BAYERN / LONDON (IT BOLTWISE) – Beim ersten Fahrtest zeigt der Skoda Epiq, wie weit sich ein kleines E-SUV trotz kompakter Maße in Richtung Familien- und Pendleralltag schieben lässt. Der Einstieg soll je nach Akku unter 26.000 Euro liegen, während die hier getestete Version Epiq 55 mit größerem Batteriemodul bei 35.900 Euro startet. Nach rund 100 Kilometern im Testbetrieb meldete das Fahrzeug 16,2 kWh/100 km; daraus leitet sich grob eine Reichweite in der Größenordnung um 320 Kilometer ab. Beim Laden nennt Skoda für den Epiq eine maximale Ladeleistung von 105 kW, die in frühen Ladekurven mit etwa 100 kW im Durchschnitt von 10 bis 80 % untermauert wird.

Skoda Epiq im Test: günstiges E-SUV mit 55-kWh-Akku und viel Platz
Skoda Epiq im Test: günstiges E-SUV mit 55-kWh-Akku und viel Platz (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Skoda Epiq will bei der E-Mobilität vor allem eines: Kosten und Alltagstauglichkeit wieder enger zusammenbringen. Das kleinste E-SUV der VW-Tochter zielt nach den vorliegenden Fahr- und Einstiegsdaten auf preisbewusste Kleinfamilien und Paare. Bei der günstigsten Ausbaustufe liegt der Startpreis laut Testfazit unter 26.000 Euro, entscheidend ist dabei aber die Batteriegröße. In der teureren, zuerst bei den Händlern greifbaren Variante kommt außerdem die Preislogik des Marktes zum Tragen: Während der Epiq mit kleinerem Akku als Einstiegsmodell beworben wird, landet der hier getestete Epiq 55 mit Basispreis von 35.900 Euro deutlich höher. Genau diese Spanne macht den Epiq interessant, denn sie zeigt, wie sehr sich der Nutzen eines E-SUVs im Alltag an Ladeperformance, Verbrauch und realer Reichweite koppelt – nicht nur an der Modellbezeichnung.

Technisch betrachtet ist der Epiq als frontgetriebene Plattform-Variante klar auf effiziente Nutzung im Stadt- und Stadtrandbetrieb getrimmt. In den technischen Eckdaten taucht das bei den Akku- und Ladewerten schnell auf: Für den Einstiegsbereich nennt Skoda 38,5 kWh Batteriekapazität (Epiq 35/40), im Testfahrzeug arbeitet hingegen ein 55-kWh-Akku. Bei der Ladeleistung bleibt das Konzept erwartbar klassisch für diese Klasse: AC-Laden mit 11 kW, DC-Laden mit bis zu 105 kW. Spannend ist weniger die maximale Zahl als der Verlauf – denn in frühen, veröffentlichten Ladekurven wird eine hohe Durchschnittsladeleistung von knapp 100 kW von 10 auf 80 % genannt, wofür lediglich 22 Minuten benötigt werden sollen. Genau hier trennt sich in der Praxis oft die „steht da“ Reichweitenzahl von der tatsächlichen Reisegeschwindigkeit, weil echte Standzeiten durch den Ladeknick nach dem Hochlauf entstehen.

Auf der Straße liefert der Epiq in der ersten Testfahrt vor allem ein positives Gefühl für das Fahrwerk und die unmittelbare Ansprechbarkeit. Der Bericht hebt hervor, dass der Frontantrieb auf teils engen, kurvigen Straßen nahe der bayerisch-österreichischen Grenze spritzig wirkt und die 210 PS der 55-kWh-Variante direkt abrufen lässt. Auch die Lenkung wird als in dieser Klasse „direkt genug“ eingeordnet; auf der Autobahn sollen zudem 160 km/h ausreichend sein und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird mit 7,1 Sekunden für den Epiq 55 angegeben. Für Fahrerinnen und Fahrer, die Rekuperation gezielt steuern wollen, gibt es außerdem ein pragmatisches Bedienkonzept: Per Drehung am rechten Hebel lässt sich von „D“ auf „B“ schalten, feinere Stufen fehlen allerdings. Neben dem Fahrgefühl ist im Alltag jedoch mindestens so wichtig, wie viel Platz das Auto im Inneren tatsächlich macht – und hier wirkt der Epiq überraschend großzügig, etwa bei Kofferraumvolumen und Kopffreiheit.

Der Nutzwert steht im Testfazit deshalb stark im Vordergrund: Der Epiq misst 4,17 Meter in der Länge und soll dennoch innen ein „für die Klasse üppiges Raumgefühl“ bieten. Für den Fond nennt der Bericht 973 mm Kopffreiheit und dazu eine spürbare Beinraum-Funktionalität für Einkäufe und Kinderwagen. Der Kofferraum erreicht 475 Liter nach VDA-Norm. Damit setzt Skoda im selben Segment ein klares Ausrufezeichen, weil Vergleiche aus dem Test ebenfalls konkrete Zahlen nennen: Ein Kia EV2 kommt demnach auf 365 Liter, der Leapmotor B03X auf 302 Liter. Zusätzlich existiert ein großer Stauraum unter dem Kofferraumboden, der fast kniehoch ist und sich laut Test besonders dafür eignet, das Kabel-„Wirrwarr“ unkompliziert zu verstauen. Ein Frunk unter der Motorhaube gibt es zwar noch nicht, aber Skoda soll bestätigt haben, dass er später in der Produktion nachrüstbar angeboten werden soll; dann ist von 25 Litern Volumen für das vordere Gepäckfach die Rede.

Beim Thema Assistenzsysteme und Bedienphilosophie zeigt sich der Epiq ebenfalls konsequent „alltagstauglich“, aber nicht überall maximal komfortabel aus Konfigurationssicht. Laut vorliegenden Angaben sind ab der günstigsten Version „Essence“ Funktionen wie Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte- und Spurwechselassistent sowie ein Aufmerksamkeitswarner serienmäßig. Eine Rückfahrkamera kommt demnach erst ab „Essence“, ebenso gilt das für den Fernlichtassistenten, während ein adaptiver Tempomat das Travel-Assist-Paket für 1.250 Euro erfordert – unabhängig von der gewählten Ausstattungslinie. Positiv wirkt außerdem die Bedienung über Tasten: Heizung, Klima und Fahrmodi sind auf einer eigenen Leiste unterhalb der Lüftung platziert. Gerade für Nutzerinnen und Nutzer, die im Fahrzeug nicht dauerhaft im Menü- oder Display-Modus arbeiten wollen, kann das in der täglichen Bedienlogik einen spürbaren Unterschied machen.

Im Marktvergleich richtet sich der Epiq zudem gegen sehr direkte Preisanker. Als unmittelbare Konkurrenz werden im Test Kia EV2 (26.600 Euro, 42,2 kWh), Citroën e: C3 (23.300 Euro, 44 kWh), Fiat Grande Panda Electric (24.990 Euro, 44 kWh) sowie Renault 4 E-Tech electric (29.400 Euro, 40 kWh) genannt. Die entscheidende Frage ist dabei weniger, wer theoretisch das attraktivste Datenblatt hat, sondern wer im Alltag die beste Kombination aus Reichweitengefühl, Ladedynamik und Gesamtpreis liefert. Genau deshalb ist die Test-Rohdatenbasis relevant: Nach knapp 100 Kilometern zeigte das Fahrzeug 16,2 kWh/100 km. Unter Berücksichtigung der nutzbaren Akkukapazität würde das bei moderatem Tempo grob auf etwa 320 Kilometer hinauslaufen, wobei der Bericht ausdrücklich betont, dass Ladeverluste nicht mitgerechnet wurden und Höhenunterschiede in dieser kurzen Runde nicht ausgeglichen werden konnten. Neben Verbrauch und Ladeverlauf verankert der Epiq damit seine Attraktivität vor allem im „Alltagsnutzwert“ – und könnte, sofern die Reichweiten- und Ladeleistungen im Volltest ähnlich ausfallen, tatsächlich Druck auf etablierte Bestseller im Einstiegsegment ausüben.


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