LONDON (IT BOLTWISE) – Apple stellt neue Mac-Studio-Modelle mit M5 Max und dem neuen M5 Ultra vor. Der M5 Ultra verbindet laut Hersteller zwei Dual-Die M5-Max-Chips per UltraFusion zu einer erstmals bei Apple integrierten Quad-Die-Architektur. Damit steigt die Speicheranbindung auf bis zu 1,2 TB/s und die Bandbreite zwischen den Chips soll über 4,4 TB/s liegen. Für Entwickler verspricht Apple lokal schnellere KI-Ausführung auf dem Gerät sowie angepasste Framework-Unterstützung.

Mac Studio mit M5 Ultra: Quad-Die per UltraFusion und 1,2 TB/s
Mac Studio mit M5 Ultra: Quad-Die per UltraFusion und 1,2 TB/s (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit dem neuen Mac Studio rückt Apple erneut das Ziel in den Fokus, sehr rechenintensive Workloads direkt auf dem Gerät zu bündeln. Im Zentrum stehen dabei nicht nur neue Varianten der CPU, sondern eine neue Art, mehrere Chips eng genug zu verheiraten, dass sie sich für Software wie eine zusammenhängende Recheneinheit verhalten. Neben den Mac-Studio-Modellen mit M5 Max kommt der große Sprung über den neuen M5 Ultra, den Apple als bislang leistungsstärkste CPU im eigenen Portfolio positioniert. Für Entwickler und Creator ist das vor allem dann relevant, wenn sehr parallele Pipelines aus CPU-, GPU- und KI-Berechnungen entstehen – etwa beim Rendering, beim Prompt-abhängigen Workload oder in Editing-Flows, die mehrere Beschleuniger gleichzeitig auslasten.

Technisch setzt Apple beim M5 Ultra auf ein sogenanntes UltraFusion-Verfahren, um zwei Dual-Die M5 Max Chips zu koppeln. Damit entsteht eine Quad-Die-Architektur, die Apple laut eigener Darstellung erstmals in einem hauseigenen Chip-Design einführt. Besonders entscheidend ist dabei die Kommunikation zwischen den verbundenen Dies: Apple nennt mehr als 4,4 TB/s Bandbreite zwischen den Chips sowie eine extrem niedrige Latenz bei hoher Bandbreite. Zusätzlich hebt der Hersteller die Anschlussdichte deutlich an, sodass sich die vier Chips wie ein einziger gemeinsamer Prozessor anfühlen sollen. Auf CPU-Seite nennt Apple für den M5 Ultra eine Konfiguration mit bis zu 36 Kernen, aufgeteilt in 12 Super-Kerne und 24 Performance-Kerne, mit Leistungsversprechen von bis zu 1,25-mal höherer Singlethread-Performance und bis zu 1,3-mal mehr Multithread-Performance im Vergleich zum M3 Ultra.

Bei der KI- und Grafiklast verschiebt sich der Schwerpunkt spürbar: Der M5 Ultra integriert laut Apple eine GPU mit bis zu 80 Kernen sowie einen Neural Accelerator in jedem dieser Kerne. Für KI-Arbeiten nennt Apple im Vergleich zum M3 Ultra eine bis zu 4,7-mal höhere GPU-Spitzenrechenleistung. Zusätzlich positioniert Apple den Schritt im Vergleich zum M1 Ultra deutlich größer und spricht von mehr als dem Sechsfachen. In der Grafikpipeline setzt Apple auf den neuesten Shader-Kern mit dynamischem Caching der zweiten Generation sowie auf hardwarebeschleunigtes Mesh Shading und Raytracing der dritten Generation. Daraus leitet Apple eine bis zu 40 Prozent schnellere Grafikperformance gegenüber dem M3 Ultra ab. Ergänzt wird das Paket durch eine leistungsfähigere Media Engine, die unter anderem dediziertes hardwarebasiertes H.264 und HEVC, vier Engines zum Codieren und Decodieren von ProRes sowie hardwarebeschleunigtes AV1-Decoding abdecken soll – besonders praktisch, wenn hochauflösendes Videomaterial im Studioalltag häufig im Hintergrund transkodiert oder wiedergegeben werden muss.

Auch der Arbeitsspeicher kommt im neuen Design nicht als „Randnotiz“ vor, sondern als Kernargument. Der M5 Ultra unterstützt einen gemeinsamen Arbeitsspeicher von bis zu 512 GB und liefert dafür Apple zufolge bis zu 1,2 TB/s Bandbreite zur Speicheranbindung. Im selben Atemzug verweist der Hersteller auf 50 Prozent mehr Bandbreite als beim M3 Ultra. Für KI-Looks in Richtung „lokal statt in der Cloud“ heißt das: große Datensätze sollen vollständig im lokalen Speicher gehalten werden können, während die Geschwindigkeit der Token-Verarbeitung pro Sekunde steigen soll. Apple ergänzt außerdem die Idee, große LLMs mit hunderten Milliarden Parametern direkt auf dem Gerät auszuführen. Damit verändert sich die Systemarchitektur für viele Workloads in der Praxis: Nicht nur Rechenleistung zählt, sondern vor allem, wie schnell Daten zwischen Speicher, CPU, GPU und KI-Engines zirkulieren – genau an dieser Stelle versucht Apple mit UltraFusion und dem hohen Speicher-Throughput anzusetzen.

Für den Entwickler-Stack bleibt Apple bei den eigenen Frameworks, die die neue Hardware direkt adressieren sollen. Genannt werden Core AI, Core ML, Metal und Xcode: Sie sollen die Dual-16-Core Neural Engine im M6 sowie die Neural Accelerators der GPU mit dem gemeinsamen Arbeitsspeicherpool und der 1,2 TB/s Bandbreite koppeln. Der praktische Vorteil dahinter ist, dass KI-Workloads nicht nur „auf dem Papier“ mehr Rechenleistung erhalten, sondern automatisch die Performance von CPU, GPU und Neural Engine im Zusammenspiel ausnutzen sollen. Dazu zählt Apple Intelligence als Feature-Klasse ebenso wie App-Intents, die auf dem Rechner selbst laufen, und auch eigene proprietäre KI-Modelle. Interessant ist in diesem Kontext auch der Hinweis auf angepasste Toolchains für Foundation Models: Gerade bei Anwendungen, die Latenz und Durchsatz ausbalancieren müssen, entscheidet oft die effiziente Modell- und Datenplatzierung über die spürbare Nutzererfahrung.

Der Mac Studio mit M5 Ultra positioniert sich laut Hersteller explizit für Pros mit extremen Workloads. In den genannten Beispielen reicht die Palette von Echtzeit-Farbkorrektur bei unkomprimiertem 8K-Filmmaterial bis hin zu deutlich schnelleren Ergebnissen in einzelnen Kreativ-Tools. Apple nennt hierfür unter anderem bis zu 15,4-mal schnellere CopyCat-ML-Trainingsleistung in Foundry Nuke gegenüber dem Mac Studio mit M1 Ultra und bis zu 3,3-mal schnellere Werte gegenüber dem Mac Studio mit M3 Ultra. Beim Verarbeiten von LLM-Prompts in LM Studio sollen es bis zu 9,8-mal gegenüber dem M1 Ultra sein, Text-zu-Bild-Workloads werden mit bis zu 8,2-mal gegenüber dem M1 Ultra beziffert, und beim Rendering mit Maxon Redshift nennt Apple bis zu 4,7-mal schnellere Szenen-Renderings als beim M1 Ultra. Das ist zwar naturgemäß abhängig von Setup und Modell, zeigt aber, wie Apple die neue Architektur in konkrete Anwendungsszenarien übersetzen will.

Beim Ausbau der Peripherie und Konnektivität setzt Apple ebenfalls auf aktuelle Schnittstellen: Die lokale Speicherleistung soll bis zu 2-mal schneller ausfallen, basierend auf einer PCIe-Gen-6-SSD-Architektur. Für externe Erweiterung und Datentransfer nennt Apple für Thunderbolt 5 Übertragungsraten von bis zu 120 Gbit/s. Neu im Funksystem ist ein N1 Chip, der laut Hersteller erstmals Wi‑Fi 7 und Bluetooth 6 in den Mac Studio bringt, um sowohl Leistung als auch Zuverlässigkeit drahtlos zu verbessern. Für professionelle Video-Setups unterstützt das System außerdem Genlock über USB‑C, was die präzise Synchronisation zwischen Display und Kameraaufnahmen ermöglichen soll – inklusive Aufnahmen mit dem iPhone 17 Pro. Ergänzend listet Apple eine Unterstützung für bis zu acht Displays oder bis zu vier Studio Display XDR mit voller 5K-Auflösung. Mit Blick auf Markteinordnung ist das vor allem ein Signal an Studios und Power-User: Der Mac Studio wird stärker als „Zentralrechner“ für gleichzeitige Medien- und KI-Aufgaben gedacht, weniger als ergänzende Workstation.

Der Rollout startet ab heute: Bestellungen sind ab dem 25. August auf apple.com/de/store sowie in der Apple Store App in 30 Ländern und Regionen möglich, darunter die USA. Die Auslieferung soll ab 22. September beginnen, in Apple Stores und bei autorisierten Händlern. Ein genauer Timing-Downlink fehlt dabei nicht: Das Mac Studio mit 512 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher soll laut Apple Ende Oktober verfügbar werden. Preislich nennt Apple für den Einstieg mit M5 Max einen Betrag ab 2.999 Euro inkl. MwSt., für den Bildungsbereich ab 2.759 Euro inkl. MwSt. Der Mac Studio mit M5 Ultra startet bei 6.599 Euro inkl. MwSt.; auch hier liegt der Bildungsbereich bei 6.119 Euro inkl. MwSt. Für Entscheider ist das Kalkül klar: Apple versucht, mit einer neuen Chip-Architektur und deutlich mehr Speicher- und KI-Durchsatz eine Premium-Stufe zu rechtfertigen, die vor allem dann wirtschaftlich wird, wenn das Studio die Rechenleistung dauerhaft und nicht nur punktuell nutzt.


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