HEIDELBERG / LONDON (IT BOLTWISE) – In Deutschland wird Ratenzahlung im Onlinehandel spürbar beliebter. Laut einer Umfrage von Verivox bevorzugen 15 Prozent der Befragten Bestellungen im Wert von 1.000 Euro in Raten statt sofort zu zahlen. Vor knapp zwei Jahren lag der Anteil noch bei neun Prozent. Besonders deutlich ist der Effekt nach Einkommensniveau: Unter 2.000 Euro netto entscheiden sich 23 Prozent für Raten, bei mindestens 4.000 Euro netto nur sieben Prozent.

Ratenzahlung ist im deutschen E-Commerce nicht mehr nur ein Nischenwunsch, sondern wird nach einer aktuellen Erhebung spürbar häufiger gewählt. Bei Onlinebestellungen im Wert von 1.000 Euro bezahlen 15 Prozent der Befragten bevorzugt in Raten. Das ist ein Anstieg gegenüber vor knapp zwei Jahren: Damals lag der Anteil den Umfrageangaben zufolge bei neun Prozent. Damit verschiebt sich der Zahlungswunsch weg von der reinen Sofortzahlung und näher an Modelle, die die Liquidität über mehrere Monatsraten strecken.
Technisch und organisatorisch bedeutet diese Entwicklung vor allem: Händler müssen Zahlungsstrecken unterstützen, die nicht nur „kassieren“, sondern auch eine risikobasierte Finanzierungslogik abbilden. Sobald Raten als Option angeboten werden, greifen zusätzliche Prozesse wie Bonitätsprüfung, Vertrags- und Zahlungsplan-Logik sowie die saubere Abstimmung von Rückabwicklung, Storno und Mahnprozessen. Genau in diesem Zusammenspiel liegt häufig die Differenz zwischen einer „Ratenoption auf dem Checkout“ und einem Ratenangebot, das sich für Kunden im Alltag zuverlässig anfühlt.
Die Umfrage zeigt zudem, dass sich die Zahlungspräferenzen klar nach Einkommen trennen. Von den Befragten mit einem Nettoeinkommen unter 2.000 Euro würden sich 23 Prozent für Ratenzahlung entscheiden. Bei Menschen mit einem Einkommen von mindestens 4.000 Euro nach Steuern und Abgaben liegt der Anteil dagegen nur bei sieben Prozent. Für Zahlungsanbieter und Händler ist das ein wichtiger Hinweis: Raten sind nicht universell, sondern wirken besonders in Kundensegmenten, in denen der Zahlungszeitpunkt stärker ins Budget schlägt.
Bei der Frage nach den beliebtesten Zahlungsmethoden bleibt jedoch die sofortige Zahlung dominierend. Für Onlinebestellungen ab 1.000 Euro wird weiterhin am häufigsten die Rechnung genannt: 29 Prozent der Befragten würden sich dafür entscheiden. Dahinter folgen PayPal mit 21 Prozent sowie Debit- und Kreditkarte mit jeweils 14 Prozent. Bemerkenswert ist zugleich die Staffelung über die Warenwerte: Bei kleineren Zahlungen von 25 oder 100 Euro sei PayPal jeweils klar die beliebteste Wahl, während Ratenzahlung dort vergleichsweise selten gewählt werde.
Damit entsteht für den Checkout-Bau eine praktische Konsequenz: Wer unterschiedliche Warenkörbe adressiert, sollte Zahlungsoptionen nicht nur „anbieten“, sondern nach Zielwerten und Kundentypen priorisieren. Eine frühe Entscheidung zugunsten von PayPal bei kleineren Beträgen spricht für eine geringe Hürde und schnelle Bezahlbarkeit. Raten dagegen funktionieren eher als „Budget-Tool“ bei größeren Summen, wo der Nutzen spürbar steigt. Für Unternehmen heißt das, dass sich Konversionsoptimierung nicht allein über UX-Feinschliff lösen lässt, sondern über das richtige Paket aus Zahlungslogik, Transparenz im Zahlungsplan und vertrauensbildenden Informationen im Checkout.
Die Datenlage kommt aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Innofact im Auftrag von Verivox. Befragt wurden im Juli 2026 insgesamt 1.002 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren über ein Online-Panel; laut den Angaben ist die Umfrage repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. Für die Marktperspektive ist das relevant, weil Ratenangebote zunehmend als Teil des Standardportfolios wahrgenommen werden könnten – nicht als „Sonderfall“, sondern als Option, die im Zahlungsdialog ebenso selbstverständlich auftaucht wie Rechnung oder Karten. Wie schnell sich daraus ein dauerhaftes Kundenverhalten entwickelt, hängt künftig stark davon ab, wie gut die Ratenstrecken in unterschiedlichen Shop-Setups integriert werden und wie transparent sie im Alltag kommunizieren.
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