RENO / LONDON (IT BOLTWISE) – Reno Startup Week geht Ende September in die vierte Runde und bringt Gründerinnen und Gründer aus der Region in neue Formate zusammen. Mehr als 70 Fireside Chats und Diskussionen decken Themen wie Kapital, Gründer-Wellbeing, Technologie und KI in Unternehmen ab. Die Veranstaltungsorte wechseln vom bisherigen Experience District auf zusätzliche Räume wie das Kiln-Coworking und den Makerspace The Oddie. Erwartet wird von 2025 mit 1.400 Teilnehmenden eine Steigerung auf rund 2.000 in diesem Jahr.

Reno Startup Week tritt mit der vierten Auflage Anfang Herbst breiter denn je auf: Nachdem das Format früh am University of Nevada, Reno Innevation Center gestartet ist und später mehrere Stationen im Reno Experience District sowie bei Basecamp gefunden hat, rücken in diesem Jahr zusätzliche Räumlichkeiten in den Mittelpunkt. Laut Veranstalterrolle übernimmt dabei auch das von Kiln aufgebaute Coworking-Umfeld eine tragende Funktion. Konkreter Zeitrahmen: Die Events laufen vom 28. September bis zum 2. Oktober und verteilen sich über mehrere Standorte in Midtown, am Reno Public Market, bei Aha Projects sowie im Sparks-Teil des The-Oddie-District.
Die inhaltliche Klammer ist dabei weniger „Tech-Show“, sondern praktisches Lernen am lebendigen Beispiel: Für die diesjährige Ausgabe sind fast 70 Fireside Chats und Diskussionen angekündigt, die sich an regionale Business-Entscheider und Gründer richten. Themenblöcke reichen von der Finanzierung über Founder Wellness bis hin zu Technologie und Innovation. Besonders auffällig ist die Rolle von Künstlicher Intelligenz: Die Programmbeschreibung adressiert ausdrücklich den Einsatz von KI im Business, also weniger den Tech-Demo-Charakter, sondern den Weg von Erkenntnissen zur Anwendung in Unternehmen. Das passt zur Zahlendynamik der Veranstaltung: 2025 nahmen mehr als 1.400 Personen teil, in diesem Jahr wird „näher an 2.000“ erwartet.
Auch die Ausgestaltung des Programms deutet auf ein bewusst niedrigschwelliges Wissensformat hin. Der Direktorin des Office of Entrepreneurship für das Economic Development im Governor’s Office zufolge können Teilnehmende je nach Informationsbedürfnis leichter zwischen thematischen Tracks wechseln, statt ein homogenes Einheitsprogramm zu „konsumieren“. Als inhaltliches Versprechen nennt sie die lokale Dichte an Gründerstories: Viele Sessions seien darauf ausgelegt, Erfahrungen mit anderen zu teilen, statt nur Folien zu präsentieren. Gleichzeitig taucht das Thema Skalierung nicht nur als abstrakter Wachstumsgedanke auf, sondern wird in einzelnen Beiträgen konkret: So hostet Send Cut Send-Gründer Jim Belosic eine Session zum Thema Scaling – vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen als Custom-Manufacturing-Enterprise nach Angaben der Quelle seit dem achten Jahr eine Bewertung von 1 Milliarde US-Dollar erreicht hat.
Technisch betrachtet zeigt die Programmstruktur, wie ein Startup-Event den Weg von „Konzept“ zu „Umsetzung“ abbilden kann: Durch die Kombination aus Keynote, mehrsprachigen Side-Sessions und späteren Pitch-Formaten wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Anschlussfähigkeit erzeugt. Am Montag startet ein Eröffnungskeynote-Block von 11:30 bis 13:00 Uhr am Peppermill mit Dr. Chuy Cepeda, der laut Programm „Amplify“ nutzt, um KI zu entmystifizieren und „AI clarity“ zu liefern. Ergänzend folgt am Dienstag eine Session in Spanisch (1:30 bis 3:30 Uhr) am Reno Public Market, explizit mit dem Ziel, die große Latino-Community der Region stärker einzubinden.
Ab dem späten Nachmittag kippt das Programm von reiner Wissensvermittlung hin zu Bühne und Wettbewerb. Mehrere Headline-Events sind für Montag und Dienstag in der späten Tageshälfte geplant, darunter ein Bar-Crawl von 5:30 bis 8:30 Uhr in Midtown mit Start am Standort von Marmott Properties (960 S. Virginia St.). Dienstagabend steht dann „Comida & Community“ von 5 bis 10 Uhr am Reno Public Market im Kalender. Am Mittwoch verschiebt sich der Fokus erneut: Neben einem sozialen Anteil rückt das Startup World Cup Live Pitch Competition-Format in den Vordergrund, ausgerichtet bei Aha Projects (199 E. Moana Lane). Zehn Reno-Finalistinnen und -Finalisten erhalten die Chance, sich für das Startup World Cup Grand Finale in San Francisco in der ersten Novemberwoche zu qualifizieren.
Der Abschluss-Block greift schließlich das Thema „Erfinden und Bauen“ stärker auf als nur „Gründen und Pitching“. Der Donnerstag steht unter dem Titel „Entrepreneurs Playground“ im The Oddie District in Sparks. Mit 223.000 Quadratfuß wird der Ort laut Programm als weltweit größter Makerspace und Innovation Campus beschrieben; für Startup Week bedeutet das: Auftakt über ein Panel mit drei Reno-Makern, anschließend ein Programm aus Aktivitäten im „Playground“. Dass The Oddie District, Aha Projects und Kiln in dieser Saison als zusätzliche Locations hinzugekommen sind, wird in der Quelle vor allem mit dem gemeinsamen „Startup-Milieu“ begründet – Orte, an denen lokale Gründer und Startups ohnehin zusammenkommen. Genau diese Alltagsnähe macht den Unterschied, wenn aus einem Event eine wiederkehrende Lern- und Netzwerkmaschine werden soll.
Für Unternehmen und Gründungsinitiativen in der Region lässt sich daraus ein klarer Nutzen ableiten: Reno Startup Week bietet laut Veranstalterseite „free resources“ und „free information“ – also auch dann wertvollen Input, wenn kein formeller Investorenpitch ansteht. Als Präsentationspartner tritt GOED auf, um den Transfer „der wichtigsten Akteure“ der Community zu den Unternehmern zu unterstützen. Damit adressiert die Veranstaltung zugleich eine typische Lücke in frühen Wachstumsphasen: Teams benötigen nicht nur Produkte, sondern belastbares Know-how zu Kapitallogik, Team- und Gesundheitsfragen, Technologieentscheidungen sowie zur konkreten Nutzung von KI. Unterm Strich dürfte die Mischung aus Keynote, mehrsprachigen Lernformaten, Pitch-Wettbewerb und Makerspace-Umgebung dazu führen, dass sich Wissen schneller in Projekte übersetzen lässt – und genau das ist für viele Startups die entscheidende Phase zwischen „Idee“ und „skalierbarer Umsetzung“.
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