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LONDON (IT BOLTWISE) – Für die PlayStation 6 kursiert ein Leak, nach dem allein der GDDR7-Speicher und die SSD mehr als 680 US-Dollar kosten sollen. Ausgehend von weiteren (älteren) Materialkalkulationen würden die geschätzten Gesamtbauteilkosten dadurch auf über 980 US-Dollar steigen. Für Käufer könnte das je nach Subventionierung schnell einen vierstelligen Europreis bedeuten. Unklar bleibt allerdings, ob die Annahmen zu Einkaufspreisen und Bauteilgrößen realistisch sind.

PlayStation 6: Laut Leak soll der Speicher allein über 680 US-Dollar kosten
PlayStation 6: Laut Leak soll der Speicher allein über 680 US-Dollar kosten (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Diskussion um die PlayStation 6 bekommt durch eine neue Speicher-Schätzung eine deutlich schärfere Kante: Ein öffentlich diskutierter Leak sieht für die Konsole mit dem Codenamen „Orion“ Materialkosten von mehr als 680 US-Dollar allein für GDDR7-Speicher und SSD vor. Entscheidend ist dabei weniger der konkrete Betrag als der Mechanismus: Wenn gerade die teuersten Speicherkomponenten in einer Stufe des Komponentenmarkts besonders stark steigen, verschiebt sich die gesamte Kostenkurve nach oben. In der Kalkulation wird zudem ein subventionierter Verkaufspreis als Annahme genannt, gleichzeitig aber betont, dass belastbare Einkaufspreise für Sony öffentlich nicht belegbar sind.

Technisch betrachtet geht es um mehrere Stellschrauben, die in einem Konsolen-SoC-Design eng zusammenhängen. Erwartet wird, dass die PS6 GDDR7 über ein 160-Bit-Interface anbietet, womit theoretisch bis zu 40 GiB möglich wären. Als wahrscheinlich werden aber 30 GiB genannt; das wäre fast doppelt so viel wie die 16 GiB GDDR6 in der PS5. Bei der SSD wiederum steht 1 TB im Raum, während ein optisches Laufwerk für die nächste Generation nach den bisherigen Leaks offenbar nicht mehr vorgesehen ist. Genau diese Kombination wirkt wie ein Kostenhebel: Je größer der Speicherbedarf, desto mehr Fertigungskapazität und desto stärker die Abhängigkeit von Preisschwankungen entlang der Speicher-Produktionskette.

Um die Bedeutung der neuen Speicherzahl einzuordnen, greift die aktuelle Diskussion auf ältere Materialkalkulationen zurück. Ein zuvor genannter Gesamtwert für die PS6-„Bill of Materials“ von insgesamt 743 US-Dollar führte dabei rund 300 US-Dollar auf den GDDR7-Speicher und 142,50 US-Dollar auf die SSD zurück. Für die übrigen Komponenten – unter anderem APU, Platine, Kühlung, Netzteil und Gehäuse – blieben demnach 300,50 US-Dollar übrig. Wenn man den früheren Speicherposten rechnerisch durch die nun genannte Größenordnung von mehr als 680 US-Dollar ersetzt, landen die geschätzten Materialkosten bei über 980,50 US-Dollar. Dabei ist die Aussage ausdrücklich nicht als „Herstellungskosten von Sony“ zu verstehen, sondern als Rechengröße, die davon abhängt, ob beide Rechnungen von vergleichbaren Einkaufspreisen, vergleichbaren Bauteilen und vergleichbaren Konfigurationen ausgehen.

Ein zweiter Punkt macht die Sache für Marktbeobachter besonders relevant: Die Speicherkrise betrifft aktuell nicht nur GDDR, sondern auch DRAM und NAND-Flash in verschiedenen Marktsegmenten. Für DRAM werden für das vierte Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal Preisaufschläge von 10 bis 15 Prozent erwartet, bei NAND-Flash sogar 15 bis 20 Prozent. Solche Bewegungen wirken bei Konsolen nicht automatisch eins-zu-eins, aber sie treiben die Beschaffungskosten in Phasen, in denen Hersteller Kapazitäten priorisieren. Für GDDR7 kommt hinzu, dass der hohe Speicherbedarf von KI-Beschleunigern Fertigungskapazitäten bindet und Hersteller zugleich stärker auf Server-DRAM setzen. Je mehr der PS6-BOM damit von Speicher abhängig ist, desto schwieriger wird es, die Verkaufspreise stabil zu halten, ohne entweder Subventionen zu erhöhen oder Produktkompromisse zu akzeptieren.

Welche Kompromisse wären technisch plausibel, ohne das Leistungsprofil komplett zu verfehlen? Eine in der Diskussion genannte Option lautet, weniger GDDR7 einzusetzen: statt 30 GiB bei einem 160-Bit-Interface könnten 24 GiB mit einem 128-Bit-Interface verbaut werden. Genau das würde sowohl die Speicherkapazität als auch die Speicherbandbreite reduzieren und damit die technischen Möglichkeiten einschränken, die eng mit GPU-Workloads, Streaming und Rendering-Pipelines verbunden sind. Gleichzeitig bleibt die SSD in dieser Variante bei 1 TB, was die externe Entlastung durch Massenspeicher zumindest teilweise sichern könnte. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre das eine Art „Hardware-Preisanker“: Im Gespräch wird dafür ein Einsparpotenzial von rund 60 US-Dollar genannt, allerdings wären diese Einsparungen bei den jetzt genannten Speicherpreisen weniger bedeutsam als es in der früheren Rechnung wirkte.

Auch die Frage, wie viel Sony an die Käufer weitergeben muss, bleibt offen. Der Konzern hat gegenüber Investoren bereits sinngemäß erklärt, nicht sämtliche Kostensteigerungen bei Bauteilen vollständig auffangen zu können. In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn einzelne Komponenten sehr stark im Preis steigen, kann Sony die Differenz teilweise durch höhere Margen, bestehende Lieferkonditionen oder zeitlich gestaffelte Beschaffung abfedern. Ob die aus dem Leak abgeleiteten mehr als 680 US-Dollar in der Größenordnung den tatsächlich gezahlten Konditionen entsprechen, lässt sich mangels separater GDDR7- und NAND-Flash-Preise nicht prüfen. Für Käufer folgt daraus eine realistische Unsicherheitsspanne, die besonders dann wächst, wenn die Herstellerseite in einem späteren Zeitpunkt doch stärker subventionieren muss, um den Marktpreispsychologie-Effekt nicht zu verlieren.

Für Deutschland kommt eine weitere Dimension hinzu: die Umrechnung von US-Dollar-Listenpreisen in Euro. Zur Orientierung dient die jüngste PS5-Preiserhöhung: Seit dem 2. April 2026 wurden die US-Dollar-Preise der drei PS5-Modelle unverändert in Euro umgerechnet; die PS5 Pro liegt in Deutschland seitdem bei 899,99 Euro. Damit ist der deutsche Betrag nicht strikt an einen fixen Wechselkurs gebunden, sondern offenbar an eine Preissetzung, die Markt- und Vertriebsbedingungen einbezieht. Marktbeobachter halten deshalb bei einem PS6-Startpreis um die 900 US-Dollar oder im vierstelligen Eurobereich für realistisch – insbesondere, wenn die PS6 wegen der Speicherkomponenten nicht deutlich günstiger wird als die Vorgeneration in der Preislogik. Genau hier liegt die zentrale Kernaussage des Leaks: Sollte der Speicheranteil tatsächlich einen sehr großen Teil der BOM ausmachen, wird ein „vierstelliger Europreis“ nicht nur eine Schlagzeile, sondern eine betriebswirtschaftliche Konsequenz, falls Subventionen nicht in gleicher Höhe mitziehen.

Am Ende bleibt der wichtigste Punkt für Konsumenten und Entscheider im Handel: Es gibt weder eine offizielle Bestätigung der Speicherausstattung noch der Materialkosten oder des tatsächlichen Verkaufspreises der PlayStation 6. Bis Sony die Konfigurationen und Preisstufen kommuniziert, bleibt der Leak damit vor allem ein Hinweis auf die Richtung, in die sich die Speicherpreise und die Kostenstruktur bei modernen Konsolen entwickeln können. Wer von der PS5 umsteigen will, sollte daher – wie bei jedem spekulativen Stufenwechsel – die offiziellen Angaben abwarten, statt die derzeit kursierenden Zahlen als Fakt zu behandeln. Technisch ist die Richtung ohnehin klar: Speicher wird mit jeder Generation weniger „Beiwerk“ und mehr die zentrale Kosten- und Performance-Komponente.


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