WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Exit51 positioniert sich als Berater für profitable Startup-Verkäufe mit Unternehmenswerten bis rund 10 Millionen Euro. Die Gründer- und Käuferseite bekommt dabei ein schlankes M&A-Modell inklusive KI-gestützter Recherche und Marktanalyse. Im Fokus stehen vor allem SaaS, E-Commerce und digitale Geschäftsmodelle, bei denen klassische Großberater oft zu wenig Anreiz sehen. Gesprochen wird außerdem konkret über ein typisches Profil von etwa 250.000 bis 1 Million Euro EBIT.

Wenn ein Startup verkauft wird, beginnt die eigentliche Arbeit selten mit der Unterzeichnung, sondern mit der Frage, wer überhaupt als Käufer infrage kommt und wie das Geschäft so strukturiert wird, dass sich der Aufwand lohnt. Genau an dieser Stelle setzt Exit51 an: Der Wiener Michael Jiresch begleitet Verkäufe profitabler Unternehmen bis zu einem Unternehmenswert von rund 10 Millionen Euro und adressiert damit das Segment, das für klassische M& A-Berater oft als „zu klein“ gilt. Seit 2024 ist Exit51 in diesem Bereich aktiv und rückt damit bewusst die sogenannten kleinen Exits in den Mittelpunkt, bei denen das Ergebnis für Gründerinnen und Gründer wirtschaftlich trotzdem sehr bedeutend sein kann. Für die Zielgruppe nennt das Unternehmen ein Profil aus vergleichsweise niedrigerer Komplexität bei gleichzeitig vorhandener Ergebnisqualität: typischerweise ein EBIT von etwa 250.000 bis 1 Million Euro bei Jahresumsätzen von bis zu rund 10 Millionen Euro.
Dass dieses Setup nicht zufällig gewählt ist, lässt sich auch an den Kategorien ablesen, die Exit51 in den Vordergrund stellt. Das Portfolio umfasst SaaS, E-Commerce, EdTech, digitale Gesundheitsangebote, Agenturen und allgemein technologiegetriebene Geschäftsmodelle. Die Logik dahinter ist technisch und kaufmännisch zugleich: Bei solchen Unternehmen steht häufig wiederkehrender Umsatz, eine klarere Leistungsmetriken-Landschaft und eine nachvollziehbare Customer-Journey im Vordergrund. Gleichzeitig entscheidet sich der Erfolg in kleineren Deals oft weniger an hochkomplexen Bewertungsfragen als daran, ob Käufer mit realistischem Synergie- und Integrationspotenzial gefunden werden. Genau deshalb argumentiert Jiresch mit Blick auf typische EBIT-Spannen: „Für einen Unternehmer kann der Verkauf eines Unternehmens mit 250.000 oder 500.000 Euro EBIT eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen seines Lebens sein. Für viele klassische M& A-Berater ist eine solche Transaktion dagegen zu klein“, sagt Jiresch.
Für die Markteinschätzung verweist Exit51 auf den Austrian Startup Monitor: Laut Ausgabe 2024 sind 38 Prozent der österreichischen Startups profitabel; die Ausgabe 2023 erfasste mehr als 3.400 seit 2012 gegründete Startups. Diese Zahlen sind nicht nur eine statistische Fußnote, sondern leiten die unternehmerische Denkweise der Dienstleistung ab. Wer viele Neugründungen sieht, braucht irgendwann auch Umwandlungs- und Exit-Pfade, und „profitabel“ ist dabei ein Schlüsselwort, weil es den Transaktionsradius erweitert: Ein Käufer kann eher mit stabileren Cashflows planen, und der Verkäufer startet nicht bei null. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb um Aufmerksamkeit in diesem Markt asymmetrisch: Große Investmentbanken bauen häufig Prozesse und Teams für größere Tickets, während kleinere Beratungen mit schlankeren Strukturen schneller agieren können. Das macht Exit51s Positionierung plausibel, solange die Fallauswahl diszipliniert bleibt und die Käuferansprache genügend Trefferquote liefert.
Im operativen Kern folgt Exit51 dem klassischen M& A-Prozess, aber mit dem Anspruch, die Kette effizient zu halten. Dazu gehören Erstgespräch und Verschwiegenheitserklärung, eine definierte Exit-Strategie, die systematische Käufersuche bei strategischen Käufern, Investorinnen und Investoren sowie Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Danach kommen Shortlist, erste Gespräche, Absichtserklärung und Due Diligence, bevor es in die Preisverhandlung und schließlich zum Signing und Closing mit Rechtspartnern geht. Der entscheidende Hebel für kleinere Transaktionen: Exit51 setzt auf ein schlankes Team und nutzt KI für Recherche, Marktanalyse, Käufer-Matching und Teile der Due Diligence. In der Verhandlung sowie im persönlichen Kontakt sollen dagegen die Menschen den Ton angeben. Damit wird KI vor allem als „Produktivitätsschicht“ verstanden, nicht als Ersatz für juristische Bewertung, Verhandlungsdynamik oder die Interpretation von Unternehmensstory und Datenqualität.
Technisch lässt sich diese Arbeitsteilung gut erklären. Recherche und Käufer-Matching profitieren davon, wenn Datenquellen schneller durchsucht und Muster zwischen Branchen, Umsatzprofilen oder Produktkategorien abgeglichen werden können. Marktanalysen werden dadurch weniger zeitkritisch, und bei Due Diligence-Teilbereichen kann KI etwa dabei helfen, Dokumente zu strukturieren oder Informationen schneller zu clustern. Trotzdem bleibt die Kernarbeit menschlich: Beim Blick auf KPIs, bei Fragen zur SaaS-Retention, bei E-Commerce-Unit-Economics oder bei der Bewertung von Wachstumsannahmen kommt es auf Plausibilitäten an, die sich nicht vollständig automatisieren lassen. Auch beim anonymisierten Blick auf bisherige Referenzen liefert Exit51 konkrete Anhaltspunkte: Das Team habe unter anderem eine B2C-Plattform für Gesundheitsbildung und eine B2C-Direktvertriebsplattform bei Exits mit Unternehmenswerten von mehr als 5 Millionen Euro begleitet. Zudem wird ein Fall genannt, in dem Exit51 bei einer Digitalagentur in ähnlicher Größenordnung Vorbereitung, Due Diligence und Preisverhandlung übernommen hat.
Interessant ist auch, wie konsequent Exit51 die Käuferseite mit Aufwand plant, etwa bei einer B2C-Online-Lernplattform: Dafür habe das Team rund 200 Unternehmen in Form einer Longlist aufgebaut und diese digital sowie telefonisch kontaktiert. Neben Exits nennt Exit51 außerdem Mandate ohne klassischen Exit-Fallabschluss: Beraten worden sei ein Logistik-Startup mit einem Unternehmenswert über 10 Millionen Euro sowie ein SaaS-Startup im E-Commerce bei Series-B-Finanzierungen. In der Gesamtarchitektur zeigt sich hier ein zweiter Vorteil kleinerer Beratung: Sie kann Expertise aus Vertrieb und Go-to-Market in die Bewertung einziehen. Michael Jiresch bringt dafür nach eigenen Angaben rund 15 Jahre M& A-Erfahrung auf Käuferseite in Konzernen mit, inklusive Suche nach Übernahmezielen, Due Diligence, Verhandlungen und operativer Führung übernommener Unternehmen; dazu kommen etwa fünf Jahre, in denen er Scale-ups beim Aufbau von Vertrieb und Go-to-Market-Strategien unterstützt hat. Sein Partner Johannes Angerer steuert Know-how aus digitaler Strategie, E-Commerce, Marketing und Vertrieb bei und war unter anderem im chinesischen E-Commerce-Markt tätig.
Exit51 ist mit dem Ansatz nicht allein: Für kleinere Verkäufe existieren in Österreich etwa die Nachfolgebörse der Wirtschaftskammer, und international haben sich Online-Marktplätze wie Acquire.com auf den Verkauf kleiner Software-Firmen spezialisiert. Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf die gesamte M& A-Branche, Prozesse stärker zu automatisieren, weil Datenvolumen und Dokumentenflut steigen. Ein Beispiel aus dem Tech-Umfeld liefert das finnische Startup Comparables.ai, das nach den Angaben im Text 6 Millionen Dollar einsammelte, um über KI Übernahmekandidaten aufzuspüren. Der Unterschied liegt häufig weniger in der Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie in die „letzte Meile“ integriert ist: In kleineren Deals entscheidet sich die Qualität am Ende daran, ob aus Recherche-Masse verwertbare Gespräche werden. Wenn Exit51 sein persönliches Begleitkonzept tatsächlich als Kern sichtbar macht und Honorare nicht öffentlich nennt, bleibt für Gründerinnen und Gründer zumindest eines klar: Es geht nicht nur um das Finden von Käufern, sondern um das Erreichen eines belastbaren Closing-Szenarios innerhalb einer Größenordnung, in der sich der Aufwand für alle Seiten realistisch rechnet.
Für Unternehmen in diesem Segment lautet die praktische Implikation: Wer einen Exit plant, sollte frühzeitig die Datenbasis und die eigene Käuferstory so aufbereiten, dass KI-gestützte Vorselektion und menschliche Due-Diligence-Arbeit ineinandergreifen. Das betrifft etwa klare Kennzahlen, konsistente Buchhaltung und nachvollziehbare Wachstumsannahmen. Auch die Käuferseite profitiert, weil ein Matching nach Datenprofilen schneller in konkrete Gespräche mündet. Genau darin liegt der unternehmerische Hebel, den Exit51 ausspielt: den Prozess verkürzen, ohne an den Punkten zu sparen, an denen juristische Bewertung, Verhandlung und die Bewertung der echten operativen Leistungsfähigkeit zählen.
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