LONDON (IT BOLTWISE) – Der Xtrackers EUR High Yield Corporate Bond UCITS ETF 1C erzielte laut Quelle in den vergangenen 36 Monaten eine Gesamtrendite von 19,0 Prozent. Damit liegt der Fonds klar über ETFs für kurzlaufende Staatsanleihen, Investment-Grade-Unternehmensanleihen und ESG-geprüfte Staatsanleihen aus der Eurozone. Entscheidend ist die Kombination aus hohen laufenden Kupons und dem Zusammenspiel von Risikoaufschlägen sowie historisch niedrigen Ausfallraten. Gleichzeitig macht das Modell deutlich, dass das reale Ausfallrisiko einzelner Emittenten das Kernthema bleibt.

Wer auf der Suche nach Rendite in einem Anleiheportfolio ist, landet bei Hochzinsanleihen (High-Yield-Bonds) oft schneller als gedacht. Der Grund ist in der Logik der Kapitalmärkte angelegt: Unternehmen unterhalb des Investment-Grade-Ratings zahlen ihren Gläubigern höhere Zinsen, weil sie für die großen Ratingagenturen als spekulativ gelten und damit ein erkennbar höheres Ausfallrisiko tragen. Genau an dieser Stelle setzt der Xtrackers EUR High Yield Corporate Bond UCITS ETF 1C an und wird in der Quelle über eine beachtliche Performance eingeordnet: Über 36 Monate wird eine Gesamtrendite von 19,0 Prozent genannt. Im gleichen Zeitraum werden Renditen von 6,3 Prozent für einen ETF auf kurzlaufende Staatsanleihen, 12,6 Prozent für Investment-Grade-Unternehmensanleihen aus der Eurozone und 6,1 Prozent für ESG-geprüfte Staatsanleihen gegenübergestellt.
Technisch betrachtet ist der Unterschied weniger „magisch“ als strukturell: Der Fonds bildet laut Quelle den Markit iBoxx EUR Liquid High Yield Index ab. In diesen Index gelangen laut Beschreibung die größten und liquidesten auf Euro lautenden Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb Investment Grade, unabhängig davon, ob der Emittent seinen Sitz in Europa hat oder außerhalb. Für die Indexaufnahme gelten dabei konkrete Kriterien: Die Anleihe braucht ein mindestens ausstehendes Volumen von 250 Mio. Euro sowie zum Aufnahmezeitpunkt eine Restlaufzeit zwischen 2 und 10,5 Jahren. Gleichzeitig werden mehrere ETFs genannt, die diesen Index abbilden, darunter Varianten anderer Anbieter. Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang die laufende Kostenquote: Der Xtrackers-Fonds kommt auf 0,20 Prozent pro Jahr, während die Konkurrenzprodukte in der Quelle jeweils auf 0,50 Prozent verortet werden; ein Amundi-Produkt wird mit 0,15 Prozent genannt, ist aber mit einem Fondsvolumen von 74 Mio. Euro noch nicht so etabliert wie der Xtrackers-Fonds.
Die Renditeerzählung wird in der Quelle anschließend über den Zeitverlauf plausibilisiert. Es heißt, der Fonds habe in den vergangenen drei Kalenderjahren durchgehend mindestens 4,7 Prozent erzielt und in einem Jahr sogar zweistellig. Für die vergangenen 36 Monate ergibt sich daraus in Summe 19,0 Prozent. Was Anleger daran als „Erklärung“ mitnehmen können, ist die Zerlegung in Komponenten: Einerseits zahlen Hochzinsanleihen typischerweise deutlich höhere Kupons, also laufende Zinszahlungen, die sich im Marktumfeld relativ schnell in die Rendite übersetzen. Andererseits werden in den letzten Jahren auch die Risikoaufschläge angesprochen, also die Renditedifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen. Wenn sich solche Risikoaufschläge verengen, können Anleihekurse zusätzlich steigen. Gleichzeitig betont die Quelle, dass Ausfallraten europäischer Hochzinsemittenten zuletzt historisch niedrig gewesen seien und dass die Risikoaufschläge inzwischen am unteren, engen Ende ihrer historischen Spanne angekommen seien. Das verschiebt die Erwartung: Marktbeobachter rechnen eher damit, dass ein größerer Teil künftiger Rendite aus den laufenden Kuponzahlungen kommt, während Rückenwind durch weiter sinkende Risikoaufschläge weniger stark ausfallen dürfte.
Damit rückt das eigentliche Risiko von High Yield in den Fokus: Nicht die „Zinsvolatilität“ dominiert wie bei Staatsanleihen, sondern das reale Ausfallrisiko einzelner Emittenten. Geraten enthaltene Unternehmen in eine finanzielle Schieflage oder müssen sogar Insolvenz anmelden, kann der Wert der jeweiligen Anleihe deutlich fallen oder im Extremfall ausfallen. Die Quelle illustriert das an drei Positionen, die für den Charakter des Fonds stehen: Als größte Position wird eine CoreWeave-Anleihe mit 8,5 Prozent Zins und Fälligkeit im Juli 2032 genannt. CoreWeave wird als US-Anbieter für Cloud-Rechenleistung beschrieben, spezialisiert auf Grafikprozessoren für das Training und den Betrieb von KI-Modellen, mit Kundenbezug u. a. zu OpenAI. Die zweite und dritte Position werden Fibercop (5,4 Prozent Kupon) und VMed O2 UK Financing (5,6 Prozent Kupon) zugeordnet, jeweils als kapitalintensive Infrastruktur- bzw. Telekommunikationsfinanzierungen. Der gemeinsame Nenner ist nicht nur der Kupon, sondern die Abhängigkeit vom jeweiligen Geschäftsmodell: CoreWeave hängt laut Darstellung stark am weiteren Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten im KI-Boom, während Infrastrukturbetreiber eng an die Tragfähigkeit ihrer Verschuldung und Investitionspläne gekoppelt bleiben.
Für die Portfolio-Praxis ist aber entscheidend, wie stark ein einzelner Ausfall den Gesamtertrag treffen kann. Der Fonds streut laut Quelle auf 661 enthaltene Anleihen; dadurch wirkt sich der Ausfall eines einzelnen Emittenten nur begrenzt auf den Gesamtfonds aus. Bemerkenswert ist zudem die beobachtete Schwankungsbreite: In den vergangenen fünf Jahren lag sie beim Xtrackers-Fonds laut Quelle durchgehend niedriger als bei den zuvor genannten, konservativeren Anleihenarten. Erklärt wird das durch zwei Mechanismen, die auch in der Anleihe-Praxis immer wieder auftauchen: Hochzinsanleihen besitzen tendenziell kürzere Restlaufzeiten als viele Staats- oder Investment-Grade-Anleihen und reagieren dadurch weniger empfindlich auf allgemeine Zinsänderungen. Gleichzeitig seien Kreditrisiken im Hochzinsbereich zuletzt offenbar kaum in spürbaren Kurssprüngen sichtbar geworden. Für Investoren heißt das: Das Risikoprofil bleibt real, aber es manifestiert sich anders als bei „klassischen“ Zinswetten.
Damit lässt sich der Fonds auch zielgenau einordnen. Die Quelle ordnet ihn vor allem für Anleger ein, die einen Teil ihres Anleihenportfolios bewusst in Richtung höherer, laufender Erträge drehen wollen und dafür ein spürbar höheres Kreditrisiko akzeptieren. Als Beimischung zu einem Depot aus sichereren Anleihen und Aktien soll der Fonds zusätzliches Renditepotenzial erschließen, ohne das gesamte Portfolio auf ein einzelnes Risiko auszurichten. Praktisch bedeutet das: Wer High Yield in die Asset-Allokation integriert, profitiert am ehesten dann, wenn laufende Kupons über Zeit dominieren und gleichzeitig die Kreditqualität der Emittenten nicht strukturell kippt. Gerade weil Risikoaufschläge bereits eng sind, wird die zukünftige Renditeentwicklung eher am Timing der Kuponerträge und an der Belastbarkeit der Emittenten hängen als an der reinen Aussicht, dass Risikoaufschläge noch deutlich weiter fallen könnten.
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