NEW YORK CITY / LONDON (IT BOLTWISE) – Sonos bringt mit Sonos 27 eine neue Software-Generation auf den Weg und koppelt sie eng an KI. Das Update startet mit einem opt-in Sprachassistenten sowie Sonos 27mcp, das bestehende KI-Modelle wie ChatGPT oder Google Gemini über eine Schnittstelle anbinden soll. Zusätzlich können Nutzer ab Herbst bis zu 10 eigene KI-Agenten im Sonos-Ökosystem erstellen, die Rollen und Stimmen übernehmen. Parallel liefert Sonos mit Ace Ultra und Beam Ultra neue Hardware, darunter verbessertes Noise-Cancelling und eine 7.1.2-Soundbar mit Dolby-Atmos-Unterstützung.

Sonos 27 setzt auf KI: neue App-Funktionen, Agenten und Ultra-Audio im Fokus
Sonos 27 setzt auf KI: neue App-Funktionen, Agenten und Ultra-Audio im Fokus (Foto: IT BOLTWISE)
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Nach rund zwei Jahren mit spürbaren Turbulenzen setzt Sonos mit Sonos 27 auf einen Neustart, der deutlich mehr als nur Bugfixes verspricht. Auf einer Veranstaltung in New York City stellte das Unternehmen gleich mehrere neue Audio-Produkte vor und verknüpfte diese eng mit einer Software-Offensive: Die Plattform „Sonos 27“ bündelt sowohl App-Änderungen als auch KI-Funktionen für die Steuerung im Alltag. Zeitlich fügt sich das in die Erinnerung an ein neues App-Rollout ein, das 2024 bei vielen Nutzern für Ärger sorgte und Sonos zu einem entschlossenen Schadensbegrenzungsmodus zwang. Genau hier setzt die heutige Strategie an: Neue Funktionen sollen schrittweise ausgerollt werden und Nutzer über Early-Access-Optionen selbst entscheiden lassen, ob sie KI- und UI-Änderungen zuerst ausprobieren.

Technisch wird der Fokus klar, sobald man Sonos 27 als KI-Steuerungsplattform versteht. Neben einem unternehmensintern entwickelten Sonos 27voice Assistant für Musik- und Systemkontrolle kündigt Sonos 27mcp an, das den Anschluss „beliebiger“ bestehender KI-Modelle ermöglichen soll – genannt werden ChatGPT und Google Gemini. Auffällig ist dabei, dass Google Assistant nicht nativ unterstützt sein soll, obwohl Gemini in der Anbindung ausdrücklich auftaucht. Für die Umsetzung bedeutet das in der Praxis: Der Mehrwert entsteht weniger durch ein neues Modell von Grund auf, sondern durch die Integrationslogik im Ökosystem – also darüber, wie Sprach- oder Kontextsignale aus dem Sonos-System in Aktionen übersetzt werden, die wiederum mit Lautsprechern, Medien und Einstellungen zusammenhängen.

Noch einen Schritt weiter geht Sonos mit der Idee eigener Agenten. Nutzer können bis zu 10 eigene Agenten erstellen, die jeweils mit dem von ihnen gewählten Modell arbeiten und außerdem unterschiedliche Stimmen sowie Rollen erhalten sollen. Als konkrete Beispiele wurden ein „moody detective“, der morgens die News liefert, und ein Coach genannt, der beim Aufwachen motivierende Botschaften flüstert. Diese Custom Agents sollen allerdings nicht sofort verfügbar sein, sondern erst „sometime in 2027“ – während Sonos 27mcp bereits in Early Access startet, und zwar am 8. September. Auch das ist ein Signal: Sonos skaliert zunächst die KI-Integration über Schnittstellen, während die agentenbasierte Individualisierung als langfristiges Feature nachgelagert wird.

Für den Produktalltag bleibt entscheidend, wie stark die KI-Schicht mit der bestehenden Hardware-Suite verknüpft wird. Sonos 27mcp soll alle Produkte unterstützen, die schon mit der aktuellen Sonos-App bedienbar sind, während Sonos 27voice speziell für Geräte mit Mikrofonen gedacht ist. Später sollen die Custom Agents überall dort funktionieren, wo auch der Sprachassistent aktiviert ist. Neben den KI-Themen ergänzt Sonos das Systemkonzept „Sonos Fabric“, das als vernetztes Whole-Home-Gefüge verstanden werden soll, um zwei konkrete Funktionen: Erstens können die tragbaren Play- und Move-2-Lautsprecher als Surround-Speaker in einer Heimkino-Umgebung eingesetzt werden. Das System soll dann automatisch Rollen und Positionen konfigurieren, ohne dass die Nutzer in der App aktiv einrichten müssen – allerdings gilt diese Automatik nur im Rahmen von bestimmten Mehrgerät-Szenarien, nicht bei der Nutzung eines einzelnen Play- oder Move-2-Lautsprechers. Zweitens kommt „Headphone linking“ hinzu: Kompatible Kopfhörer werden in ein Sonos Home System integriert, wobei das System den nächstgelegenen Speaker erkennt und die Audiowiedergabe dorthin bzw. in die Kopfhörer übergibt.

Damit die „Rückkehr“ auch auf der UI-Ebene greift, nimmt Sonos gleichzeitig die App weiter in die Hand. Geplant sind neue Tabs am unteren Bildschirmrand für Home, System und Search; außerdem soll ein Room-Sort-Feature oben anpinnen lassen, um Sortierungen für eine personalisierte Geräteliste schneller zu erreichen. Zusätzlich rollt ein „virtueller Volume Knob“ aus, der sich per Zwei-Finger-Geste wie ein physischer Drehregler bedienen lässt. Daneben kehren Lockscreen-Steuerungen für Lautstärke und Play/Pause zurück; ein Teil davon startet bereits ab dem 17. August, während andere UI-Elemente – inklusive Navigationsänderungen und Room-Sort – ab dem 8. September folgen. Für das Troubleshooting kündigt Sonos außerdem „System health views“ sowie Presets an, die laut Ankündigung erst später im Herbst kommen sollen.

Die Hardware-Palette trägt derweil die „Ultra“-Botschaft nicht nur im Namen. Die Sonos Ace Ultra sollen den Anspruch „integrierter Teil des Sonos-Ökosystems“ endlich konsequent einlösen: Sie bauen auf dem Headphone Engine 2 auf und sollen die Kopfhörer-Integration (Headphone linking) gleichzeitig mit der Veröffentlichung am 29. September unterstützen. Ein Knopf am Kopfhörer soll Audio auch dann umschalten können, wenn das Smartphone nicht in Reichweite ist. Sonos positioniert das Noise-Cancelling deutlich stärker als beim bisherigen Modell: Die Ace Ultra bekommen 40-mm-Treiber, zehn Mikrofone (zwei mehr als beim Ace) und werden mit einer ANC-Wirkung beworben, die bei den „frequencies that really matter“ besonders hervorstechen soll. Genannt werden 65Hz – damit wird u. a. der Frequenzbereich typischer HVAC-Schwingungen adressiert – sowie 120Hz, dem Sonos zufolge der Bereich von Flugzeug-Drohnen-Signalen entspricht. Dazu kommt ein adaptives Equalizing, das Fit-Unterschiede etwa durch Brillen, Schmuck oder Haare ausgleichen soll, inklusive eines 3-band und 8-band EQ zur individuellen Abstimmung.

Auch die technischen Rahmenbedingungen zielen auf Alltagstauglichkeit. Neben SBC und AAC unterstützt die Ace Ultra aptX Adaptive Lossless über Bluetooth, außerdem nennt Sonos eine 16-bit/48kHz High-Resolution-Verbindung über USB-C. Das versprochene Akkupolster fällt mit bis zu 35 Stunden Hörzeit mit aktivem ANC um fünf Stunden besser aus als beim bisherigen Ace-Ansatz; ein Fast Charge von drei Minuten soll zusätzliche drei Stunden ermöglichen. Preislich startet das Produkt am 29. September für 449 US-Dollar, erhältlich in „muted blue agave“ sowie „beige sand“. Ebenfalls neu ist die Beam Ultra: Sonos stellt sie als komplett neu gestaltete Soundbar mit einer 7.1.2-Kanal-Konfiguration vor – ein Upgrade gegenüber der 5.0-Konfiguration des Vorgängers. Zwei Up-Firing-Treiber sollen Dolby-Atmos-Raumklang unterstützen; das Center-Channel-Mid-Tweeter-Design wird mit neuem Waveguide, mechanischer und akustischer Struktur sowie DSP beschrieben, der wiederum vier Stufen für KI-Speech-Enhancement umfasst. Die Beam Ultra erscheint am 29. September für 699 US-Dollar, leicht verlängert gegenüber der Beam Gen 2, mit mattem Schwarz oder Weiß.

Unterm Strich wirken die Sonos 27-Pläne wie ein Versuch, drei Ebenen gleichzeitig zu stabilisieren: die Steuerbarkeit des Systems, die App-Erfahrung und die Hardware-Kohärenz. Besonders bei der KI-Integration setzt Sonos auf einen gestaffelten Ansatz: Early Access statt „dumping it on everyone at once“. Das kann für die Nutzerbasis ein pragmatischer Weg sein, denn KI-Features verändern nicht nur die Interaktionsoberfläche, sondern auch Erwartungen an Zuverlässigkeit und Vorhersagbarkeit. Gleichzeitig bleibt der kritische Punkt, ob die KI-Schicht in der Praxis überzeugend genug ist, um die neue Hardware-Bandbreite – von verbesserten ANC-Funktionen in den Ace Ultra bis zur stärkeren räumlichen Wiedergabe der Beam Ultra – wirklich in den Alltag zu integrieren. Für Technik- und Media-Manager in Unternehmen, die im Rahmen von Home-Office-Setups oder Mitarbeiter-Retreats ganze Audio-Installationen betreuen, ist das vor allem eine Frage der Planbarkeit: Welche Geräte bekommen wann welche Funktionen, und wie sauber lassen sich neue KI-Module über 27mcp in bestehende Ökosysteme einbinden?


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