LONDON (IT BOLTWISE) – Mehrere Quartalszahlen zeigen, wie stark die Nachfrage nach KI- und Datenprodukten inzwischen in Unternehmensbudgets durchschlägt. CrowdStrike meldet nach dem zweiten Quartal die Rückkehr in die Gewinnzone und hebt gleichzeitig die Jahresprognose an. Salesforce verweist auf die „unglaubliche Nachfrage“ nach KI- und Datenprodukten und legt Umsatz sowie Ergebnis deutlich zu. Auch HP übertrifft die Erwartungen, während Qantas an der Dividende festhält und HP zugleich mit höheren Kosten rechnet.

Im zweiten Quartal hat sich das Bild in der Tech- und IT-Sparte klar zugespitzt: Wo lange Zeit vor allem Piloten und Proof-of-Concept-Projekte im Vordergrund standen, rückt nun die Monetarisierung in den Fokus. CrowdStrike etwa berichtet, dass das Unternehmen aus dem Verlustbereich zurück in die Gewinnzone gekehrt ist und den Umsatz um 26 Prozent gesteigert hat. Der Treiber wird dabei ausdrücklich mit wachsender Nachfrage nach Cybersicherheit in Verbindung gebracht, die wiederum im Umfeld der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz steht. Konkret spricht das Unternehmen vom besten Quartal seiner Geschichte, was für Analysten weniger eine Schlagzeile als eine Verschiebung der Erwartungsbasis darstellt.
Technisch betrachtet lässt sich diese Entwicklung gut mit dem Rollenverständnis von KI-Sicherheitssystemen erklären: Modelle und Automatisierungsfunktionen erhöhen die Angriffsfläche nicht nur durch neue Werkzeuge, sondern auch dadurch, dass sich Prozesse schneller automatisieren lassen. In der Unternehmenspraxis bedeutet das, dass Security-Teams stärker auf Detektion, schnelle Reaktion und die Pflege von Daten- und Telemetrieflüssen setzen müssen, weil Angreifer Muster nicht nur beobachten, sondern zunehmend gezielt ausnutzen. Genau in diesem Spannungsfeld wirken Ergebnisse wie die von CrowdStrike: Das Unternehmen meldet für das Quartal einen Gewinn von 5,3 Millionen Dollar nach zuvor einem Verlust von 70,2 Millionen. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte liegt der Gewinn bei 31 Cent je Aktie, während Analysten 29 Cent erwartet hatten. Beim Umsatz steigt die Messgröße auf 1,47 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,17), womit die Konsenserwartung von 1,44 Milliarden leicht übertroffen wird.
Auch die Guidance sendet ein Signal, das für CIOs und IT-Leiter indirekt relevant ist: CrowdStrike erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 5,99 und 6,01 Milliarden Dollar statt zuvor 5,91 bis 5,96 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie reicht die Spanne nun von 1,25 bis 1,26 Dollar statt von 4,88 bis 4,96 Dollar; hier fällt vor allem auf, dass das Unternehmen die Ergebnisplanung anpasst, bevor es über einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 zu einer neuen Darstellung der Kennzahlen kommt. Vergleichend nennt der Text Analystenerwartungen von zuletzt 1,23 Dollar bereinigtem Jahresgewinn je Aktie bei einem Umsatz von 5,94 Milliarden Dollar. Für die Bewertung ist weniger die genaue Zahl als die Richtung entscheidend: Wer die Prognose nach oben korrigiert, geht typischerweise davon aus, dass Pipeline und Vertragsverlängerungen stabiler laufen als im vorherigen Modell.
Während CrowdStrike die Security-Nachfrage in den Mittelpunkt stellt, macht Salesforce die KI-Umsetzung im Kern der Produktlogik sichtbar. Das Unternehmen berichtet für das zweite Quartal über einen deutlich höheren Gewinn und Umsatz und hebt zugleich die Erwartungen für das Gesamtjahr an. Der Quartalsgewinn liegt bei 3,53 Milliarden Dollar nach 1,89 Milliarden im Vorjahr; der bereinigte Gewinn je Aktie beträgt 5,90 Dollar gegenüber Analystenschätzungen von 3,27 Dollar. Beim Umsatz nennt der Text 11,35 Milliarden Dollar nach einem Anstieg von 11 Prozent; die Erwartungen lagen bei 11,33 Milliarden. Für den KI-Narrativ liefert Salesforce eine direkte Managementaussage: „KI schafft auf jeder Ebene unserer Plattform einen Mehrwert. Wir sehen eine unglaubliche Nachfrage nach unseren KI- und Datenprodukten“, sagte CEO Benioff. In der Konsequenz steigt auch die Jahreserwartung: Salesforce rechnet nun mit 46,1 bis 46,4 Milliarden statt 45,9 bis 46,2 Milliarden Dollar Umsatz und nennt beim bereinigten Gewinn je Aktie 16,67 bis 16,71 nach zuvor 14,06 bis 14,12 Dollar.
Parallel zeigt HP, dass das Thema Kosten und Marge im gleichen Atemzug mit Wachstum diskutiert wird. Der PC- und Hardware-Hersteller steigert den Umsatz im dritten Quartal um fast 13 Prozent auf 15,68 Milliarden Dollar und übertrifft damit die Markterwartung von 14,44 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie liegt mit 83 Cent ebenfalls über den erwarteten 66 Cent. Dennoch belasteten hohe Speicher- und Rohstoffkosten, weshalb HP für das vierte Quartal mit einer niedrigeren Marge rechnet. Für das Gesamtjahr wird die Prognose beim bereinigten Gewinn je Aktie auf 3,19 bis 3,29 Dollar angehoben (zuvor 2,90 bis 3,10), während der Markt bislang 3,05 Dollar erwartete. Zudem erhöht sich der Ausblick für den freien Cashflow auf 3,0 bis 3,2 Milliarden Dollar. Das ist für Unternehmen wichtig, weil es verdeutlicht: Selbst bei KI-getriebenem Nachfrageimpuls bleibt die Finanzierung über Cashflow und Kostenkontrolle ein zentraler Engpass.
Außerhalb der klassischen IT-Schiene sorgt die Breite des Briefings dafür, dass der Markt die Auswirkungen von globalen Faktoren gleichzeitig in operativen Kennzahlen abliest. Qantas hebt die Schlussdividende an, obwohl der Jahresgewinn um 14 Prozent gesunken ist; der Rückgang hängt laut Text mit Kosten für die Flottenerneuerung und einem durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausgelösten Anstieg der Treibstoffpreise zusammen. Der bereinigte Vorsteuergewinn für die zwölf Monate bis Ende Juni liegt bei 2,06 Milliarden australischen Dollar, der Nettogewinn sinkt auf 1,29 Milliarden. Der Umsatz steigt dagegen um 7,1 Prozent auf 25,52 Milliarden australische Dollar, also überträgt sich die Nachfrage nach Inlands- und internationalem Reiseverkehr offenbar schneller als die Kostenentwicklung. Damit wird zugleich sichtbar, wie unterschiedlich „Nachfrage“ als Treiber aussehen kann: bei Tech häufig produkt- oder plattformgetrieben, im Reisebereich eher volumengetrieben.
Auch im Rohstoffumfeld greift der Mechanismus aus Bilanz und Ausblick: SOUTH32 meldet eine Verfünffachung des Jahresnettogewinns, getragen durch höhere Preise für Rohstoffe wie Silber, Kupfer und Aluminium. Der Netogewinn erreicht 1,09 Milliarden US-Dollar nach 0,213 Milliarden im Vorjahr; zusätzlich wird eine Schlussdividende angekündigt. Das bereinigte EBITDA steigt um 28 Prozent auf 2,46 Milliarden Dollar. WESFARMERS schließlich bleibt im Mischkonzern-Setting mit einem Nettogewinn von 2,87 Milliarden australischen Dollar nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 2,93), während der Umsatz um 3,4 Prozent auf 47,27 Milliarden steigt. Zusammengenommen zeigt das Briefing vor allem eines: KI-Impulse wirken bereits konkret auf IT- und Datenumsätze, aber die Bewertung der einzelnen Aktien hängt ebenso stark an Kostenstruktur, Cashflow und Guidance-Disziplin wie an der Frage, ob die Nachfrage in Verträgen und Verlängerungen nachhaltig bleibt.
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