LONDON (IT BOLTWISE) – Fritz OS 8.40 bringt eine neue DNS-Filterfunktion direkt in die FRITZ!Box. Damit können Router-Anfragen an Werbe-Domains schon vor dem Aufruf externer DNS-Server blockiert werden. Der Smart-TV bekommt anschließend keine passenden Antworten und zeigt im Homescreen keine Werbebanner an. Für Nutzer entfällt damit oft das bisherige Setup mit Pi-hole oder ähnlichen Umwegen.

Wer Smart-TVs ausliefern lässt, nimmt inzwischen auch den Homescreen ins Visier: Viele Geräte holen Werbung bereits ab Werk direkt über das lokale Heimnetzwerk ab. Genau an dieser Stelle setzt Fritz OS 8.40 an, indem es nicht beim Fernseher selbst startet, sondern am Router. Statt den Zugriff auf unerwünschte Inhalte über einen separaten Dienst im Heimnetz zu steuern, kann die FRITZ!Box künftig DNS-Anfragen selektiv stoppen und damit verhindern, dass Werbedomains überhaupt erst bis ins externe Internet durchgereicht werden.
Technisch betrachtet funktioniert das wie ein „Telefonbuch“-Schalter im Hintergrund: Sobald eine Web-Adresse wie google.com aufgerufen wird, vermittelt der Domain Name Service (DNS) zwischen Namen und IP-Adresse. Geräte fragen dabei einen DNS-Server, welche Nummer sie für einen bestimmten Domain-Namen verwenden sollen. Fritz OS 8.40 überprüft diese Anfragen laut Beschreibung vor dem Weiterleiten an den externen DNS-Server gegen eine hinterlegte Liste. Stimmen Domain-Namen mit Einträgen in der Filterliste überein, werden sie gar nicht erst weitergereicht.
Für den Smart-TV bedeutet das unmittelbar weniger Anzeigen: Wenn der Fernseher etwa eine Domain abfragt, die für die Auslieferung bestimmter Werbeinhalte zuständig ist, bleibt die Antwort aus. Ohne diese DNS-Auflösung kann der TV die Inhalte nicht erreichen und damit auch keine Werbebanner nachladen. Der Effekt ist dabei nicht auf eine einzelne App begrenzt, sondern kann das gesamte Heimnetz betreffen, sofern die DNS-Anfragen über die FRITZ!Box laufen. In der Praxis ist das ähnlich gedacht wie klassische Werbeblocker auf DNS-Ebene, nur dass der Router die Filterlogik übernimmt.
Damit das klappt, muss Fritz OS 8.40 allerdings zuerst auf die passende FRITZ!Box gelangen. Das Update befindet sich laut Quelle noch in der Beta-Phase, wird also nicht automatisch auf allen Geräten installiert. Wer testen will, lädt die Laborversion von der Hersteller-Webseite herunter und spielt sie manuell ein. Wer lieber auf Stabilität setzt, sollte auf die reguläre Veröffentlichung warten und erst dann umstellen, weil Laborversionen naturgemäß mehr Entwicklungs- und Fehlerpotenzial mitbringen können.
Konkrete Unterstützung gibt es für mehrere Modellreihen. Zu den genannten Glasfaser-Fritzboxen zählen 5690 Pro, 5690 XGS und 5690, außerdem 5590 Fiber. Bei den DSL-Varianten nennt die Quelle 7690, 7630 sowie 7590 AX und 7590, außerdem 7530 AX. Für Kabel nennt der Text 6690 Cable, 6670 Cable und 6660 Cable; zusätzlich wird ein Abschnitt für Mobilfunk-Fritzboxen aufgeführt, darunter 6850 5G, 6850 5G v2, 6850 4G und 6850 LTE. Wichtig ist in jedem Fall, dass das eigene Modell tatsächlich zu den aufgeführten Varianten gehört, bevor man den Installationsschritt startet.
Die Installation der Laborversion läuft über das FRITZ!Box-Webinterface. Dazu lädt ihr das ZIP-Archiv herunter, entpackt es und wählt anschließend in der Oberfläche unter „System“ und „Update“ die Option „Update aus Datei starten“. Nach der Auswahl einer passenden.image-Datei fordert die FRITZ!Box üblicherweise ein Backup eurer aktuellen Einstellungen an, das ihr nach Anleitung unbedingt speichern solltet. Der Update-Vorgang dauert laut Beschreibung ein paar Minuten, weil der Router nach dem Update neu startet; das Browserfenster könnt ihr dabei offenlassen und anschließend direkt mit der weiteren Konfiguration fortfahren.
Für die eigentliche Werbeblockierung braucht ihr dann noch eine DNS-Filterliste. Solche Listen gibt es in Community- und Projektarchiven; als erste Anlaufstelle wird etwa die Liste „hagezi/dns-blocklists“ auf GitHub genannt. In dem beschriebenen Test soll eine Roku-Liste den großen Werbebanner auf dem Roku-Homescreen ohne Probleme unterdrücken, während bei einem Samsung-Smart-TV die gleiche Liste offenbar bessere Ergebnisse erst mit einer anderen Konfiguration erzielte. Praktisch heißt das: Je nach Smart-TV-Plattform (etwa RokuOS, FireOS oder webOS) funktionieren Listen unterschiedlich gut, weil Domainnamen und Ladewege variieren können.
In der FRITZ!Box bindet ihr die Liste unter „Heimnetzwerk“ und „Netzwerk“ ein. Dort geht ihr in die Netzwerkeinstellungen, scrollt zu „Erweiterte Netzwerkeinstellungen ändern“, wählt „DNS-Filter“ und ergänzt eine „Filterliste“. Ihr gebt der Liste einen Namen, fügt die URL der gewünschten Filterliste ein, klickt „Hinzufügen“ und aktiviert sie anschließend, indem ihr bis ganz nach unten scrollt und „Übernehmen“ auswählt. Damit ihr die Wirkung seht, startet ihr danach den Smart-TV neu; idealerweise sollten die Werbebanner im Menü dann verschwinden, weil die relevanten DNS-Anfragen nicht mehr erfolgreich aufgelöst werden.
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