LONDON (IT BOLTWISE) – Sonos stellt heute mit „Ace Ultra“ und „Beam Ultra“ zwei neue Audioprodukte vor: Kopfhörer und Soundbar mit „Ultra“-Branding. Beide Modelle gehen mit mehreren Hardware-Optimierungen an den Start, darunter eine stärkere aktive Geräuschunterdrückung beim Kopfhörer und ein 7.1.2-Dolby-Atmos-Setup bei der Soundbar. Gleichzeitig benennt Sonos seine Software-Plattform auf „Sonos 27“ um und rollt dafür neue Funktionen aus. Für Käufer ist vor allem relevant, dass die Vorbestellungen bereits laufen und die Auslieferung ab dem 29. September geplant ist.

Sonos setzt nach der holprigen Phase rund um das App-Redesign Anfang 2024 wieder auf ein Paket aus neuer Hardware und einem Software-Update. Im Zentrum stehen die „Ace Ultra“-Kopfhörer und die „Beam Ultra“-Soundbar, beide mit klarer Premium-Positionierung und dem gemeinsamen „Ultra“-Label. Dazu kommt eine Umbenennung der bestehenden Softwareplattform in „Sonos 27“, wodurch der Hersteller den gesamten Produkt- und Nutzerfluss stärker unter einer aktuellen Versionslinie bündelt. Aus Unternehmenssicht ist das mehr als nur Marketing: Sonos muss nach der App-Krise nicht nur neue Geräte liefern, sondern auch die Bedien- und Qualitätswahrnehmung im Alltag stabilisieren.
Beim Sonos Ace Ultra fällt vor allem die Kombination aus Audiotechnik und Komfortorientierung auf. Die Kopfhörer kosten 449 US-Dollar und sind ab sofort vorbestellbar, mit geplanter Auslieferung am 29. September. Sonos nennt einen selbst designten Treiber für „deep, rich, detailed sound“ sowie „High-resolution wireless audio“ mit einer „ultra-low latency“ – also kurze Funklaufzeiten, die gerade beim Video-Streaming und bei Spielen spürbar sein können. Für viele Käufer ist die aktive Geräuschunterdrückung der zentrale Kaufgrund: Laut Hersteller erreicht der Ace Ultra bis zu 2x mehr Active Noise Cancellation als der Sonos Ace. Zusätzlich nennt Sonos bis zu 35 Stunden Akkulaufzeit mit aktivem ANC und ein Adaptive-EQ-System, das den Klang anhand des Fits und der Bewegung anpasst. Auf der Nutzungsebene kommen weiche Schaumstoffpolster und ein verstellbares Design hinzu, damit die Abdichtung beim Tragen möglichst konstant bleibt.
Technisch interessant ist dabei, wie stark Sonos die Kopfhörer auf Alltagstauglichkeit trimmt. „Adaptive EQ“ ist zwar kein neues Grundprinzip in der Consumer-Audio-Welt, aber die konkrete Auswirkung hängt davon ab, wie zuverlässig Sensorik und Kalibrierung beim Tragen funktionieren. Wenn die Abdichtung durch Bewegung variiert, kann die Basswiedergabe sonst schnell wandern; ein adaptives System soll genau diese Schwankungen glätten. Dazu passt Sonos’ Aussage zu den Mikrofonen: Beamforming-Mikrofone sollen die Stimme isolieren und damit die Sprachqualität bei Calls verbessern. Damit adressiert der Hersteller gleich zwei typische Schwachstellen kabelloser Headsets – zum einen Verzögerungen im Zuspielmodus, zum anderen Störungen durch Raumhall und Nebengeräusche.
Die Sonos Beam Ultra zielt dagegen auf eine „Upgrade“-Logik im Heimkino statt auf einen kompletten Systemwechsel. Sie kostet 699 US-Dollar, ebenfalls mit Vorbestellung und Versandstart am 29. September, und erscheint in Schwarz und Weiß. Auf der Soundbar-Seite nennt Sonos 7.1.2 Dolby Atmos mit nach oben gerichteten Treibern, was auf die Fähigkeit schließen lässt, akustische Decken-/Höhenanteile zu erzeugen. Besonders betont wird außerdem „Clear dialogue“ sowie eine KI-gestützte Speech Enhancement-Funktion. In der Praxis bedeutet das: Stimmen sollen auch bei lauter Umgebung oder gemischten Pegeln klarer hörbar bleiben, typischerweise durch eine spektrale Trennung von Sprachanteilen und eine gezielte Pegelanpassung. Ergänzend will Sonos die Beam Ultra mit einem Low-Profile-Design in den Raum integrieren, die Tonbühne breiter machen und die Trennung der Kanäle verbessern.
Für den Rollout der Beam Ultra ist außerdem relevant, wie das System den Raum einmisst. Sonos nennt „Trueplay“, das den Sound für Raum und Aufbau abstimmt. Trueplay ist damit weniger eine einzelne Funktion als ein Kernbestandteil der Sonos-DNA: Der Hersteller nutzt dabei in der Regel Mess- und Kalibrierungslogik, um die Wiedergabe an Geometrie und Aufstellung anzupassen. Genau hier entscheidet sich, ob eine Soundbar nur „laut“ klingt oder tatsächlich räumliche Effekte sauber wiedergibt. Gerade bei Dolby-Atmos-Setups mit nach oben abstrahlenden Treibern kann die Raumantwort stark variieren; eine gute Kalibrierung wirkt deshalb wie ein Multiplikator für die Hardware.
Parallel verschiebt Sonos die Software-Basis auf „Sonos 27“. Der Name ist als Rebranding erkennbar und signalisiert, dass der Hersteller seine Plattform als fortlaufenden Versionsstrom versteht – ähnlich wie andere Anbieter ihre App-Erlebnisse enger an Release-Zyklen knüpfen. Inhaltlich nennt der Hersteller „neue Funktionen“ für die Softwareplattform, liefert in der Meldung jedoch nur einen Link-Verweis auf die Details. Für bestehende Nutzer ist trotzdem entscheidend, ob Sonos die App-Stabilität und die Steuerlogik verbessert – denn nach dem App-Problem Anfang 2024 ist das Vertrauen ein sensibles Gut. Gute Geräte helfen nur dann, wenn Einrichtung, Updates und tägliche Steuerung im Hintergrund genauso zuverlässig laufen wie die Audioausgabe.
Für den Markt kommt hinzu, dass Sonos mit dem Ultra-Label eine klar lesbare Premium-Stufe schafft, ohne die Plattform-Strategie komplett zu verlassen. Käufer, die zwischen Kopfhörern und Smart-Home-Audio wechseln, bekommen damit zwei Bausteine aus einer Hand und gleichzeitig eine einheitlich benannte Softwarebasis. Aus Sicht der Produktplanung ist das auch ein Signal an Entwickler und Integratoren: Wenn die Plattform unter „Sonos 27“ firmiert, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Änderungen in den Interfaces, der Stabilität und den Update-Routinen. Unterm Strich stehen mit Ace Ultra und Beam Ultra zwei konkrete, termingeplante Hardware-Starts im September an – während Sonos die entscheidende Aufgabe daran koppelt, das Nutzererlebnis in der Software dauerhaft zu festigen.
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