DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – In Düsseldorf ist das Richtfest für „Leben am Sonnenpark“ gefeiert worden. Auf einem rund 6.300 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 209 Wohnungen, ein Co-Working-Space mit 40 Arbeitsplätzen und drei Ladenlokale an der Kölner Straße. Die Bauarbeiten gehen parallel voran: Der Rohbau ist abgeschlossen, während Gebäudehülle und technische Gebäudeausrüstung derzeit fertiggestellt werden. Die Gesamtfertigstellung ist für Mitte 2027 avisiert.

Mit dem Richtfest für „Leben am Sonnenpark“ rückt ein Projekt in Düsseldorf in den Fokus, das Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung bewusst in einem Quartiersansatz verschränkt. Entlang der Kölner Straße entsteht ein Ensemble mit 209 Wohnungen, ergänzt um einen Co-Working-Bereich sowie drei Ladenlokale. Der Rohbau gilt als abgeschlossen, während sich die Bauphase auf die Fertigstellung der Gebäudehülle und die Technische Gebäudeausrüstung verlagert. Bereits in den ersten Bauabschnitten läuft zudem der Innenausbau an, was angesichts der avisierten Gesamtdauer bis Mitte 2027 vor allem eines bedeutet: Die Schnittstelle zwischen Ausbaugewerken und technischen Systemen wird in den kommenden Monaten besonders eng getaktet sein.
Flächenmäßig basiert das Projekt auf einem 6.300 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem rund 17.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche realisiert werden. Etwa 14.000 Quadratmeter sind für Wohnzwecke vorgesehen; außerdem sieht das Konzept vor, dass 51 Prozent des Wohnraums öffentlich gefördert werden. Diese Aufteilung ist nicht nur ein sozialplanerisches Signal, sondern beeinflusst auch die Bau- und Ausstattungslogik: Geförderte Einheiten mit zwei bis fünf Zimmern müssen gleichzeitig wirtschaftlich skalieren und strikte Anforderungen erfüllen. Die Zielgruppen reichen dabei von Familien über Senioren bis hin zu Studierenden und Auszubildenden, also Menschen, die je nach Lebensphase sehr unterschiedliche Grundrisse, Stauraumprofile und Nutzungszeiten mitbringen.
Technisch und konzeptionell ist vor allem die Verbindung aus klassischem Wohnen und gemeinschaftlich organisierten Bereichen spannend. Das Schwesterunternehmen POHA House bringt hierfür ein Co-Living-Konzept ein, das Apartments, Wohngemeinschaften und gemeinsame Flächen zusammenführt. Dazu gehören eine Dachterrasse, Bereiche für Fitness und Yoga sowie ein Co-Working-Space mit 40 Arbeitsplätzen. Solche Flächen sind in modernen Wohnquartieren mehr als „Zusatzangebot“: Sie reduzieren Pendelwege in den Alltag und schaffen eine neue Nutzungslogik für Tageszeiten, in denen sonst viele Gebäudeanteile leer stehen würden. Ergänzend kommen Atelierwohnungen hinzu, die zum Innenhof ausgerichtet sind und ausdrücklich für kreatives Arbeiten und Ausstellungen ausgelegt werden.
Im Erdgeschoss setzt das Projekt auf eine aktive Nahversorgung, die nicht erst mit der späteren Vermietung „irgendwann“ anspringt, sondern bereits in der Planungslogik als Anker gedacht ist. Mehr als 3.100 Quadratmeter der Erdgeschosszone sind dafür reserviert. Mit Rossmann und Lidl konnten zwei Ankermieter gewonnen werden, die in der Fläche verankern, wie Bewohner einkaufen und Wege im Quartier organisieren. Ergänzt wird das Angebot durch die Bäckerei Bolten. In der Sprache der Projektentwicklung ist das eine klassische Quartiersstrategie: Handel im Erdgeschoss stabilisiert die Frequenz, während die Wohnnutzung tagsüber und abends zusätzliche Nachfrage erzeugt. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller ordnete das Vorhaben in den Kontext modernen und bezahlbaren Wohnens mit hoher Qualität ein, während Landmarken-Gründer Norbert Hermanns das Ziel betonte, nicht nur Räume, sondern Orte der Begegnung zu schaffen.
Auch bei Nachhaltigkeit und Mobilität verfolgt „Leben am Sonnenpark“ einen Ansatz, der technische Ausstattung und städtische Infrastruktur zusammenbringt. Die Dachflächen werden begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet; parallel entsteht eine Tiefgarage mit 105 Stellplätzen. Für die Mobilität wird zudem eine Erschließungsstraße zur Anbindung des Quartiers an den Sonnenpark gebaut. Dort richtet der städtische Anbieter CMD (Connected Mobility Düsseldorf) eine Mobilitätsstation ein, die vom Projektentwickler gefördert wird: Vorgesehen sind 20 Bikesharing-Räder, darunter sechs Lastenräder, Abstellflächen für Fahrräder und Scooter, eine Fahrrad-Reparaturstation sowie drei Carsharing-Stellplätze. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Lastenradnutzung und Reparaturstation, denn sie adressiert praktische Engpässe, die oft dafür sorgen, dass Sharing-Angebote im Alltag zwar verfügbar sind, aber selten konsequent genutzt werden.
Die Umsetzung erfolgt über Novia Baumanagement sowie die Bauunternehmung Aug. Prien. Die Architektur stammt vom Büro kister scheithauer gross architekten; der Entwurf ging aus einem Wettbewerbsverfahren als Sieger hervor. Für die Vermietung der geförderten Wohnungen ist die Landmarken-Schwester Stadtmarken GmbH zuständig. Damit wird das Projekt auch organisatorisch in Verantwortlichkeiten gegliedert, die für die nächste Projektphase relevant werden: Während der Innenausbau und die Technische Gebäudeausrüstung näher zusammenrücken, entscheidet die Abstimmung zwischen Bauleitung, Ausbaugewerken und Haustechnik häufig über Termin- und Qualitätsrisiken. Als Einordnung: „Leben am Sonnenpark“ ist das zweite Wohnprojekt von Landmarken in Düsseldorf, nach „GOL: D ECK“ mit 102 Wohnungen an der Lütticher Straße. Ein weiteres Vorhaben mit rund 450 Wohneinheiten an der Mindenener Straße befindet sich bereits in Planung, wodurch sich ein Muster erkennen lässt, wie das Unternehmen Quartiere zunehmend als „Betriebssystem“ aus Wohnen, Arbeit und Mobilitätsangebot versteht.
Für Unternehmen und Entwicklerteams liefert das Projekt damit eine praktische Blaupause dafür, wie sich moderne Bauvorhaben programmieren lassen: Öffentliche Förderung wird mit vielfältigen Grundrissen kombiniert, gemeinschaftliche Arbeitsflächen werden als Nutzungsanker integriert, und Sharing-Logik wird durch konkrete Infrastrukturelemente wie Lastenräder, Stellplätze sowie Reparaturmöglichkeiten unterstützt. Gleichzeitig lohnt ein nüchterner Blick auf die Umsetzung bis Mitte 2027: Genau in der Phase, in der Gebäudehülle und Technische Gebäudeausrüstung finalisiert werden, zeigt sich, ob die später geplante Betriebskomfort-Logik auch tatsächlich in der Praxis funktioniert. Wer ähnliche Quartiere plant, sollte deshalb besonders früh prüfen, wie Schnittstellen zwischen Haustechnik, Ausbau und Mobilitätsstation ablaufen, damit aus dem Konzept am Ende ein leiser, stabiler Alltagsbetrieb wird.
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