LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft warnt IT-Administratoren vor Verbindungsproblemen bei Always On VPN nach den September-2026-Sicherheitsupdates für Windows 11. Betroffene VPN-Verbindungen können im Status „Connecting“ hängen, wiederholt ohne Erfolg verbinden oder den Fehler „The specified port is already in use“ anzeigen. Als vorübergehende Entlastung empfiehlt der Hersteller, die automatische Protokollauswahl für den Always-On-VPN-Tunnel auf ein einziges Protokoll zu begrenzen (SSTP oder IKEv2). Für die permanente Lösung laufen laut Microsoft weitere Arbeiten, während parallel weitere Update-Effekte gemeldet wurden.

Microsoft hat IT-Administratoren darauf vorbereitet, dass die Sicherheitsupdates vom September 2026 in Windows 11 Probleme mit der Funktion „Always On VPN“ auslösen können. Always On VPN ersetzt in vielen Unternehmen die ältere DirectAccess-Technologie und baut automatisch einen gesicherten Tunnel zurück ins Firmennetz auf, sobald sich ein Gerät ins Internet einwählt. Die Meldung richtet sich an Organisationen mit gemischten Geräteumgebungen, denn die Lösung funktioniert laut Hersteller sowohl mit domänengebundenen als auch mit nicht domänengebundenen Endpunkten und auch mit Microsoft Entra ID–Verknüpfungen.
Im Kern beschreibt Microsoft einen Fehlerbild-Mechanismus, der besonders dann auffällt, wenn Always On VPN bei einem anfänglichen Verbindungsversuch auf eine alternative Methode umschalten soll. Konkret nennt der Hersteller Szenarien, in denen eine automatische Protokollauswahl genutzt wird – etwa über IKEv2 und SSTP im Wechsel. In diesen Fällen könne es passieren, dass die betroffenen VPN-Verbindungen dauerhaft im Status „Connecting“ verbleiben und wiederholt erneut versuchen, eine Verbindung aufzubauen, ohne dass der Tunnel erfolgreich steht. Bei weiteren Verbindungsversuchen kann zusätzlich die Meldung „The specified port is already in use“ erscheinen.
Damit ordnet sich das Problem eher in die Kategorie „Update verändert das Zusammenspiel“ ein als in eine generische Ausfallmeldung: Always On VPN arbeitet im Hintergrund und entscheidet pro Profil, welche Apps und Dienste die VPN-Verbindung nutzen dürfen. Technisch heißt das, dass die Implementierung der Tunnelaufbau-Logik und der Protokollwechsel in der betroffenen Update-Variante nicht zuverlässig mit der automatischen Auswahl zusammenpasst. Always On VPN unterstützt typischerweise moderne VPN-Protokolle wie IKEv2 und SSTP und lässt sich außerdem mit mehrstufiger Authentifizierung (MFA) betreiben, was den Sicherheitsnutzen der Lösung erklärt. Gerade weil die Authentifizierung und die Zustandsverwaltung im Hintergrund stattfinden, wirken sich solche Zustands- oder Port-Themen unmittelbar auf die Nutzererfahrung aus: Verbindungen bleiben aus oder hängen fest, statt nur einzelne Sessions zu verlieren.
Für die Einordnung ist wichtig, welche Update-Pakete laut Microsoft betroffen sind. Microsoft nennt als Ursprungsupdates unter anderem Windows 11 in den Versionen 26H1 mit KB5124012 sowie Windows 11 25H2 und 24H2 mit KB5124008. Diese Zuordnung hilft IT-Teams bei der schnellen Schichtung im Patch-Management: Wer Geräte entlang der Feature-Versionen und Build-Linien verwaltet, kann gezielt prüfen, ob die Always-On-VPN-Profile nach dem Update-Stand reproduzierbar betroffen sind, bevor weitere Änderungen an Firewall-Regeln oder Client-Policies vorgenommen werden.
Als kurzfristige Entlastung liefert Microsoft einen Workaround, der weniger eine „Rollback“-Strategie voraussetzt als vielmehr eine Einschränkung der Protokollflexibilität: IT-Administratoren sollen das Always-On-VPN-Profil von „automatische Protokollauswahl“ auf ein festes Protokoll umstellen. Der Hersteller empfiehlt dabei, entweder „SSTP only“ oder „IKEv2 only“ zu wählen – abhängig von der konkreten Umgebung und der bestehenden Konfiguration. Aus der Formulierung von Microsoft folgt auch, dass die Auswahl nicht zufällig getroffen werden sollte, sondern an den Anforderungen aus Deployment, Sicherheit und Infrastrukturpraktiken ausgerichtet werden muss. Die praktische Konsequenz für Betriebsteams ist klar: Sie gewinnen dadurch Planbarkeit im Verbindungsaufbau, reduzieren aber bewusst die automatische Ausweichlogik, die den Fehlerfall triggern kann.
Während Microsoft weiterhin an einer dauerhaften Lösung arbeitet, ordnet sich die September-Update-Welle in ein breiteres Muster von Nebenwirkungen ein. Der Hersteller nennt, dass die kumulativen Updates in dieser Phase auch mit weiteren Problemen verknüpft waren, darunter wiederkehrende Schwierigkeiten im Umfeld von Hyper-V sowie Störungen bei Remote Desktop Services und USB-Audio – jeweils adressiert über Notfall-Updates und zeitweise Umgehungen. Darüber hinaus berichten die Hinweise, dass es ebenfalls einen Workaround für ein separates Login-Problem gibt, bei dem manche Windows-11-Nutzer sich trotz gültiger Domänenanmeldeinformationen nicht anmelden können. Für IT-Leiter bedeutet das: Neben dem Always-On-VPN-Fall sollten sie ihre Release-Planung im September eng mit den Support-Hinweisen abgleichen und Regressionen systematisch über mehrere Produktbereiche hinweg beobachten.
Für die Unternehmenspraxis geht es dabei nicht nur um „funktioniert oder funktioniert nicht“, sondern um die Betriebssicherheit von Remote-Zugängen. Always On VPN ist häufig ein zentraler Baustein für den Zugriff auf Unternehmensressourcen, insbesondere wenn Mitarbeitende außerhalb des Firmen-Standorts arbeiten. Wenn Verbindungen hängen bleiben oder Port-Konflikte im Verbindungsaufbau auftreten, steigt der operative Druck, weil Nutzer keine „nur kurz wartenden“ Fehler hinnehmen können. Wer deshalb jetzt handelt, sollte den Workaround kontrolliert ausrollen, die betroffenen Update-Kombinationen anhand von KB-Nummern prüfen und anschließend die Verbindungsqualität für IKEv2- oder SSTP-fokussierte Profile gegen die eigenen Authentifizierungs- und Client-Policy-Annahmen testen. So lässt sich die Zeit bis zur finalen Fehlerbehebung überbrücken, ohne dass Patch-Management und Netzwerkbetrieb gegeneinander arbeiten.
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