LONDON (IT BOLTWISE) – Der gemeinnützige Geldgeber Manifund stellt Caroline Ellison für die Entwicklung von Plattform und Forschung ein. Ellison war wegen Betrugs- und Verschwörungsvorwürfen rund um FTX zu zwei Jahren Haft verurteilt und sitzt nach ihrer Entlassung wieder im Berufsleben. Der Gründer Austin Chen begründet den Schritt mit einer „zweiten Chance“ und kündigt an, Ellisons Arbeit künftig im laufenden Betrieb zu bewerten. Unklar bleibt zunächst, wie transparent die neue Rolle dokumentiert wird und wie die Organisation mit dem Reputationsrisiko umgeht.

Caroline Ellison kehrt nach ihrer Haftstrafe aus dem FTX-Umfeld zurück in den Arbeitsalltag – und zwar offenbar in einem ganz anderen Kontext als dem, in dem ihr Name zuvor vor allem in der Krypto-Industrie kursierte. Laut einem Beitrag des Manifund-Gründers Austin Chen soll Ellison bei dem gemeinnützigen Förderer künftig an der Plattform sowie an Forschungsarbeiten arbeiten, die sich darauf konzentrieren, wie sich philanthropische Mittel möglichst wirksam lenken lassen. Chen ordnet die Entscheidung in den Gedanken der „effective altruism“-Bewegung ein, bei der es nicht nur um Spenden geht, sondern um messbare Wirksamkeit. Gleichzeitig ist der Schritt kommunikativ heikel, weil Ellison mit dem FTX-Kollaps unmittelbar verbunden war.
Manifund wird im Artikel als inhaltlich verwandtes Projekt verortet: Chen war demnach an Manifold Markets beteiligt, einem Unternehmen, das unter anderem als Teil der breiteren „effective altruism“-Ökosystems wahrgenommen wird. Zudem spielte FTX Future Fund eine Rolle als Förderinitiative, die Manifold zuvor unterstützt hatte. Interessant ist hier weniger die Rückbindung an frühere Förderströme, sondern das Organisationsversprechen, das solche Programme typischerweise geben: Eine Nonprofit-Strategie, die sich Transparenz, Rechenschaft und Lernfähigkeit auf die Fahnen schreibt, soll im besten Fall nicht durch Personen unterminiert werden, deren frühere Handlungen das Vertrauen in Finanzmärkte nachhaltig beschädigt haben. Chen schreibt zwar von einem Neubeginn, liefert aber zugleich keine überprüfbaren Dokumente zur konkreten neuen Funktion, was bei Außenstehenden Fragen nach Governance und Informationspolitik auslöst.
Ellison selbst hatte sich bereits im Dezember 2022 in einem strafrechtlichen Kontext mit mehreren Vorwürfen auseinandersetzen müssen: Der Bericht beschreibt, dass sie sieben Anklagepunkte wegen Betrugs und Verschwörung in Verbindung mit ihrer Rolle beim Missbrauch von FTX-Kundengeldern zur Deckung von Alameda-Positionen und Verlusten im Handel eingeräumt hat. Außerdem wird genannt, dass sie gegen FTX-Gründer Sam Bankman-Fried aussagte und anschließend zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Nach Angaben des Beitrags wurde sie im Januar aus der Bundesgewahrsam entlassen und hielt sich dann zunächst bedeckt. Der neue Schritt, so Chen, sei allerdings nicht „aus dem Nichts“ erfolgt, sondern in einem gestaffelten Übergang gestartet: Ellison habe ab dem 13. Juli zunächst in einem „work trial“ gearbeitet und sei am 10. August in eine Vollzeitrolle gewechselt.
Für besonderes Aufsehen sorgte dabei nicht nur die Personalie selbst, sondern auch die Art der Kommunikation im Vorfeld. Laut Chen habe Ellison in dieser Phase unter dem Pseudonym „Carol“ an den Manifund-Arbeiten mitgewirkt. Chen räumt in dem Beitrag ein, dass die Organisation in den letzten Monaten bei der Transparenz gegenüber Dritten einen Kompromiss eingegangen sei, und er bezeichnet das als Punkt, den sie „nicht leicht“ nehmen. Zusätzlich wird eine Entschuldigung in Ellisons Namen wiedergegeben: Sie äußert Reue für das, was sie getan habe, und betont zugleich ihre Dankbarkeit über eine zweite Chance. Gerade diese Mischung aus Selbstkritik und zugleich bewusstem Identitäts- und Offenlegungsverzicht trifft auf ein Publikum, das im „effective altruism“-Umfeld häufig Wert auf Nachvollziehbarkeit legt – und das in diesem Fall offenbar noch nach der Informationslücke urteilt.
Die Reaktionen im Umfeld des Beitrags fielen entsprechend gespalten aus. Ein Kommentator wirbt für ein Klima, in dem Vergebung und tiefes Verständnis möglich sind – mit der Erwartung, dass die Zusammenarbeit funktionieren könne. Ein anderer Kommentar richtet sich dagegen deutlich: Er spricht von sehr schlechtem Urteilsvermögen und befürchtet, dass nicht nur Manifund Schaden nimmt, sondern dass auch andere Organisationen aus dem „EA“-Umfeld Kollateralschäden erleiden könnten. Chen geht in seiner Antwort auf die Kritik insofern ein, als er andeutet, man müsse die Entwicklung abwarten, um die Entscheidung beurteilen zu können. Diese Argumentationslinie passt zu einer typischen Spannung in Nonprofits: Einerseits will man Lernkurven und Chancen für Wiedereinstieg ermöglichen, andererseits muss man in einer Welt mit schnellen Schlagzeilen und hohem Misstrauen regulatorisch und reputationsseitig belastbar bleiben.
Technisch betrachtet ist der Inhalt der neuen Aufgaben weniger spektakulär als die Biografie: Chen beschreibt, dass Ellison „Plattform und Forschung“ für die Frage entwickeln soll, wie sich Spenden effektiv steuern lassen. In der Praxis bedeutet das häufig, dass datenbasierte Entscheidungslogik aufgebaut oder weiterentwickelt wird – etwa indem Organisationen Auswahlkriterien testen, Wirkungsannahmen strukturieren und Forschungsresultate in wiederholbare Methoden übersetzen. Genau an diesen Stellen zeigt sich, ob eine Nonprofit-Organisation auch nach außen die nötige Daten- und Ergebnisdisziplin lebt. Wenn die Plattform später öffentlich oder für Partner nutzbar wird, entscheidet außerdem die Nachverfolgbarkeit von Quellen, Annahmen und Versionen darüber, ob das Versprechen „effective“ nur ein Label bleibt oder tatsächlich messbar umgesetzt wird.
Markt- und Ökosystemeffekte lassen sich daraus dennoch ableiten, auch ohne dass der Bericht konkrete Zahlen nennt. Ein ehemaliger Kernakteur aus einem großen Krypto-Skandal, der in einer gemeinnützigen Struktur an Wirksamkeitsforschung und Plattformentwicklung mitarbeitet, verschiebt die öffentliche Aufmerksamkeit – und zwingt die Organisation, deutlich stärker als zuvor Governance-Fragen zu beantworten: Welche Rolle übernimmt Ellison operativ, wie werden Entscheidungen dokumentiert, und wie wird verhindert, dass alte Muster aus dem Finanzbereich in neue Prozesse hineinwirken? Unklar bleibt im Bericht zudem, welche Verbindlichkeiten oder internen Prüfmechanismen gelten, weil „keine Dokumentation“ der neuen Rolle vorliegt und Ellison selbst für Kommentare nicht erreichbar war. Für Organisationen, die im „effective altruism“-Umfeld tätig sind, könnte das ein Lehrstück werden: nicht nur über Vergebung, sondern über die harte Notwendigkeit, Vertrauen durch überprüfbare Prozesse aufzubauen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "FTX-Fraud: Ellison arbeitet künftig für Manifund als „zweite Chance“" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "FTX-Fraud: Ellison arbeitet künftig für Manifund als „zweite Chance“" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »FTX-Fraud: Ellison arbeitet künftig für Manifund als „zweite Chance“« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!