MONTRÉAL / LONDON (IT BOLTWISE) – Power Metallic hat für die Zone Lion die erste Mineralressourcenschätzung vorgelegt. Sie beziffert 4,145 Mio. Tonnen in der angedeuteten Kategorie mit 3,86 % CuÄq und 601.000 Tonnen in der vermuteten Kategorie mit 4,01 % CuÄq. Insgesamt nennt das Unternehmen rund 406 Mio. Pfund Kupferäquivalent. Die Mineralisierung reicht bis über 600 Meter Tiefe und bleibt entlang Streichrichtung sowie im Teufenbereich offen.

Für Anleger wird das Projekt Lion vor allem deshalb greifbar, weil Power Metallic nicht bei einer reinen Explorationsbestätigung bleibt, sondern bereits eine erste Mineralressource meldet. Im Kern stehen dabei 4,145 Millionen Tonnen in der angedeuteten Kategorie mit 3,86 % CuÄq sowie 601.000 Tonnen in der vermuteten Kategorie mit 4,01 % CuÄq. Aus der Summierung entsteht eine Gesamtressource von etwa 406 Millionen Pfund Kupferäquivalent. Auffällig ist zudem der hohe Anteil von mehr als 85 % der Tonnage, der als „angedeutet“ klassifiziert wird – für eine Erstschätzung ein deutliches Signal, dass das geologische Modell schon jetzt recht belastbar wirkt.
Technisch beginnt die Mineralisierung an der Oberfläche und ist bis zu einer vertikalen Tiefe von über 600 Metern nachgewiesen. Diese Tiefe ist für die wirtschaftliche Betrachtung nicht nur ein Vermarktungselement, sondern beeinflusst direkt die spätere Abwägung zwischen Tagebau- und Untertagepfaden. Mehr als 59 % der Tonnage liegen innerhalb einer potenziellen Tagebaugrenze, gleichzeitig bleibt die Lagerstätte aber entlang des Streichens sowie in der Tiefe offen. Genau diese Kombination kann Entwicklungsteams entlasten: Sie bietet einen realistischer wirkenden „Startpunkt“ für die Erschließung, ohne den Ressourcenzuwachs im weiteren Bohrprogramm auszublenden. Derzeit arbeiten außerdem fünf Bohrgeräte an Erweiterungen, um die offenen Bereiche strukturell besser zu fassen.
Auch die metallurgische Seite liefert konkrete Anhaltspunkte, weil Locked-Cycle-Tests von SGS Canada Kupfergewinnungsraten von über 98 % zeigen und Konzentrate mit mehr als 25 % Kupfer möglich sind. Das ist insofern relevant, als sich hier oft entscheidet, ob ein Projekt später eher in Richtung „schwierige Aufbereitung“ oder „planbarer Prozess“ kippt. Darüber hinaus werden auch für Gold, Palladium, Platin und Silber hohe Ausbeuten genannt. Solche Mehrmetall-Signale können in der Projektbewertung einen Hebel darstellen, weil sie die Wertigkeit über den Kupfererlös hinaus stützen. Ergänzend kommt eine infrastrukturelle Komponente hinzu: Die Nähe zu bestehenden Straßen- und Stromtrassen senkt potenziell den Kapitalbedarf, weil weniger Vorleistungen für Basisversorgung und Logistik erforderlich sind. Parallel prüft das Unternehmen Angebote für eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA), wobei Lion und die aktualisierte Nisk-Ressource gemeinsam betrachtet werden sollen.
Damit rückt eine zweite Achse in den Fokus: Nisk wurde parallel zur Lion-Ressourcenschätzung neu bewertet. Die Nachricht ist für den operativen Plan interessant, weil beide Lagerstätten in die geplante PEA einfließen sollen – was bei einem Zusammendenken von Infrastruktur, Prozesskette und Zeitplan Synergien schaffen kann. Die Ressourcenmodelle basieren auf Bohrungen bis zum 19. April 2026; Ergebnisse der anschließenden Tiefbohrungen liegen laut Angabe noch nicht vor. Das bedeutet für die Zeithorizonte: Lion bekommt in der PEA zwar schon ein modellbasiertes Bewertungsgerüst, die dynamischere Dimension (Teufenfortsetzung und spätere Veredelung der geologischen Unsicherheit) hängt aber an den noch ausstehenden Tiefbohrresultaten bis Ende September. Für die Marktreaktion sind genau diese nächsten Stationen häufig entscheidender als die „Erstmeldung“ selbst, weil sie entweder den Ressourcenumfang bestätigen oder das Modell weiter zuschneiden.
In politischer Hinsicht ordnet sich das Projekt in einen Kontext ein, der in Kanada und auf Bundesebene immer wieder als Treiber für kritische Rohstoffe diskutiert wird. Quèbec und Ottawa haben Förderprogramme für kritische Mineralien aufgelegt; ob die Mittel tatsächlich fließen, soll davon abhängen, wie schnell in Montréal und Ottawa Genehmigungen erteilt werden. Der Punkt ist nicht ideologisch, sondern prozessual: Bürokratiegeschwindigkeit entscheidet darüber, ob Projekte rasch Kapital, Planungssicherheit und technische Testphasen zusammenbekommen. Der Vergleich mit Deutschland und Brüssel fällt in der Meldung bewusst zugespitzt aus – dort würde ein Projekt unter vielen Umwelt-, ESG- und Beteiligungsauflagen „ersticken“ –, während Quebec als Beispiel für funktionierende Rohstoffpolitik ohne „ideologische Bremsen“ herhalten soll. Für Unternehmen heißt das: Der technische Fortschritt ist eine Seite; die Genehmigungs- und Förderpfade bleiben die andere, mindestens ebenso entscheidende Komponente der Projektpipeline.
Für die eigentliche Investorensicht ist Lion zudem als Teil einer breiteren Kategorie einzuordnen: Die Zone wird als eine der höchstgradigsten Kupfer-PGE-Ressourcen beschrieben, die in den letzten Jahren in Nordamerika gemeldet wurden. Entscheidend ist dabei weniger der absolute Vergleich, sondern die konkrete „Kombinationslogik“ aus Gehalt, Klassifizierung und Startnähe. Oberflächennähe reduziert logistische und technische Einstiegshürden, der hohe angedeutete Tonnageanteil senkt das Entwicklungsrisiko relativ zu stärker vermuteten Projekten, und die metallurgischen Ergebnisse liefern eine solide Grundlage für die spätere Prozessauslegung. Die nächsten Kurstreiber werden demnach die PEA-Ergebnisse sowie die erwarteten Analyseergebnisse der Tiefbohrungen bis Ende September sein. Wer auf polymetallische Kupferprojekte mit realem Produktionspotenzial schaut, bekommt hier den seltenen Mix aus bereits sichtbarem Gehalt und passender Infrastruktur – und damit eine bessere Ausgangsbasis, um aus Exploration in belastbare Projektierung zu wechseln.
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