LEAVENWORTH / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Feuer „Little Giant“ hat etwa 150.000 Acres erreicht, woraufhin fast 1.900 Einsatzkräfte mobilisiert wurden. Darunter sind Hunderte Mitglieder der Washington National Guard, aktive Soldaten der US-Armee sowie Feuerwehrleute aus Australien und Neuseeland. Laut Einsatzleitung sollen die zusätzlichen Kräfte vor allem beim Aufbau neuer Fire-Line-Abschnitte und bei der Nacharbeit („mop-up“) helfen. Parallel wird auch das etwa 878 Acres große „Sisi Fire“ weiter bekämpft.

Wenn ein Wildfire in kurzer Zeit auf eine Größenordnung von rund 150.000 Acres anwächst, reichen regionale Ressourcen nicht mehr aus. Genau in dieser Phase befindet sich das „Little Giant“-Feuer bei Leavenworth in Washington: Die Einsatzleitung nennt bereits fast 1.900 zugewiesene Personen, darunter Hunderte Angehörige der Washington National Guard, aktive Army-Soldaten sowie Unterstützungsteams aus Australien und Neuseeland. Für die Einsatzplanung bedeutet das vor allem eines: mehr Personal für den Aufbau von Fire Lines, mehr Kapazität für Logistik- und Sicherheitsaufgaben und weniger Zeitdruck in den kritischen Übergängen zwischen Angriff, Stabilisierung und Nachlöscharbeiten.
Besonders sichtbar ist dabei die Rolle der National Guard. Für den Zeitraum in den ersten beiden Wochen im August berichtet die Guard von über 100 eingesetzten Mitgliedern, die zusammen mehr als 14.840 Stunden gearbeitet und dabei über 6,5 Meilen Feuerlinie verbessert haben. Anschließend folgte eine neue Rotation: Aktuell sind demnach 180 Angehörige der Army National Guard und der Washington State Guard im Rahmen staatlicher Einsätze mobilisiert, wobei 139 direkt dem „Little Giant“-Feuer zugeteilt sind. Vor Ort arbeiten sie mit Brandbekämpfungsdiensten aus mehreren Bundesstaaten zusammen und übernehmen teils harte Bodenarbeiten wie Fire-Line-Konstruktion, das Verlegen von Schläuchen, „mop-up“, das Entfernen von Trümmern sowie das Zurückschneiden und Zerkleinern von Vegetation.
Neben der Guard wird das Gesamtbild auch durch aktive Einheiten der US-Armee geprägt. Laut CIIMT 5 sind etwa 240 Soldaten der 1st Battalion, 23rd Infantry Regiment, 7th Infantry Division vom Joint Base Lewis-McChord ebenfalls dem Einsatz zugewiesen. Für den Aufbau der operativen Schnittstellen ist das mehr als reine Verstärkung: Die Soldaten müssen in eine andere Rolle hineinfinden als im klassischen Infanterieeinsatz. Der Einsatzleiter Major Donny Galatis beschreibt genau diese Herausforderung als Wechsel der Perspektive, zugleich heißt es, die Truppe erhalte vorab Training, um in alltägliche Abläufe des Feuerwehreinsatzes eingebunden zu werden. Diese Form der Vorbereitung wirkt in der Praxis wie ein verkürzter „Learning Curve“-Effekt, weil die Teams schneller in die bestehenden Arbeits- und Sicherheitsroutinen der zivilen Crews integrierbar sind.
Dass militärische Unterstützung überhaupt in dieser Größenordnung abrufbar ist, hängt auch an langjährig etablierten Kooperationsmechanismen. Seit 1975 besteht laut National Interagency Fire Center (NIFC) eine interbehördliche Vereinbarung zwischen dem Verteidigungsministerium und dem Wildland-Fire-Management der US-Behörden aus Landwirtschaft sowie Innenministerium, die es dem DOD erlaubt, Unterstützung für die Brandbekämpfung bereitzustellen, wenn Bedarf entsteht. Diese Struktur erklärt, warum zusätzliche Kräfte nicht erst dann improvisiert werden müssen, wenn die Lage bereits eskaliert ist. Technisch-organisatorisch spielt dabei auch die Verknüpfung von Kommando- und Kontrollstrukturen eine zentrale Rolle, weil Einsatzkräfte aus unterschiedlichen Systemen dieselben Sicherheitsregeln und Planungszyklen mittragen müssen.
Ein weiterer Hebel ist internationale Hilfe. Während in den westlichen USA mehrere Brände gleichzeitig laufen, werden auch Spezialisten aus dem Ausland angefordert, insbesondere aus Australien und Neuseeland. Laut NIFC traf als erste Gruppe eine Delegation mit 74 Fire-Management-Spezialisten ein, darunter ein 15-köpfiges Incident-Management-Team. Das Team integrierte sich mit US-Personal, um Command-and-Control, Planung, Logistik sowie die Sicherheitsüberwachung zu unterstützen, bevor es am 27. August zurückkehrte. Mitte August folgte eine zweite Welle, die für Einsätze im Northwest- und Great-Basin-Gebiet vorgesehen war; derzeit sind in beiden Regionen drei Incident-Management-Teams mit je 15 Mitgliedern sowie rund 270 Fireline-Management-Personen im Einsatz, von denen etwa 70 dem „Little Giant“-Feuer zugeordnet sind.
Dass das Ausmaß der Lage selbst aus Sicht internationaler Fachkräfte außergewöhnlich ist, wird in der Kommunikation der Einsatzleitung sichtbar. Der Assistant District Commander des neuseeländischen Teams, James Martin-Bond, verweist darauf, dass die Dimension im Vergleich zu dem, was man im Heimatland typischerweise sieht, schwer zu begreifen sei; sinngemäß zeigt er auch eine räumliche Größenordnung, indem er Little Giant gedanklich auf Neuseeland überträgt und dabei kaum verbleibende Restfläche beschreibt. Ergänzend bleibt die regionale Lage dynamisch: Parallel zum „Little Giant“ kämpfen Einsatzkräfte auch gegen das etwa 878 Acres große „Sisi Fire“, das am 14. August durch Blitzschlag etwa 10 Meilen nordwestlich von Stehekin begonnen hatte. Das verdeutlicht, warum zusätzliche Mannschaften nicht nur „mehr Hände“ liefern, sondern helfen, mehrere Brandherde gleichzeitig abzusichern und die Einsatzqualität während langer Schichtzyklen stabil zu halten.
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