LONDON (IT BOLTWISE) – AVM hält bei FRITZ!Box-Routern teils ungewöhnlich lange Software-Support bereit. Besonders eine 7490 bekommt noch nach 13 Jahren Sicherheits- und Wartungsupdates, zuletzt im Januar. Für Anwender heißt das: Erst prüfen, ob die Verbindung nachlässt oder Sicherheitslücken drohen, dann planen. Gleichzeitig erleichtert AVM die Migration auf neuere Geräte mit Backup und Assistent – und aktuell gibt es 40 Euro Cashback für Rücksendungen.

Dass Router-Updates in Unternehmen und Haushalten oft zu spät oder gar nicht ankommen, ist im Alltag kein Einzelfall. Umso bemerkenswerter ist die konkrete Support-Laufzeit, die AVM für seine FRITZ!Box-Modelle nennt: Je nach Generation reicht die Pflege über Jahre hinaus, sodass im konkreten Fall eine besonders bekannte 7490 noch nach 13 Jahren mit Sicherheitspatches und Wartungsständen versorgt wird. Diese langlebige Update-Strategie betrifft nicht nur Hardwarekomponenten, sondern vor allem die Software-Basis, die die Berliner Router-Familie seit den frühen DSL-Zeiten zusammenhält.
Der Ursprung der FRITZ!Box liegt in einer Zeit, in der Geräte noch stärker nach Funktionsblöcken getrennt wurden: Bereits 2004 kombinierte die erste Generation DSL-Modem und Router in einem Gehäuse und setzte früh auf eine bedienfreundliche Benutzeroberfläche. Schon im selben Jahr folgte mit einem Modell wie „Fon WLAN“ der nächste Schritt Richtung integrierte WLAN- und Telefonie-Funktionalität. Inzwischen gilt die FRITZ!Box als Massenprodukt im DACH-Raum: In einer Umfrage, die AVM bei einem Fachhändlerkontext verorten ließ, lagen 51 Prozent der Teilnehmenden auf AVM-Router, und ein Fachhändler-Portal nennt für Deutschland, Österreich und die Schweiz sogar Marktanteile von bis zu 70 Prozent.
Technisch entscheidend ist dabei, wie AVM die Firmware-Linien überlebt hat: Bei älteren Geräten unterscheidet der Hersteller offenbar zwischen voller Funktions-Entwicklung und reinen Wartungs- bzw. Sicherheitszyklen. Die älteste weiterhin aktiv gepflegte 7490, die 2013 auf den Markt kam, befindet sich inzwischen in diesem restriktiveren Modus. Demnach handelt es sich „nur noch“ um Sicherheitspatches und Wartungsupdates, die bei Bedarf verteilt werden; als letzter genannter Zeitpunkt fällt der Januar in diesem Jahr. Dass der Support früher auch echte Funktionssprünge tragen konnte, zeigt das Beispiel Fritz!OS 7.56: Mit dieser Version erhielt die 7490 noch einmal ein Updatepaket, das der Hersteller Sommer 2023 bereitgestellt hatte – also rund zehn Jahre nach der Veröffentlichung.
Auch andere Modelle illustrieren die lange Lebensdauer, allerdings mit unterschiedlichen Endpunkten. Die 7590, die ebenfalls lange im Sicherheits- und Wartungszyklus bleibt, hat die jüngste Firmware Fritz!OS 8.25 erhalten und zählt damit auf dem Papier zu den „neun Jahre“ dauernden Kandidaten. Ebenfalls noch im aktuellen Stand ist laut Herstellerangaben noch die FRITZ!Box 6591 Cable, die im Mai 2019 startete; hier wird ein Updatepfad bis auf neuere Firmwarestände genannt. Bei der zehn Jahre alten FRITZ!Box 4040 sei dann im vergangenen November Schluss gewesen (Version 8.03 als Fixpunkt), danach folgten nur noch Wartungs- und Sicherheitsupdates. Daneben existieren weitere Varianten im Sicherheitszyklus, bei denen der Hersteller die Grenzen der Firmware-Pflege deutlich macht: So steht etwa die FRITZ!Box 6590 Cable laut Angaben bei Fritz!OS 7.57, während die 6890 LTE bereits mit einem früheren Stand (Fritz!OS 7.59) endet, weil es in der Modelllinie keine fortlaufende Firmwareentwicklung mehr gibt.
Für Anwender stellt sich damit die Frage: Ist ein Upgrade trotz „noch sicher“ überhaupt nötig? Solange ein Router technisch stabil läuft und die Verbindungsgüte stimmt, spricht wenig gegen das Weiternutzen. Denn ein zusätzlicher Wechsel bedeutet Aufwand, mögliche Zwischenfehler und im Zweifel neue Konfigurationen. Trotzdem gibt es typische Gründe, warum ältere FRITZ!Boxen aus Nutzersicht nicht mehr in die Gegenwart passen: langsame Internetzugriffe trotz passender Tarifgeschwindigkeit, zäheres Verhalten beim Streaming oder Verbindungsabbrüche in Randzonen, selbst wenn bereits ein Repeater im Einsatz ist. In der Praxis merkt man solche Verschlechterungen oft schrittweise, während die Sicherheitslage zunächst beruhigend wirkt.
Genau an dieser Stelle wird die Aktualisierung strategisch: Neue FRITZ!Box-Generationen bringen nicht nur modernere WLAN- und Hardware-Features, sondern auch die jeweils aktuelle FRITZ!OS-Basis mit. Als Beispiel nennt der Hersteller für die nahe Zukunft die Version 8.50, unter anderem mit einem integrierten DNS-Filter, der anhand von Sperrlisten Geräte im Heimnetz vor Websites mit Tracking, Schadsoftware und anderen unerwünschten oder gefährlichen Inhalten schützen soll. Gleichzeitig versucht AVM, den Umstieg so wenig fehleranfällig wie möglich zu halten: In der Benutzeroberfläche gibt es einen Assistenten, der Einstellungen von der alten auf die neue FRITZ!Box überträgt, und vorher wird ein Backup erstellt, sodass man im Problemfall zurückrollen kann.
Für die Markt- und Beschaffungsseite kommt außerdem ein konkreter Kaufimpuls hinzu: Bis zum 10. September läuft laut AVM eine Cashback-Aktion, bei der beim Kauf einer neuen FRITZ!Box für den alten Router 40 Euro angerechnet werden, wenn der Altrouter eingeschickt wird. Der Versand soll dabei kostenlos sein, und die FRITZ!GmbH garantiert laut Angaben eine nachhaltige Aufbereitung bzw. ein Recycling. Damit wird aus einem technischen Wartungsthema auch eine planbare IT-Entscheidung: Wer ohnehin auf neue WLAN-Performance oder stabilere Funkabdeckung angewiesen ist, kann die Sicherheits- und Funktionslücke nach Support-Endpunkten pragmatisch schließen – und wer nur „abwarten“ wollte, hat nun einen klaren Zeitpunkt, an dem Upgrade-Fähigkeiten und Prozessrisiken gleichzeitig reduziert werden.
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