LONDON (IT BOLTWISE) – Der Samsung The Frame 2026 (LS03H) macht aus einem Fernseher im Standby effektiv einen Bilderrahmen: reduzierte Helligkeit, matte Entspiegelung und ein Anwesenheitssensor schalten den Kunstmodus passgenau. Im Test liefern die Technikwerte eine Maximalhelligkeit von 698 Nits, dazu 144 Hz für ruckelfreies Gaming. Die One-Connect-Box bündelt Anschlüsse, wodurch nur ein dünnes Kabel zum Display führt. Beim Art Store kostet das Abo laut Angaben rund 5 Euro im Monat, während eigene Fotos auch ohne Abo möglich sind.

Der Samsung The Frame LS03H positioniert sich 2026 weiterhin nicht über „noch mehr Fernseh“, sondern über einen anderen Anspruch: Er soll im Alltag wie ein gerahmtes Kunstwerk wirken und erst dann als Display auffallen, wenn man wirklich schaut. Genau hier liegt der Kern des Konzepts. Während viele Fernseher im ausgeschalteten Zustand als dunkle Fläche ins Raumdesign konkurrieren, blendet The Frame über den Kunstmodus die Bildschirmpräsenz aus. Das Ziel ist klar: eine visuelle Kontinuität zwischen Wohnzimmerwand und Display, ohne dass man dafür jedes Mal neu in Bedienmenüs oder nachträglich in Einrichtung investieren muss.
Technisch betrachtet gewinnt der Kunstmodus an Substanz durch mehrere Sensor- und Display-Mechaniken, die sich gegenseitig ergänzen. Die Bildschirmhelligkeit wird im Kunstbetrieb so weit reduziert, dass das Display kaum noch als Bildschirm erkennbar ist; zusätzlich kommt eine automatische Anpassung an die Umgebungshelligkeit über einen Helligkeitssensor hinzu. Die zweite Säule ist die Anwesenheitserkennung: Nach dem Druck auf die Standby-Taste wechselt der Fernseher in den Kunstmodus und schaltet das Panel erst dann weiter ab, wenn der Bewegungssensor für eine bestimmte Zeit keine Person im Raum mehr erkennt. Betritt jemand den Raum wieder, aktiviert sich der Kunstmodus erneut. Wer es nachts möglichst störungsarm möchte, kann den Bildschirm in komplett dunkler Umgebung offenbar auch dauerhaft abgeschaltet lassen.
Damit der Bilderrahmen-Eindruck nicht nur programmatisch entsteht, hilft auch die Hardware-Schicht. Der The Frame setzt auf eine sehr gute Entspiegelung mit matter Oberfläche und absorbiert im Inneren auftreffendes Licht so, dass sich selbst gegenüberliegende Lichtquellen nur noch als leichte, großflächige Aufhellung bemerkbar machen. In der Praxis ist das besonders dann relevant, wenn Wohnzimmer nicht „studio-dunkel“ sind, sondern Tageslicht und indirekte Beleuchtung auf die Wand treffen. Ergänzt wird das Bild durch die Idee des Passepartouts: Die Einfassung kann so gewählt werden, dass das eigentliche Motiv nicht bis zum Rand laufen muss. Dass Samsung dafür auch Wechselrahmen anbietet, zeigt den Zielmarkt ziemlich deutlich: Wer den The Frame als Designobjekt nutzt, will ihn an Einrichtungsstile anpassen können.
Beim Blick auf Anschlüsse und Alltagstauglichkeit spielt Samsung eine andere Stärke aus als bei klassischen TV-Geräten. Ein einziges, dünnes Kabel führt zum Bildschirm, während die eigentlichen Anschlüsse in die One-Connect-Box ausgelagert sind. Diese Trennung macht den Kabelsalat an der Wand deutlich weniger sichtbar und hilft vor allem dort, wo Receiver, Konsole oder Set-Top-Boxen ohnehin in einem Schrank oder an anderer Stelle verschwinden sollen. In der Box finden sich laut Test unter anderem vier HDMI-2.1-Eingänge, inklusive Unterstützung für bis zu 144 Hertz bei UHD und variablen Bildraten, außerdem HDMI eARC für Soundbars, zwei USB-Anschlüsse sowie Netzwerkfunktionen. Dazu kommt Bluetooth für Kopfhörer, während ein klassischer Kopfhöreranschluss nicht vorgesehen ist.
Die Bild- und Bewegungsleistung bleibt trotz des Design-Fokus nicht nebensächlich: Der LS03H nutzt einen QLED-Bildschirm. Im Test werden 698 Nits als Maximalhelligkeit genannt, was laut Einordnung reicht, um sich auch bei Tageslicht durchzusetzen. Für den Kontrast merkt der Test gleichzeitig Grenzen an: Tiefes Schwarz gelingt nicht im gleichen Maße wie bei besonders kontraststarken Modellen, wodurch dunkle Szenen weniger „plastisch“ wirken können. Gleichzeitig punktet der Fernseher bei der Farbdarstellung deutlich: Ein größerer Farbraum für HDR-Inhalte wird im Test mit 93 Prozent des gemessenen Gamut Rings angegeben, und auch seitliche Betrachtung bleibt vergleichsweise stabil, wobei die Helligkeit erkennbar abnimmt. Für Gaming führt Samsung den 144-Hz-Betrieb weiter, und für die Latenz nennt der Test im Spielmodus 16 Millisekunden bei 60 Hertz als Wert, der typischerweise nicht als spürbare Bremse wahrgenommen wird.
Auch die Bedienung ist im Alltag relevant, weil „Kunstfernseher“ oft nicht nur für kurze Tests im Setup funktioniert, sondern im Tagesablauf. Auffällig ist dabei eine sehr kleine Fernbedienung mit Hebeln für Lautstärke und Programmwechsel, die laut Beschreibung ergonomisch unter dem Daumen sitzen. Interessant: Die Fernbedienung arbeitet offenbar mit Solarzelle statt Batterien, notfalls kann sie über USB-C geladen werden. Auf der App- und Streaming-Seite übernimmt der Fernseher den „Mainstream“, also Mediatheken, YouTube und große Streaminganbieter. Außerdem gibt es einen Art-Store als kuratiertes Kunstangebot; die Kosten werden im Test mit rund 5 Euro pro Monat für das Abo angegeben. Wer keine Abogebühren zahlen möchte, kann laut Beschreibung außerdem eigene Fotos auf den Fernseher laden.
Damit ordnet sich der The Frame 2026 auch in den Markt ein: Die Serie gilt seit Jahren als besonders erfolgreiches Beispiel für Bilderrahmen-TVs, und genau diese Nische wird mittlerweile von mehreren Herstellern nachgezogen. Wer sich zwischen The Frame und Alternativen entscheidet, steht daher vor einer Abwägung zwischen Designpaket und Panel-Performance: Einige Wettbewerber setzen stärker auf die reine Bildqualität, während Samsung die „Standbild im Wohnraum“-Komponente konsequent als System betrachtet. Für Käufer bedeutet das vor allem: Wenn der Fernseher im Raum dauerhaft präsent sein soll, wird die Kombination aus Kunstmodus-Logik, matter Entspiegelung, One-Connect-Box und den konkreten Displaywerten (698 Nits, 144 Hz, gemessener HDR-Farbraum) zu einem Gesamtargument. Und selbst wer primär „normal“ schaut, profitiert indirekt von der Ingenieursarbeit hinter dem ausgeschalteten Zustand.
Unterm Strich liefert der Samsung The Frame LS03H ein stimmiges Gesamtpaket: Praktische Automatisierung für den Kunstmodus, eine Montage-Idee, die das Gerät optisch wie an der Wand „verschmelzen“ lässt, und eine QLED-Performance, die für Gaming und Mediennutzung auf einem zeitgemäßen Niveau bleibt. Am stärksten wirkt das Konzept dort, wo Einrichtung und Technik nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich gegenseitig ergänzen. Falls man dagegen maximale Kontrasttreue für sehr dunkle HDR-Szenen priorisiert, sollte man die Grenzen beim tiefen Schwarz im Blick behalten und die Preisklasse mit OLED oder kontraststärkeren Panels im direkten Vergleich abgleichen.
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