LONDON (IT BOLTWISE) – Der Ex-Ripple-CTO David Schwartz sieht für XRP ein realistisches Szenario, um Bitcoin bei der Marktkapitalisierung zu überholen. Entscheidend sei dabei nicht das Schrumpfen von Bitcoin, sondern dass XRP schneller wächst und Funktionen liefert, die Bitcoin auf der Basisschicht nicht gleich gut abbildet. Parallel gewinnt ein charttechnisches Kursziel von rund 60 US-Dollar an Aufmerksamkeit, gestützt auf ein monatliches Breakout-Signal über 3,66 US-Dollar. Die Rechnung dahinter zeigt, wie groß der nötige Wertzuwachs bei aktuellen Kursniveaus ausfällt.

XRP kann Bitcoin überholen: Ex-Ripple-CTO nennt Wachstums statt Kollaps-Szenario
XRP kann Bitcoin überholen: Ex-Ripple-CTO nennt Wachstums statt Kollaps-Szenario (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Diskussion um ein mögliches „Flippening“ von XRP gegenüber Bitcoin bekommt neuen Auftrieb, weil gleich zwei Stränge zusammenlaufen: eine konkrete technische Sicht aus der Entwicklerwelt und ein chartgetriebener Zielkorridor aus dem Handel. David Schwartz, der als ehemaliger CTO von Ripple und als Mitgestalter des XRP Ledger (XRPL) gilt, argumentiert, dass XRP Bitcoin nicht deshalb überholen müsse, weil die Konkurrenz schwächelt. Stattdessen setzt er auf einen Wachstumsvorsprung: Die XRPL-Basisschicht könne über mehr Tempo und breitere Funktionalität einen größeren Anteil am Wachstum des Krypto-Marktes abziehen. Damit verschiebt er das Narrativ vom „Kollaps-Trigger“ hin zu einer relativen Dynamik zwischen zwei Netzwerken.

Technisch betrachtet hängt „Flippening“ weniger an der Frage, wer irgendeinen einzelnen Kennwert besser erfüllt, sondern an der Kapitalallokation: Wenn Anleger XRP stärker als Bitcoin auspreisen, steigt dessen Marktkapitalisierung überproportional. Schwartz formuliert das als Gegenmodell zu einem Bitcoin-Schwundszenario und verweist darauf, dass XRPL bei bestimmten Use-Cases Vorteile bieten könne, die sich auf der Basisschicht von Bitcoin nicht in gleicher Form abbilden lassen. In der Praxis bedeutet das für den Markt vor allem: Wenn neue Nachfrage nach Funktionen entsteht, die ein Ökosystem außerhalb des reinen Token-Transports besonders attraktiv macht, kann sich diese Präferenz in Kursrenditen übersetzen.

Für eine grobe Einordnung nennt der Text eine konkrete Schwelle: Ausgehend von einer zirkulierenden XRP-Menge von rund 62,74 Milliarden Tokens würde XRP bei einer Marktkapitalisierung von etwa 1,59 Billionen US-Dollar – also dem Größenordnungswert, der im Beitrag für Bitcoin genannt wird – rund 25,40 US-Dollar je Token kosten. Diese Rechnung ist bewusst statisch: Sie hält die Bitcoin-Bewertung konstant und zeigt nur, welche XRP-Kursmarke nötig wäre, um rechnerisch „gleichzuziehen“. Gleichzeitig deutet der Beitrag an, dass der Schwellenwert dann weiter wandert, wenn Bitcoin parallel wächst. Wird beispielsweise die Bitcoin-Marktkapitalisierung verdoppelt, müsste XRP bei heutigem Umlaufvolumen eher in den Bereich von rund 50 US-Dollar hineinlaufen, um den Vergleich wieder zu drehen.

Der zweite Strang ist die technische Analyse. Der Kryptomarktbeobachter Ali Martinez verknüpft das Thema mit einem monatlichen Muster: Er verweist auf ein über nahezu ein Jahrzehnt sichtbares aufsteigendes Dreieck (Ascending Triangle) im Monatschart von XRP. Zentral ist dabei eine Widerstandszone bei 3,66 US-Dollar; erst ein monatlicher Close darüber soll nach der Argumentation die Breakout-Bestätigung liefern. Der Text setzt den aktuellen Kurs zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 1,42 US-Dollar an und leitet daraus ab, dass XRP zunächst etwa um 158 % steigen müsste, um die 3,66-US-Dollar-Marke zu erreichen – bevor sich das daraus abgeleitete längerfristige Ziel von etwa 60 US-Dollar „aktivieren“ würde.

Was bedeutet dieses Ziel finanziell, wenn man es ebenfalls in Marktkapitalisierung übersetzt? Laut Beitrag läge XRP bei 60 US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von rund 3,76 Billionen US-Dollar. In derselben Logik würde das Bitcoin in eine Größenordnung von ungefähr 188.000 US-Dollar pro Bitcoin-Token hineinziehen, sofern man die Gleichsetzung über Marktwerte vornimmt. Solche Umrechnungen sind keine Prognose, aber sie machen die Skalierung sichtbar: Ein Sprung von etwa 1,42 US-Dollar auf 60 US-Dollar entspräche laut Text einem Anstieg von mehr als 4.100 %. Gerade hier wird klar, warum selbst überzeugende Argumente zur Netzwerkfunktion nicht automatisch in ein bestimmtes Kursziel übersetzt werden: Der Markt muss gleichzeitig neue Nutzer, neue Nachfrage und eine anhaltende Zahlungsbereitschaft reprisen.

Bemerkenswert ist zudem, dass Schwartz zwar grundsätzlich offen für ein späteres „Flippening“ bleibt, aber nicht so tut, als sei die 60-Dollar-Zone aus dem gleichen Lager wie eine kurzfristige Erwartung. Der Beitrag erinnert daran, dass Schwartz frühere Einschätzungen deutlich skeptischer waren, etwa hinsichtlich Kursbereichen zwischen 50 und 100 US-Dollar. In einem weiteren Rückblick wird sichtbar, wie schwierig es für viele Marktteilnehmer ist, die oberen Extremwerte von Krypto-Preisen richtig zu kalibrieren: Schwartz schildert, dass sein eigenes Verhalten über mehrere Kursregime hinweg auch von dem Lernen aus unterschätzten Preisbewegungen geprägt war. Damit liefert er indirekt eine Risikobrille für jede konkrete Zielmarke – auch für charttechnische Targets.

Für Unternehmen und Tech-getriebene Teams liegt der Mehrwert der Debatte weniger im „Wer gewinnt?“, sondern im „Welche Mechanismen treiben Wert?“: Wenn ein Netzwerk mit einer gewissen technischen Architektur bei Anwendern auf konkrete Funktionen trifft, kann sich das in Wachstumsraten und damit in relativen Marktwertverschiebungen ausdrücken. Gleichzeitig zeigt die charttechnische Argumentation, dass Marktpsychologie und Liquiditätspfadabhängigkeit kurzfristig stark wirken können, selbst wenn die langfristige These technologiebasiert ist. Der Beitrag macht außerdem deutlich, dass das Erreichen eines bestimmten Kursniveaus immer an Timing gekoppelt bleibt: Eine Widerstandsmarke wie 3,66 US-Dollar ist nicht nur eine Zahl, sondern ein Signal, das Trader interpretieren und das dadurch selbst kurzfristige Nachfrage auslösen kann.

Unterm Strich beschreibt die Kombination aus Schwartz’ Wachstumslogik und Martinez’ technischer Zielableitung ein Szenario, das nicht auf dem „Untergang“ eines Konkurrenten beruht. Es ist ein Wettbewerb um überproportionale Zuwächse in der Kapitalbewertung. Ob XRP tatsächlich den Schritt zu einem Kursniveau schafft, das im Beitrag rechnerisch eine Überholung ermöglicht, hängt damit an zwei Ebenen gleichzeitig: an der tatsächlichen Fähigkeit, Nachfrage nach XRPL-Funktionen in Nutzer- und Aktivitätszahlen zu übersetzen, und an der Bereitschaft des Marktes, diese Entwicklung in einer Phase steigender Risikoappetite schneller einzupreisen als bei Bitcoin. Bis dahin bleibt die 60-Dollar-Schallmauer ein konkretes Ziel, das sich an definierten Chart-Signalen und an der Realitätsprüfung in der nächsten Wachstumsrunde messen lassen muss.


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