NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Dell XPS Googlebook liefert als kompaktes Ultrabook eine hochwertige Haptik, einen Snapdragon-X-Elite-Prozessor und ein 120-Hz-Touchdisplay. In der Praxis hakt es jedoch vor allem bei der versprochenen nahtlosen Verbindung zu Android-Telefonen: Die Kopplung bricht ab und erfordert je nach Nutzungsdauer Neustarts. Google setzt gleichzeitig stark auf die KI-Schicht mit Gemini und der „Magic Pointer“-Funktion. Besonders überzeugend wirkt am Ende vor allem „Rambler“ als bessere Spracherkennung für E-Mails.

Wer aus dem Google-Ökosystem kommt, landet beim Dell XPS Googlebook schnell bei einer einfachen Erwartung: Es soll nicht nur „wie ein Chromebook“, sondern eher wie ein echtes Android-Notebook wirken. Genau deshalb ist die Kombination aus sehr aktueller Hardware und einem für den Laptop neu verpackten Betriebssystem interessant. Im Setup zeigt sich das Gerät als klar kuratiertes Ultrabook: klein, leicht im Handling und bewusst portarm. Statt klassischer Laptop-Connectivity setzt das XPS Googlebook auf zwei USB-C-Anschlüsse und verzichtet damit auch auf eine separate Kopfhörerbuchse. Für den Alltag bedeutet das spürbar mehr „Dongle-Leben“ – allerdings nicht zwingend ein Showstopper, wenn man wie der Tester bereits ein MacBook Air mit ähnlichem I/O-Ansatz nutzt.
Technisch fällt zuerst das Minimum ins Gewicht, das Google für die Launch-Modelle als Basis vorgibt: mindestens 16 GB RAM, ein schneller Prozessor von Intel oder Qualcomm, 512 GB SSD, ein Metallgehäuse, eine beleuchtete Tastatur sowie ein Touchscreen mit hoher Bildwiederholrate. Beim Dell XPS konkretisiert sich das unter anderem mit einem Snapdragon X Elite und dem 120-Hz-Display. Auffällig ist außerdem die Display-Entscheidung: Das XPS gehört zu den Startmodellen ohne OLED, liefert aber dennoch „tintenartige“ Schwarztöne, was in der Praxis für Text, UI und ruhige Medienwiedergabe ausreicht. Beim Tippen spielt die Mechanik mit: Die Tastatur bekommt ein deutliches Feedback, wenig Durchbiegung, und die Lüfter laufen zwar an, bleiben in dieser frühen Phase jedoch leise. Selbst wenn Batterieeffizienz bei ARM als Versprechen naheliegt, bleibt die Bewertung vorläufig: Der Eindruck ist „gut, aber nicht außergewöhnlich“.
Bei der Auslieferung zeigt sich zudem, dass Google das Googlebook-Betriebssystem eng an Chromebooks anlehnt, es aber an die Laptop-Realität anpasst. Ein typisches Beispiel ist das Tastenlayout: Die Caps-Taste verhält sich zuerst wie „Search“, und Caps lässt sich erst über eine Shift-Interaktion umschalten. Das ist konzeptionell konsequent, im Alltag aber ein echtes Lernmoment. Ebenso erwähnenswert ist der „Google“-Button in der unteren Reihe, der je nach Nutzung einen App-Drawer öffnet oder mit der „Magic Pointer“-Funktion verknüpft wird. Gleichzeitig gibt es eine spürbare Haptik-Dynamik am Gehäuse: Die Lautsprecher sind grundsätzlich ausreichend, verursachen aber Vibrationen, besonders am Bereich um das Trackpad. Das Trackpad selbst arbeitet mechanisch und unterstützt Taps; der Klick verlangt damit etwas mehr Druck als man es von manchen modernen, haptikbasierten Varianten kennt.
Der größte Knackpunkt liegt dann nicht im Gerät selbst, sondern in der Software-Story rund um die Verbindung zu Android-Telefonen. Google bewirbt diese Integration als „seamless“: Apps vom Smartphone sollen sich auf dem Laptop streamen lassen, Inhalte sollen problemlos übergehen, und Arbeitsabläufe sollen sich zwischen beiden Geräten handoff-artig fortsetzen lassen. Im Test mit einem Pixel-Telefon entsteht daraus jedoch ein anderes Bild: Die Verbindung bricht wiederholt ab, insbesondere wenn das Handy vom Laptop weggeht oder der Deckel geschlossen wird. Ein kurzer Disconnect ist offenbar noch tolerierbar, ein längerer quittiert das System dagegen mit Instabilität – nach dem Punkt ist das Finden des Telefons erst nach Neustarts von Laptop und Smartphone wieder möglich. Der Tester ordnet das als bekannten Bug ein, der bereits adressiert wird, aber für den Alltag bleibt das Problem aktuell: Man möchte keine täglichen Workarounds für genau die Kernfunktion, die den Wechsel vom klassischen Chromebook erst attraktiv machen soll.
Wo die Googlebook-Logik dann wieder klar gewinnt, ist die KI-Integration auf Betriebssystemebene. Google bringt Gemini deutlich präsent in die Oberfläche: als klickbares Feature, als Cursor-Interaktion („Magic Pointer“) und mit Assistenzfunktionen, die sich direkt auf das beziehen, was gerade am Bildschirm passiert. Zusätzlich wird ein „Pro“-Bundle für ein Jahr angeboten, verbunden mit Cloud-Speicher in der Größenordnung von fünf Terabytes und dem Zugriff auf erweiterte Gemini-Funktionen. Gleichzeitig bleibt die nüchterne Erkenntnis: Nicht jede KI-Funktion ist im Alltag zwingend notwendig. Der Tester formuliert das deutlich – man kann arbeiten, Apps nutzen und Aufgaben erledigen, ohne Gemini dauerhaft anzustoßen. Von allen KI-„Bells and Whistles“ sticht „Rambler“ aber tatsächlich als nützlicheres Feature heraus: Als neue Voice-Diktierlösung glättet es typische Sprach-Unsauberkeiten („ums“ und „ahs“) zu kohärenten Sätzen und reduziert damit den Nachbearbeitungsaufwand. Besonders für E-Mails wirkt das direkt, und der Ansatz deutet sogar auf ein Potenzial für Barrierefreiheit hin, auch wenn dafür natürlich weitere Validierung aus dem Fachkontext nötig wäre.
Unterm Strich beantwortet sich damit die zentrale Frage nach dem Mehrwert gegenüber Mac- oder Windows-Laptops eher zweigeteilt. Hardwareseitig ist das XPS Googlebook „robust“ und liefert ein spürbar erwachsenes Ultrabook-Gefühl. Softwareseitig bleibt jedoch ein strukturelles Problem aus der Chromebook-Ära bestehen: Nicht alle relevanten Programme existieren in einer voll funktionsfähigen Version. Das Googlebook hat zwar Zugriff auf den Google Play Store, aber Android-Varianten einzelner Kreativ- und Produktivtools sind nicht automatisch Feature-complete. Genau das begrenzt den Einsatz, etwa bei komplexem Schreiben, bei tieferem Bildbearbeitungsbedarf oder in Workflows, die die Desktop-Funktionstiefe regelmäßig erfordern. Für Nutzer, die ohnehin stark im Google-Universum arbeiten und ihre täglichen Aufgaben über Smartphone-Apps oder Browser abdecken, ist das Googlebook dagegen ein plausibler Reise- und Alltagsbegleiter. Und wenn man vor allem kurze Texte, Social-Posts oder E-Mail-Kommunikation effizienter per Diktat erledigen will, wird Rambler schnell zum überzeugendsten Argument – selbst dann, wenn die Android-Geräteintegration aktuell noch nicht durchgehend „hands-off“ funktioniert.
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