LONDON (IT BOLTWISE) – Die BenQ ScreenBar Max löst das typische Problem von Monitorleuchten bei Doppelarbeitsplätzen: Sie verteilt das Licht so, dass keine dunkle Mitte entsteht. Statt wie klassische Screenbars am oberen Monitorrand zu sitzen, klemmt sie hinter den Bildschirmen an der Tischplatte. Im Test erreicht sie in der Mitte 4270 Lux und an den Rändern 2800 Lux. Für die Helligkeit und die gleichmäßige Ausleuchtung zahlt man jedoch einen Aufpreis von 269 Euro.

Wer an zwei Monitoren arbeitet, kennt das Grundmuster: Eine einzelne Screenbar bildet den Arbeitsplatz meist sauber aus, doch bei zwei Displays überschneiden sich die Beleuchtungszonen häufig nur teilweise. Genau an dieser Stelle setzt die BenQ ScreenBar Max an. Die Lampe leuchtet nicht nur zwei Bildschirme an, sondern verfolgt dafür eine andere mechanische Idee als die bisherigen Screenbar-Modelle des Herstellers. Während klassische Varianten oben am Monitorrand sitzen und das Licht auf den Tisch lenken, wird die Max hinter den Bildschirmen an der Tischplatte befestigt – der Lampenkopf schwebt dann über beiden Displays.
Technisch wirkt der Aufbau dadurch näher an einer klassischen Schreibtischlampe als an einer „Monitor-Aufstecklösung“. Der Lampenkopf ist 85 cm lang und besteht aus schwarz gebürstetem Aluminium, die abgerundeten Endkappen sind zweifarbig (oben schwarz, unten grau). Der Arm ist ein mattschwarzes Rundrohr, die Tischklemme wird mit einer Rändelschraube fixiert. BenQ nennt für den Kopf 1041 g, hinzu kommen Arm und Klemme mit weiteren 1644 g; ohne Netzteil und Kabel liegt die Gesamtmasse damit bei rund 2,7 kg. Innerhalb des Kopfes sitzt das Frontlicht hinter einem Diffusor mit schwarzen Rippen, das Rücklicht verteilt sich auf zwei Segmente links und rechts der Aufnahme.
Besonders relevant wird die Max dann, wenn die Lichtverteilung unter realen Doppelmonitor-Setups bewertet wird. Die Screenbar Max lässt sich über eine zweiteilige, ausziehbare Schiene im Bereich des Kopfes nur um ±2,5 Grad justieren, dafür aber in der Höhe: Sie kommt in drei Stufen auf 55, 63 oder 71 cm. BenQ empfiehlt dabei bis 27 Zoll die niedrigste, von 27 bis 34 Zoll die mittlere Stufe. Über die Schiene fährt der Kopf um 17,5 bis 28 cm vor den Arm, ideal sitzt er rund 5 cm vor den Monitoren. Seitlich lässt sich der Kopf nicht verschieben; das ist praktikabel für mittige Doppelmonitorarme, kann aber in Sonderkonfigurationen mit breitem Arm oder blockierender Kabelmanagementbox zum Problem werden.
Die Bedienung erfolgt über ein Touchfeld vorne mittig am Lampenkopf. Dort liegen Tasten für den Präsenzsensor, die Umschaltung zwischen Front- und Rücklicht, Helligkeit rauf und runter, Auto-Helligkeit, Lesemodus sowie die Farbtemperatur. Ein Display zeigt jeweils Helligkeit von Front- und Rücklicht und die Farbtemperatur. Im Test reagierten die berührungsempfindlichen Tasten schnell und zuverlässig; etwas störender ist die Modussteuerung, weil man für den gewünschten Bereich mehrfach tippen muss. Für die Lichtsteuerung gilt: Front- und Rücklicht lassen sich getrennt zwischen 1 und 100 Prozent dimmen, die Farbtemperatur wird für beide gemeinsam in feinen Stufen von 2700 bis 6000 Kelvin geregelt. Der Lesemodus setzt 4000 Kelvin und aktiviert die Auto-Helligkeit; gemessen wurde dabei Frontlicht mit 49 Prozent und Rücklicht mit 67 Prozent.
Das Herzstück der Automatisierung ist ein Radarsensor 71 cm über dem Tisch. Er erkennt Bewegungen in 60 ± 10 cm Abstand vor dem Monitor und schaltet das Licht nach drei Minuten ohne Bewegung aus. Im Test ignorierte er Vorbeigehende; erst beim Hinsetzen wurde das Licht sanft hochgefahren. Zusätzlich lässt sich der Präsenzsensor per Taste abschalten, was für Arbeitsplätze mit häufigen seitlichen Bewegungen oder langen Sitzphasen hilfreich sein kann. Auf der technischen Leistungsseite betreibt BenQ die Lampe nicht per USB am Bildschirm, sondern über ein Netzteil mit 24 V, 1,5 A und 36 W; das 180 cm lange Kabel ist fest mit dem Netzteil verbunden und läuft am Arm entlang.
Bei den Messwerten zeigt sich der eigentliche Nutzen der „breiten“ Screenbar: Die Helligkeit wurde wie in der Kategorie üblich mit einer Smartphone-App bei 50 cm Abstand ermittelt – damit entsteht kein absoluter Wertvergleich mit anderen Lichtquellen, aber eine gute Vergleichsbasis innerhalb des Lampensegments. Die Max erreicht in der Mitte 4270 Lux und an den Rändern 2800 Lux. Unter identischen Bedingungen kam eine andere getestete Screenbar-Variante (Halo 2) auf 2600 Lux, außerdem nennt BenQ selbst 1400 Lux im Zentrum gemessen bei 71 cm Höhe. Entscheidend ist jedoch die Gleichmäßigkeit: Trotz des Abfalls zu den Rändern wirkt die Ausleuchtung über beide Monitore gleichmäßig, ohne die typische Überlappungszone, die entsteht, wenn zwei separate Leisten nebeneinander arbeiten.
Das Licht bleibt dabei angenehm weich statt hart, es flimmert nicht und blendet auf dem Monitor nicht. Für die Abschirmung sorgen ein Abschirmwinkel von 36 Grad und ein Reflektor aus Aluminium. Das Rücklicht wiederum senkt den Kontrast zwischen hellem Bildschirm und dunkler Wand und kann in dunklen Räumen die visuelle Belastung reduzieren. In der Praxis ist damit nicht nur die „Helligkeit“, sondern vor allem das Gesamterscheinungsbild des Arbeitsplatzes ein Plus. Allerdings gibt es klare Kompromisse: Eine Fernbedienung fehlt, die Modusbedienung ist nicht durchgehend komfortabel, und die 269 Euro für die Screenbar Max sind für eine Monitorlampe ein spürbarer Betrag. Wer genau zwei Monitore nutzt und hinter den Displays Platz für die Klemme hat, bekommt dafür eine Lösung, die das Doppelmonitor-Problem sauber adressiert; für einzelne Monitore ist eine günstigere Screenbar oft die pragmatischere Wahl.
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