LONDON (IT BOLTWISE) – DRAM soll 2027 erneut teurer werden, weil sich die Speicher-Knappheit durch KI-getriebene HBM-Nachfrage weiter verschärft. Apple zahlt laut den vorliegenden Angaben bereits 1,50 US-Dollar pro Gb und soll für 2027 bei 2,00 US-Dollar pro Gb landen. Der Druck trifft nicht nur klassische DRAM-Produkte, sondern wirkt indirekt über die begrenzte Fertigungskapazität für große Wafer in die Smartphone-Preise. Offen bleibt, ob Apple die Preissprünge über Lagerstufen, Speichergrößen oder neue Modell-Preisanker steuert.

Die Diskussion um Speicherpreise wirkt in diesem Jahr noch wie ein Randthema neben GPU-Kapazitäten und Cloud-Budgets. Trotzdem dürfte sie 2027 für mehr als nur höhere Einkaufsrechnungen sorgen: In den vorliegenden Angaben wird von einem DRAM-Preisniveau von 2,00 US-Dollar pro Gb für das kommende Jahr ausgegangen, nachdem aktuell 1,50 US-Dollar pro Gb gezahlt werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die einzelne Zahl, sondern die Annahme, dass Angebot und Nachfrage erneut auseinanderlaufen. Genau in diese Lücke hinein argumentiert die Quelle, dass eine Entspannung erst später in Sicht ist und Preisanpassungen wahrscheinlicher werden.
Apple wird in diesem Kontext als besonders wichtiges Fallbeispiel dargestellt, weil der Konzern im Zweifel nicht denselben Spielraum hat wie etwa reine Server- oder Rechenzentrumsanbieter. Die Kernidee lautet: In vielen KI-Workloads entsteht hoher Bedarf an speicherintensiven Systemen, während die Industrie zugleich nur begrenzt Kapazitäten für die Fertigung bereitstellt. In der Quelle wird zudem ein früherer Hinweis von Tim Cook aufgegriffen: Er habe die KI-getriebenen RAM-Knappheiten als „100-year flood“ bezeichnet und damit verbunden gesehen, dass Produktpreise steigen würden. Schon die bisherigen Preisanpassungen seien in der Breite für mehrere Apple-Produkte spürbar gewesen, während beim iPhone zum Zeitpunkt der September-Änderungen eine zusätzliche Schwelle von 100 US-Dollar erwähnt wird.
Technisch lässt sich die Gemengelage so beschreiben: Verbraucher-DRAM und KI-„High Bandwidth Memory“ (HBM) werden zwar nicht identisch eingesetzt, aber sie konkurrieren in der Fertigung indirekt um Ressourcen. HBM adressiert vor allem Rechenzentrumsanforderungen, etwa bei Beschleunigern und großen Train- oder Inferenzclustern. Je mehr HBM-Nachfrage die KI-Industrie anmeldet, desto weniger Herstellungsspielraum steht für DRAM-Kontingente für Konsumelektronik zur Verfügung. Gleichzeitig wird argumentiert, dass man RAM aus dem Rechenzentrumsumfeld nicht einfach in Smartphone-Formate „zurückschneiden“ kann. Sobald Fertigungsschritte an die Größenordnung großer Wafer und an die Auslegung für Rechenzentrumsprodukte gebunden sind, gehen wichtige Prozess-Flexibilitäten verloren.
Der Marktmechanismus dahinter ist in der Quelle mit einer Art Vorfinanzierungslogik verknüpft: Die genannten KI-Investitionszyklen würden nicht nur Chips und Module nachfragen, sondern auch Infrastruktur und Anlagen „vorziehen“. Dazu gehört in der Darstellung auch das Land- und Anlagen-„Vorausbuchen“ sowie das Pre-Ordering von Speicher und weiterer Rechenleistung für Rechenzentren, die zum Teil noch nicht gebaut sind. Aus Sicht der Angebotsseite bedeutet das: Produktionslinien werden für bestimmte Zeitfenster gebunden, während gleichzeitig ein anderer Teil der Lieferkette – etwa die Fertigung, die am Ende in Smartphones und Laptops landet – nicht im gleichen Tempo mitziehen kann. Genau deshalb verschiebt sich das Preisniveau laut Quelle weiter nach oben, statt zu stabilisieren.
Konkreter wird es bei den erwarteten Angebots- und Nachfragesprüngen. Laut den vorliegenden Angaben soll die Nachfrage im relevanten Zeitraum um 36,2 % zunehmen, während das Angebot lediglich um 19,3 % steigen soll. Damit vergrößert sich die Lücke zwischen beiden Größen: Sie soll sich von -8,1 % im Jahr 2026 auf -13,6 % in 2027 verschlechtern und auch bis in die erste Hälfte von 2028 anhalten. In der Praxis heißt das: Selbst wenn einzelne Fabriken anfahren oder Kapazitäten hochskalieren, bleibt die relative Unterversorgung vermutlich lang genug bestehen, um weitere Preisdruckwellen auszulösen. Entsprechend wird für 2027 ein weiterer Preisschritt als „no doubt“ beschrieben – allerdings ohne Details dazu, ob Apple die nächste Runde über Basismodelle, Speichervarianten oder bestimmte Preispunkte abfedert.
Für Apple ist die Entscheidung in der Quelle weniger eine Frage des „Ob“, sondern eher des „Wie“. Es wird darauf verwiesen, dass der Konzern Preiserhöhungen zunächst über Supply-Chain-Management abgemildert habe und zeitweise Kosten selbst geschluckt habe. Die Preiserhöhungen im Juni werden dann als eine Art Endpunkt nach Monaten des Verschiebens charakterisiert. Für die nächste Phase bleibt deshalb offen, ob Apple etwa die Speicherstufen stärker anhebt, wodurch die effektive DRAM-Kostenbelastung pro Gerät sichtbar wird, oder ob sich der Konzern wieder stärker über Komponentenmengen und Einkaufskonditionen optimiert. Gleichzeitig zeigt sich an Einzelfällen, dass selbst bestehende Produktlinien schnell in eine neue Kostenrealität geraten können, etwa wenn bei höheren RAM- oder Speichergrößen bereits heute deutlich über 10.000 US-Dollar genannte Beträge erreicht werden.
Welche strategische Bedeutung das hat, zeigt sich auch an der breiteren Debatte über KI-„Blasen“. In der Quelle wird eine Argumentation skizziert, wonach die versprochene Nachfrage nach Features, die noch nicht vollständig existieren, zu Investitionsgeldern führt, die Hardware abnehmen, bevor die entsprechenden Anwendungen marktreif und skalierbar sind. Ob man diese Sichtweise teilt oder als zugespitzt einordnet: Für die Hardwarebeschaffung ist der Effekt plausibel. Wenn Rechenzentren mit hoher Kapitalbindung geplant werden, entstehen in der Übergangsphase Engpässe in konkreten Komponenten – und genau diese Übergangsphase kann sich über mehrere Kalenderjahre ziehen. Für Verbrauchergeräte bedeutet das: „KI-Preise“ werden nicht nur über Software-Mehrwerte transportiert, sondern schlagen bis in die BOM-Struktur hinein.
Am Ende steht damit eine neue Art von Zeitachse: Nicht die Veröffentlichung neuer KI-Funktionen bestimmt sofort die Kostenkurve, sondern die Beschaffungsrealität der zugrunde liegenden Speichermodule. Für Unternehmen, die Apple-Ökosysteme einsetzen oder Budgets für Gerätezyklen planen, heißt das, die Hardwarekalkulation stärker als bisher auf mehrere Taktungen auszurichten. Wenn 2027 erneut ein Preisniveau um 2,00 US-Dollar pro Gb erwartet wird und die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in den nächsten Quartalen eher bestehen bleibt, dürfte das auch in den nachgelagerten Produktanpassungen sichtbar werden. Die Quelle nennt als Ausblick bereits ein Fortsetzen der Preiserhöhungen in das neue Jahr hinein und deutet an, dass mit dem Start neuer iPhone-Generationen weitere Änderungen möglich seien.
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