LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX plant einen frühen Falcon-9-Start im Oktober 2026, bei dem eine Dragon-Kapsel die ISS mit etwa 6.500 Pfund Fracht versorgt. Der Liftoff ist auf 6:33 a.m. ET (Dienstag, 13. Oktober 2026) vom Launch Complex 40 aus angesetzt. Je nach Wetter und Flugbahn könnte das Ereignis in der Dämmerung als seltenes „space jellyfish“-Lichtphänomen sichtbar werden. Für Zuschauer in Richtung Norden oder Süden liefern sowohl die Flugrichtung (Northeast/Southeast) als auch die Sonne unter dem Horizont die entscheidenden Hinweise.

SpaceX CRS-35 ab Cape Canaveral: So sehen Sie „space jellyfish“
SpaceX CRS-35 ab Cape Canaveral: So sehen Sie „space jellyfish“ (Foto: IT BOLTWISE)
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Ein früher Start in den Morgenstunden klingt für viele erst einmal nach Aufwand, ist aber genau der Grund, warum rund um Cape Canaveral in den vergangenen Jahren immer wieder die gleichen Fotos auftauchten: ein leuchtender, fadenförmiger „Schwarm“, der kurz nach dem Abheben wie eine durchsichtige Qualle am Himmel hängt. Für die kommende SpaceX-Versorgungsmission CRS-35 steht im Zentrum nicht nur die Fahrt einer Cargo Dragon zur Internationalen Raumstation, sondern auch die Frage, ob der Start zur richtigen Zeit und mit klarer Sichtfenster-Wetterlage die Bedingungen für den sogenannten „space jellyfish“-Effekt erfüllt.

Geplant ist ein Falcon-9-Start am Dienstag, 13. Oktober 2026, mit einem Ziel-Liftoff um 6:33 a.m. ET. Startpunkt ist Launch Complex 40 bei der Cape Canaveral Space Force Station, nahe dem Kennedy Space Center in Florida. Die Mission wird als SpaceX CRS-35 geführt; damit ist gemeint, dass es sich um die 35. Versorgungsmission nach dem Commercial Resupply Services-Vertrag von NASA handelt. An Bord ist eine Cargo Dragon, die laut Angaben rund 6.500 pounds an Vorräten und wissenschaftlichen Experimenten zur ISS bringt – darunter ein Experiment von Studierenden an Florida Tech in Melbourne. Entscheidend für Zuschauer ist dabei auch die Trajektorie: Bei einer Northeast-Flugrichtung kann der Start offenbar noch weiter nördlich sichtbar sein, während bei einer Südostrichtung (Southeast) die Sichtachsen nach Süden reichen.

Technisch entsteht der „Jellyfish“-Eindruck nicht durch Magie am Himmel, sondern aus dem Zusammenspiel von Abgasfahne, Sonnenstand und hoher Luftfeuchte in den oberen Luftschichten. Der Effekt tritt laut Beschreibung typischerweise in den Minuten auf, kurz bevor die Sonne aufgeht oder kurz nachdem sie untergegangen ist: Der Boden liegt dann oft noch im Dunkeln, während in großen Höhen bereits Restlicht durchdringt. Genau in dieser Phase treffen die vom Triebwerksabbrand erzeugten Kondensations- bzw. Eispartikel auf ein für die Illusion günstiges Winkel- und Beleuchtungsverhältnis. Praktisch heißt das: Wenn die Startphase so liegt, dass der Himmel im unteren Bereich dunkel bleibt, während die Sonne die weit entfernten Teile der Abgasfahne erreicht, werden aus der zunächst unscheinbaren Plume plötzlich klar erkennbare, „kristallisierte“ Strukturen – und die wirken in Fotos manchmal wie eine frei schwebende Qualle.

Diese zeitliche Fenstersituation ist auch der Grund, warum das Phänomen nicht bei jedem Launch gleich sichtbar ist. In der Quelle wird beschrieben, dass besonders gute Chancen bestehen, wenn es am Boden weitgehend dunkel ist und die Rakete schnell genug aufsteigt, um in die Zone des ersten Tages- oder Restabendlichts zu gelangen. Außerdem spielt die Sichtbarkeit der Plume eine Rolle: Bei klarem Wetter wirkt der Start „wie ein Spektakel“, weil sich der kristallisierte Auswurf im Nachlauf ausbreitet und dadurch die Umrisse des Effekts länger verfolgt werden können. Je nach konkreter Geometrie kann der Eindruck zudem über mehrere Minuten anhalten; in manchen Fällen ist er sogar noch deutlich länger erkennbar, was man in lokalen Fotogalerien regelmäßig an Sequenzen sieht, in denen die Form sich allmählich auflöst.

Für die Planungsseite ist hilfreich, dass die Reichweite der Sicht nicht nur vom Ort, sondern vor allem von der Flugbahn abhängt. Bei einer Northeast-Trajektorie kann der Start laut Beschreibung bis Jacksonville Beach sichtbar sein – rund 160 Meilen nördlich von Cape Canaveral. Das ist fahrtechnisch eine andere Hausnummer, aber für ein frühes Zeitfenster trotzdem realistisch, wenn man die Zeit für Verkehr und Parkplatz einplant. Umgekehrt kann eine Southeast-Trajektorie weiter nach Süden reichen, bis etwa West Palm Beach, also rund 150 Meilen südlich. Unabhängig vom exakten Standort gilt: Am stärksten werden Starts typischerweise an der Space Coast gesehen, also dort, wo die Raketenstartbasis selbst liegt, und oft auch in Bereichen wie Treasure Coast und Volusia County. Gleichzeitig wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man Regeln an Stränden respektieren und Straßen- sowie Brückenbereiche nicht blockieren soll.

Wer sich in Brevard County aufstellt, bekommt nach der beschriebenen Logik meist die beste Kombination aus Sicht auf den Start und – sofern es zeitlich passt – die Chance auf spektakuläre Bilder von Booster-Rückkehrmomenten. Als Blickachsen werden unter anderem Orte entlang der Indian-River-Linie bei Titusville genannt; dort wird empfohlen, bei Viewing entlang des Rivers in Titusville „direkt über den Fluss“ zu schauen, während weiter südlich eher eine Blickrichtung nach Nordosten passen kann. Naheliegend sind außerdem Strände und Zugänge, die in etwa parallel zu den Startanlagen ausgerichtet sind, etwa Playalinda Beach bzw. Bereiche im Canaveral National Seashore, wobei in der Quelle auch auf mögliche Kosten und Kapazitätsgrenzen hingewiesen wird. Für die Planung werden weitere lokale Spots in der Umgebung aufgelistet, von verschiedenen Parkanlagen über Küstenabschnitte in Cocoa Beach bis hin zu Vero Beach-Optionen, wobei die Details vor allem eines gemeinsam haben: Man braucht einen Bereich mit freier Sicht und ohne Engstelle für Verkehr.

Auch rund um die Treasure Coast und in der Nähe von Daytona Beach lohnt sich eine strategische Standortwahl. So werden etwa Spots im Raum Melbourne und Fort Pierce genannt, ergänzt um Hinweise, dass viele gute Perspektiven direkt am Wasser liegen und daher bei Wind und Bewölkung schnell schlechter werden können. Für Volusia County wird wiederum beschrieben, dass man dort unmittelbar nördlich von Brevard County sehr gute Ausblicke auf Raketen verschiedener Betreiber bekommen kann, inklusive solcher, die von SpaceX oder der NASA stammen. Wer nicht mitten in den Hauptachsen landet, bekommt oft noch immer brauchbare Bilder, sollte aber die Uhrzeiten so legen, dass das Lichtfenster zum Start passt – gerade beim „space jellyfish“-Effekt ist die Uhrzeit nicht Beiwerk, sondern Teil der Physik.

Für Menschen, die die Strecke scheuen oder das Wetter nicht einschätzen können, bleibt als Alternative die Live-Berichterstattung: In der Quelle wird erwähnt, dass eine Live-Abdeckung bereits rund 90 Minuten vor dem Liftoff startet und Updates in einem mobilen Live-Blog mit Countdown-Elementen liefert. Ergänzend wird für NASA-Inhalte eine Abrufmöglichkeit über NASA+ genannt, sowohl über Desktop-Web als auch als App. Damit verschiebt sich der Fokus vom „vor Ort sein“ hin zum „vor Ort informiert sein“: Man kann den lokalen Sicht-Case aktiv mit der Startzeit abgleichen und bei guter Prognose spontan losfahren, während bei Bewölkung die Online-Übertragung die wichtigste Informationsquelle bleibt.

Unterm Strich verbindet diese Mission gleich zwei Themen, die in der Region Florida besonders gut zusammenspielen: die verlässliche Logistik einer ISS-Versorgung und die visuelle Seltenheit des „space jellyfish“-Effekts. Wenn der Start wie geplant pünktlich läuft und die Lichtverhältnisse stimmen, entsteht aus der Abgasfahne eine kurzlebige, fotogene Signatur am Morgenhimmel. Für Technikfans ist das zugleich ein Lehrstück darüber, wie sich die Randbedingungen eines Starts – nicht nur Triebwerksleistung und Flugprofil, sondern auch Geometrie, Kondensation und Restlicht – direkt in der Wahrnehmung niederschlagen.


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