MONTEREY / LONDON (IT BOLTWISE) – Bentley hat zu Monterey Car Week einen außergewöhnlichen Ausflug in die Frühzeit des „Supercar“-Gefühls ermöglicht. Im Rahmen einer kurzen Fahrt mit einem historischen Super Sports zeigte sich, wie wenig Assistenzsysteme es damals gab und wie anders sich das Pedal- und Getriebehandling anfühlt. Das Fahrzeug mit dem Namen „Smoky“ stammt aus dem Bentley-Archiv und durchläuft seine Leistungskurve deutlich direkter als moderne Fahrzeuge. Gleichzeitig macht die technische Konfiguration klar, warum bereits in den 1920er-Jahren Geschwindigkeiten über 100 mph erreichbar waren.

Monterey Car Week wirkt heute wie eine Dauer-Ausstellung für die modernsten Aerodynamik- und Antriebsphilosophien. Umso bemerkenswerter war der Blick zurück auf das, was der Gedanke „Super Sports“ vor fast einem Jahrhundert meinte. Bentley stellte im Umfeld der neueren Supersports nicht nur ein aktuelles Modell in den Fokus, sondern machte auch eine Fahrt in einem historischen Wagen möglich, der zeigt, wie nah an „Supercar“-Instinkt das Fahren schon damals war – nur eben ohne den Sicherheits- und Komfortapparat, den wir heute als selbstverständlich betrachten.
Der historische Hintergrund ist dabei technisch gut nachvollziehbar: Bentley baute zwischen 1925 und 1927 insgesamt 18 Fahrzeuge mit dem Super Sports-Badge. Ausgangspunkt war das Standardmodell mit 3 Litre, das Werk veränderte allerdings den Radstand um 9,5 Zoll (241 mm) nach unten. Diese Kürzung reduzierte nicht nur Masse, sondern machte das Auto spürbar reaktionsfreudiger – genau die Eigenschaft, die sich Fahrerinnen und Fahrer auch bei modernen Hochleistungsmodellen erhoffen. Ergänzend erhielt der Wagen eine stärker zugeschnittene Kühlerform, die der Luftströmung weniger Widerstand bot. Dennoch blieb Aerodynamik im eigentlichen Sinne eher nachrangig, weil die Karosserieausführung stark davon abhing, welcher Coachbuilder am Ende den Aufbau gestaltete.
Als konkretes Beispiel diente „Smoky“, besser bekannt unter der Fahrgestellnummer YM 4037. Es ist der 12. von 18 Super Sports, gebaut 1926, und trägt Zweiplätzer-Aufbauten von Jarvis of Wimbledon. In seiner Vita wechselte „Smoky“ zwischen Stationen in Neuseeland und Südafrika, frühe Jahre verbrachte das Auto jedoch als Rennwagen in England. 1932 kam es dann zu einem entscheidenden technischen Schritt: Der zweite Besitzer, der Rennfahrer Kit Baker-Carr, ließ den Motor umbauen und setzte ein 4,5-Liter-Aggregat aus dem Umfeld des Le-Mans-Gewinners von 1928 ein. Danach nutzte Baker-Carr „Smoky“ unter anderem bei Brooklands, wo das Auto zwischen 1935 und 1937 sieben Siege holte und eine schnellste Runde von nahezu 117 mph (188 km/h) erreichte.
Der Moment des Einsteigens macht den Unterschied zur Gegenwart besonders deutlich. Im Gegensatz zu heutigen Supercars arbeitet „Smoky“ ohne Assistenzfunktionen, Sicherheitsgurte oder Überrollschutz in dem Sinne, wie wir ihn kennen. Schon die Pedalaufteilung wirkt wie eine kleine, aber grundlegende Designentscheidung: Der Kupplungshebel bleibt links, doch Bremse und Gas sind vertauscht. Das „Go-fährt“-Pedal liegt dann mittig, während rechts das Pedal sitzt, das man als „oh nein, bitte langsamer“ gedanklich einsortiert. Der Grund liegt in der damaligen Rennlogik: Die Bremswirkung galt als relativ begrenzt, entsprechend hatte die Pedalgeometrie eine andere Priorität als in modernen Straßenfahrzeugen. In der Praxis fährt man weniger „per Software-Optimierung“ und mehr per Körperhaltung, und „Adam“ aus dem Heritage-Umfeld von Bentley lenkte die Fahrt so, dass man die Leistungsgrenzen besser verstehen konnte als nur aus der Passagierroutine heraus.
Was sich dann auf der kurzen Strecke zeigt, ist weniger eine andere Technologie als eine andere Sinneswelt. Die Fahrt wirkt viszeral, weil das Auto nicht darauf ausgelegt ist, Unruhe wegzuregeln. Der Wagen liegt straff auf der Straße und „hüpft“ tatsächlich – man muss sich an der Lederumrandung festhalten, um den Takt von Fahrwerk und Untergrund sauber zu begleiten. Die Instrumententafel und die Schaltkulisse konzentrieren die Aufmerksamkeit, zusätzlich verweist eine Plakette darauf, was „Smoky“ in seiner Zeit erreicht hat. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt außerdem das „Buffeting“ zu; dazu kommt der Geruch der Verbrennung und ein Geräuschbild, das vor allem vom Getriebe geprägt wird. Man hört weniger „Motor-Grollen“ als eine hohe, charakteristische Antriebs- und Getriebewhine, die das Fahren stärker als mechanischen Rhythmus erscheinen lässt.
Spannend war außerdem, was in der Wahrnehmung oft unterschätzt wird: das Grip-Niveau. Im tarmac-basierten Umfeld um den Kurs herum zeigte sich, dass die Kurvenhaftung bei den verwendeten 19-Zoll-Reifen besser ausfällt, als man angesichts des Alters und der fehlenden Komfort- und Regeltechnik erwartet. Man sollte das nicht als Einladung verstehen, historische Rennfahrzeuge mit modernen Sportwagen eins zu eins zu vergleichen; aber es legt nahe, dass „Super Sports“ nicht nur auf dem Papier schnell war. Dazu passt das Leistungsversprechen aus der Bauzeit: Mit spezifischen Komponenten wie neuen Kolben, einem leichteren Schwungrad, mehr Verdichtung sowie anderen Vergasern und einer darauf abgestimmten Übersetzung konnte der Wagen laut Werk über 100 mph (160 km/h) erreichen. In der gleichen Epoche schafften viele Ford Model Ts die 40 mph (64 km/h) nur schwer – und genau diese Spanne macht das „Supercar“-Gefühl historisch verständlich.
Am Ende bleibt ein paradoxes, aber produktives Fazit. „Smoky“ hat in den 10 Minuten Fahrt nur einen kleinen Teil seiner Möglichkeiten gezeigt; ein Sprung auf 60 mph (97 km/h) wirkt möglich, aber die eigentliche „Ton“-Geschwindigkeit oder das volle Envelope erreicht man nur, wenn man wirklich lange genug den Rhythmus aussetzt. Trotzdem vermittelt die Fahrt ein Gefühl dafür, warum bereits in den 1920er-Jahren Fahrerinnen und Fahrer sich vor dem Auto-Tempo fürchten konnten – und warum sie danach nicht einfach „funktional“ weitergingen, sondern sich in der Energie des Erlebnisses wiederfanden. Genau diese Mischung aus mechanischer Direktheit und kontrollierter Angst ist für viele moderne Supercars noch immer der Kern. Die Technik hat sich gewandelt, das Prinzip, das Tempo körperlich und mental zu managen, bleibt.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Bentley Super Sports: So fühlte sich der Supercar vor einem Jahrhundert an" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Bentley Super Sports: So fühlte sich der Supercar vor einem Jahrhundert an" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Bentley Super Sports: So fühlte sich der Supercar vor einem Jahrhundert an« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!