LONDON (IT BOLTWISE) – Bose bringt mit den Ultra Open Earbuds (2. Gen) eine zweite Generation seines Clip-on-ähnlichen Open-Ear-Konzepts auf den Markt. Laut Testbericht verbessert der Hersteller den Klang durch neue Treiber spürbar, unter anderem mit mehr Bass und klarerer Wiedergabe. Auch beim Telefonieren und bei der Akkulaufzeit gibt es messbarere Fortschritte, während das neue Ladecase drahtloses Laden ergänzt. Der große Haken bleibt der Preis: Mit 299 US-Dollar liegen die Earbuds deutlich über vielen Alternativen im Premium-Segment.

Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen) im Test: besserer Sound, aber hoher Preis
Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen) im Test: besserer Sound, aber hoher Preis (Foto: IT BOLTWISE)
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Bose setzt bei den Ultra Open Earbuds (2. Gen) konsequent auf das Grundprinzip der offenen Bauform: Die Hörer werden außen am Ohr angeclipst, sitzen nicht im Gehörgang und lassen dadurch mehr Umgebung durch. Genau diese Kombination macht das Produkt besonders interessant für Leute, die beim Laufen oder Radfahren nicht komplett „abgeschirmt“ sein wollen. Gleichzeitig ist das offene Design technisch anspruchsvoll, weil es Schall zwar in Richtung Ohr lenkt, aber eben nicht wie klassische In-Ears den Schall im gleichen Maße abdichtet. Die erste Generation kam vor rund zwei Jahren mit einem damals eher seltenen Ansatz ins US-Marktumfeld, und seitdem ist der Markt mit Dutzenden Clip-on-Alternativen deutlich voller geworden. Vor diesem Hintergrund wirkt die zweite Generation wie eine gezielte Verfeinerung statt wie ein radikaler Richtungswechsel: Das Gehäuse bleibt weitgehend vertraut, doch Bose legt die wesentlichen Verbesserungen auf Audio, Kommunikation und Laufzeit.

Optisch unterscheiden sich die Ultra Open Earbuds (2. Gen) laut Bericht nur moderat von den Vorgängern. Der Hersteller spricht von einem „Upgraded“-Design, das vor allem im Detail ansetzt: Das Silikon an der verbindenden Kufe zwischen Earbud und Clip-Mechanik soll weicher und flexibler sein, während die Metallkappe an jedem Hörer glänzender wirkt. Die Bedienung bleibt im Kern gleich, mit einem physischen Universal-Knopf am hinteren Bereich des Stiels. Größer ist die Veränderung beim Case: Es erhält ein aufrecht stehendes Design mit gummierter, flacher Unterseite, damit es auf glatten Oberflächen weniger leicht wegrutscht. Zudem wandert der USB-C-Ladeanschluss zur Seite, und auch der Bluetooth-Pairing-Button sitzt nun seitlich. Bose integriert außerdem kabelloses Laden ins Case – ein Feature, das im Premium-Bereich mittlerweile zur Erwartung gehört. Damit wird das Gesamtpaket in der täglichen Handhabung stimmiger, auch wenn das Case nicht der Grund ist, warum man sich für eine bestimmte offene Clip-on-Lösung entscheidet.

Technisch rückt Bose die neuen Treiber in den Mittelpunkt. Der Test beschreibt, dass die Earbuds dadurch lauter spielen können und zugleich mehr Tiefbass liefern, während Volumen und Klarheit zunehmen. Dazu kommt TrueSpatial-Technologie mit Head-Tracking; neu ist in der Generation ein Cinema-Modus, der die räumliche Wirkung beim Medienkonsum stärker in Szene setzt. Wichtig ist auch, wie sich die Position am Ohr auf das Ergebnis auswirkt: Wer den Treiber näher an den Gehörgang platziert, erzielt laut Beschreibung mehr Lautstärke. Bose unterstützt das in der Bose-Connect-App mit einer Animation zur empfohlenen Trageposition, lässt aber Abweichungen zu, falls eine alternative Haltung komfortabler ist. Neben der physikalischen Anpassbarkeit gibt es in der App einen einfachen Drei-Band-Equalizer und mehrere Presets. Besonders relevant für die Praxis: Offene Earbuds konkurrieren bei Umgebungsgeräuschen zwangsläufig mit der akustischen Umgebung. Im Test wird deshalb explizit hervorgehoben, dass das größte Problem der ersten Generation – zu wenig Lautstärke – bei der zweiten Generation deutlich adressiert ist. Gleichzeitig bleibt das Klangbild „luftig“ und offen; der Cinema-Modus verändert die Soundstage spürbar, wird aber vor allem fürs Video-Schauen genutzt.

Beim Preis wird die Skepsis im Bericht sehr deutlich. Die Ultra Open Earbuds (2. Gen) werden mit einer UVP von 299 US-Dollar eingeordnet – und damit um 100 US-Dollar teurer als viele andere Premium-Clip-on-Modelle, die im Vergleichssegment angeboten werden. Bose positioniert daneben die Sport Open Earbuds als leichtere und robustere Alternative, die zugleich günstiger ist: 199 US-Dollar statt 299 US-Dollar. Genau dieser Abstand entscheidet für viele Käufer, ob „besserer Klang“ die Mehrkosten rechtfertigt. Im Testvergleich schneidet Bose bei der Audioqualität dennoch stark ab: Die Ultra Open Earbuds (2. Gen) werden als bestklingende Clip-on-Earbuds in diesem Bereich beschrieben und zudem in Relation zu mehreren anderen offenen Modellen gesetzt. Unterschiede gibt es vor allem in der Abstimmung: Während AirPods 5 etwa tonal als etwas „glatter“ wahrgenommen werden, punkten die Bose offenbar mit mehr Dynamik und „Boldness“. Die aktive Geräuschunterdrückung der AirPods wird als zusätzlicher Vorteil genannt; Bose spielt diesen Punkt jedoch über das eigene Open-Ear-Konzept und die TrueSpatial-Features eher anders aus.

Für den Alltag zählt zudem, wie gut die Earbuds als Headset funktionieren. Bose stattet die Ultra Open Earbuds (2. Gen) laut Bericht mit Bluetooth 5.4 aus. Pro Ohr sitzt ein Mikrofon, das an eine Voice-Pickup-Einheit gekoppelt ist; diese soll die physischen Vibrationen der Stimme erkennen. Dazu kommt SpeechClarity, beschrieben als KI-basierte Sprachisolation, die den Dialog stärker betonen und Hintergrundgeräusche abtrennen soll. Der Test kommt zu einem differenzierten Ergebnis: Die Voice-Qualität sei verbessert, aber nicht auf Top-Niveau für Telefonate. In einer Lärmsituation in New York gaben Anrufer an, dass sie gelegentlich Hintergrundgeräusche gehört hätten, die Reduktion aber überwiegend funktioniere. Die eigene Stimme klang im Testbericht klar, jedoch zeitweise etwas zurückgenommen und „muffled“. Trotzdem gibt der Autor eine Bewertung von A-minus – und verortet damit die Pluspunkte eindeutig im Vergleich zur ersten Generation, deren Voice-Calling zwar per Firmware-Update verbessert worden war, aber noch nicht überzeugte. Zusätzlich verweist der Bericht darauf, dass ein Firmware-Update für beide neuen Open-Ear-Modelle Funktionen wie Google Find Hub, Alexa Plus sowie Apple-Music-Shortcuts ermöglichen soll.

Unter dem Strich ordnet der Test die Ultra Open Earbuds (2. Gen) als sehr starke Vertreter innerhalb der Clip-on/open-ear Kategorie ein: bessere Treiber, spürbar verbessertes Lautstärkeverhalten, höhere Laufzeit und ein Case, der mit kabellosem Laden moderner wirkt. Die Akkulaufzeit wird mit bis zu 9 Stunden angegeben, gegenüber 7 Stunden bei der Vorgängergeneration; allerdings sinkt dieser Wert, wenn Immersive Audio aktiv ist. Gleichzeitig bleibt das Kernproblem aus Kundensicht der Preis: Der Bericht empfiehlt deshalb, eher auf Angebote zu warten, weil Clip-on-Earbuds in dieser Klasse grundsätzlich günstiger sein sollten, wenn der Käufer nicht explizit die Bose-spezifische Abstimmung und die TrueSpatial-Features priorisiert. Wer hingegen vor allem eine besonders passgenaue und robustere Lösung fürs aktive Training sucht, bekommt mit den Sport Open Earbuds eine leichtere, splashproof und zusätzlich dust-resistente Alternative (IP54) – bei weniger Laufzeit und etwas schwächerem Sound. Für Unternehmen und Power-User, die einheitliche Audio-Standards für mobile Teams evaluieren, heißt das vor allem: Bose liefert eine qualitativ überzeugende Premium-Strecke, aber die Kaufentscheidung sollte stärker datenbasiert erfolgen – etwa über Vergleich von Laufzeit unter Immersive-Audio-Nutzung und die tatsächliche Verständlichkeit in typischen Büround Street-Umgebungen.


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