300 Quadratmetern sieht das Konzept nicht nur die neue öffentliche Schwimmhalle vor, sondern auch eine publikumsorientierte Einbindung: Hinzu kommen rund 375 Apartments für Studierende, öffentlich zugängliche Frei- und Dachflächen sowie ein Gewerbeteil von etwa 6.100 Quadratmetern. Der Gewerbeteil ist dabei in Büroflächen (rund 4.600 Quadratmeter) und Einzelhandelsflächen (etwa 1.500 Quadratmeter) gegliedert, wobei der Fokus auf einem kieznahen Erdgeschossangebot liegt. So entsteht ein Ort, der nicht nur zur Trainingszeit funktioniert, sondern im Alltag durch Wohnen und Versorgung stärker in den Kiez hineinwirkt.
Unter dem Blickwinkel der Umsetzung wird das Projekt von zwei landeseigenen Unternehmen getragen. Die Berliner Bäder-Betriebe bringen das Grundstück ein, während die Berlinovo Immobilien Gesellschaft als Generalübernehmerin die Schwimmhalle realisiert. In der Bauausführung ist die PORR GmbH & Co. KGaA, Niederlassung Berlin Hochbau, genannt; das Bauprojektmanagement liegt bei der Hitzler Ingenieure GmbH & Co. KG. Diese Rollenverteilung ist typisch für Projekte, bei denen kommunale Infrastruktur und private Bau- bzw. Projektsteuerung eng verzahnt werden müssen: Eigentümer- und Betreiberlogik auf der einen Seite, Realisierung und Steuerung auf der anderen.
Auch die Historie des Standortes spielt in der Begründung eine klare Rolle. Der Neubau ersetzt die seit 2018 geschlossene und sanierungsunfähige frühere Schwimmhalle. Das Projekt verknüpft damit die Notwendigkeit neuer Sportflächen mit der Herausforderung, in dicht bebauten Quartieren Flächen effizient zu nutzen. Dass dabei neben dem Schwimmen auch Arbeiten und Nahversorgung adressiert werden, ist nicht nur ein städtebaulicher Anspruch, sondern folgt einem praktischen Ziel: begrenzte Innenstadtgrundstücke sollen mehrere Funktionen gleichzeitig leisten, statt erst über Folgeprojekte an anderer Stelle nachzulegen.
Prominente Vertreterinnen und Vertreter haben den Spatenstich begleitet, darunter Bürgermeister und Senator für Finanzen sowie Senator für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Stefan Evers, und die Berliner Staatssekretärin für Sport, Franziska Becker. Stefan Evers stellte dabei heraus, dass am Holzmarkt 51 bezahlbarer Wohnraum, ein neues Schwimmbad und eine klimagerechte Entwicklung auf einer sinnvoll genutzten Fläche zusammengeführt würden. Als Patin für das geplante Schwimmbad war Britta Steffen anwesend, während Schülerinnen und Schüler der GutsMuths-Grundschule mit ihrer Schulleiterin Kathrin Herfet-Sternberger teilnahmen; außerdem betonte Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport, die Verdopplung der Wasserfläche und den Nutzen für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit. In den Aussagen spiegelt sich damit auch die politische Priorität: mehr Kapazität für öffentliche Sportnutzung bei gleichzeitiger Stabilisierung der Wohn- und Versorgungsfunktion des Quartiers.
Mit Blick auf den Markteffekt und die langfristige Betreiberperspektive ist das Projekt mehr als ein Neubau. Für Schulen und Vereine dürfte die Umstellung von einem sanierungsunfähigen Bestand auf zwei getrennte 25-Meter-Becken insbesondere die Planbarkeit verbessern, weil unterschiedliche Gruppen zeitlich und funktional besser organisiert werden können. Gleichzeitig entsteht über die Kombination mit Studierendenwohnungen ein langfristiger Nachfrageanker, der im Idealfall die Auslastung außerhalb der klassischen Trainingszeiten stabilisieren kann. Wer Quartiersentwicklung in Berlin als Disziplin betrachtet, erkennt hier ein Muster: Infrastruktur wird nicht isoliert gebaut, sondern in ein Wohn- und Gewerbeumfeld eingebettet, was die Anschlussfähigkeit an den Alltag der Nachbarschaft erhöht.
Das Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro ordnet das Projekt in eine Größenordnung ein, die auch die Erwartungen an Qualität und Betriebsstabilität erhöht. Begrünte Innenhöfe und öffentlich zugängliche Dachflächen sollen zudem das Nutzungskonzept ergänzen und einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Stadtklima leisten. Genau in dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob ein Infrastrukturvorhaben dauerhaft Akzeptanz findet: Die Schwimmhalle muss im Tagesgeschäft funktionieren, das Quartier im Alltag identitätsstiftend sein, und beides soll auf einem Areal zusammenpassen, das ohnehin aus historischen Gründen bereits stark vorgeprägt ist. „Holzmarkt 51“ setzt dafür auf die enge Kopplung von öffentlicher Sportnutzung, bezahlbarem Wohnraum und moderner Arbeitswelt.
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