LONDON (IT BOLTWISE) – XRP hat auf Upbit in der Woche bis zum 18. Oktober 2026 den Spitzenplatz bei den Handelsumsätzen vor Bitcoin und Tether geholt. Gleichzeitig ist das Gesamtvolumen auf der Plattform gegenüber der Vorwoche um 15,5 % gesunken, und der XRP-Kurs fiel in derselben Zeit. Für die These, dass Südkorea „das“ wichtigste XRP-Territorium bleibt, liefert die Rangliste damit nur einen Teil der Antwort. Entscheidend werden vor allem die Entwicklung von ETF-Zuflüssen und ob der Token die jüngsten Unterstützungsmarken verteidigt.

Dass XRP vergangene Woche auf Upbit die meisten Umsätze verbuchte, wirkt auf den ersten Blick wie ein klares Signal: Die südkoreanische Börse führte XRP in der Woche bis zum 18. Oktober 2026 vor Bitcoin (BTC) und dem Stablecoin Tether (USDT) an. Upbit misst die Reihenfolge dabei über den Wert aller getätigten Trades innerhalb eines definierten Zeitraums. In der Praxis heißt das: Wenn XRP Platz eins einnimmt, haben in Summe mehr Won im XRP-Handel den Besitzer gewechselt als im Handel der direkten Vergleichskandidaten. Für Retail-Händler in Korea ist das traditionell eine wichtige Beobachtung, weil viele Aktivitäten in lokalen Paaren wie XRP/… in Won stattfinden.
Allerdings sagt die reine Volumenrangliste allein noch nicht, wie stark „neues“ Interesse aus Korea tatsächlich ist. Upbit weist für die betrachtete Woche ein Gesamt-Handelsvolumen von 8,35 Billionen Won aus, rund 6,28 Milliarden US-Dollar, und dieses Volumen lag 15,5 % unter dem Niveau der Vorwoche. Noch breiter betrachtet fiel das Handelsvolumen über mehrere große Börsen hinweg um 19,6 %. In so einem Umfeld kann der Marktanteil einzelner Coins steigen, obwohl insgesamt weniger gehandelt wird. Genau dieses Muster ist mit der Top-Position von XRP vereinbar: XRP bleibt im Fokus, während die Aktivität in anderen Coins nachlässt oder schlicht das „Handelsradar“ insgesamt langsamer dreht.
Technisch und methodisch kommt eine zweite Ebene hinzu: Handelsvolumen ist immer die Summe von Kauf- und Verkaufsseite. Ein Umsatzwert von 8,35 Billionen Won bedeutet daher nicht automatisch, dass Käufer dominieren oder dass neue Nachfrage in den Markt strömt. Auf dem Orderbuch können zudem Marktteilnehmer mit beiden Seiten Positionen stellen, um den Spread zu vereinnahmen; solche Aktivitäten lassen Volumenwerte steigen, ohne dass sich der Netto-„Inhaberwechsel“ zwingend in die Richtung verschiebt, die Retail-Trader erwarten. Auch die Frage, wie Trades abgerechnet werden, spielt hinein: Upbit verrechnet Trades in den eigenen internen Büchern und berührt dabei laut Quelle nicht direkt die XRP Ledger-Blockchain. Dadurch lässt sich aus der Kette allein nicht sauber ableiten, ob XRP tatsächlich in die Wallets der neuen koreanischen Käufer gewandert ist. Eine „ruhige“ On-Chain-Situation kann sowohl Akkumulation als auch schlicht Inaktivität bedeuten.
Hinzu kommt, dass der Kursverlauf das Signal zusätzlich verwässert. XRP notierte zum 18. Oktober 2026 bei 1,31 US-Dollar und lag damit in der Woche um 7,1 % tiefer sowie über zwei Wochen um 13,5 %. Gleichzeitig wird ein Abstand von rund 64 % zum Peak von 3,65 US-Dollar genannt. Das Timing ist wichtig: Ein hohes Volumen während eines Preisrückgangs kann sowohl Verkäufe widerspiegeln als auch das „Abgleichen“ von Angebot und Nachfrage, bei dem Verkäufer Liquidität bereitstellen und Käufer nur begrenzt durchdrücken. Für die Marktqualität ist zudem der konkrete Verlauf relevant: Auf Dollar-Basis wird ein Tief von 1,25 US-Dollar am 18. Oktober genannt, als niedrigster Tageswert des letzten Monats.
Während die Upbit-Daten die regionale Mikroebene beleuchten, hängt die makroökonomische Preisdynamik von frischem Kapital ab. Genau hier werden die Spot-XRP-ETFs als alternativer Indikator herangezogen, weil sie Investmentflüsse bündeln. Laut den in der Quelle genannten SoSoValue-Daten gab es am 16. Oktober einen Nettoabfluss von 2,5 Millionen US-Dollar; am 15. Oktober fiel der Abfluss auf etwa 105.000 US-Dollar, und in mehreren Tagen davor wurde kein Nettofluss ausgewiesen. In der zweiten Septemberhälfte war das Bild dagegen deutlich aktiver: Am 25. September verzeichneten die Fonds einen Nettozufluss von 22,6 Millionen US-Dollar – zeitgleich mit einer Kaufbewegung, die XRP laut Quelle bis zu einem Intraday-Hoch von 1,66 US-Dollar am 23. September trieb. Dass ETF-Inhaber aktuell im Minus sind, dürfte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Gewinne bei Erholungen eher verkauft werden, um Verluste zu begrenzen; die Quelle nennt dafür ein Gesamt-Nettovermögen von 1,47 Milliarden US-Dollar am 16. Oktober, unterhalb der kumulierten 1,80 Milliarden US-Dollar aus den vorherigen Zuflüssen.
Vor diesem Hintergrund ist die zentrale Frage der Meldung – ob Südkorea noch „das“ größte XRP-Marktgebiet bleibt – nur eingeschränkt aus der einen Kennzahl zu beantworten. Südkorea wird als loyaler Retail-Markt beschrieben, und die Rangfolge bei Upbit unterstützt diese Lesart zumindest als Indiz für anhaltende Aktivität. Gleichzeitig fällt die Woche in eine Phase sinkender Gesamtnachfrage im Handel: Wenn das Gesamtvolumen schrumpft und der Kurs trotzdem nachgibt, ist es schwer, allein aus Platz eins einen starken Zuwachs an neuen Käufern abzuleiten. Genau dafür fehlen in der Quelle zwei entscheidende Aufschlüsselungen: der exakte Anteil von XRP am Upbit-Gesamtvolumen und der Anteil globaler XRP-Transaktionen, die tatsächlich in Won stattfinden. Ohne diese Größen bleibt der Beitrag des südkoreanischen Handels zum weltweiten Bild unscharf.
Praktisch lässt sich die „Korea-Frage“ mit zwei Tests verfolgen, die direkt aus den genannten Daten abgeleitet sind. Erstens der Volumen-Test: Wenn Upbits nächster Wochenbericht das Gesamtvolumen wieder über 8,35 Billionen Won hebt und XRP weiterhin vorn liegt, wäre das ein stärkeres Argument, dass zusätzliche Mittel in Won gezielt in XRP fließen. Zweitens der Preis-Test: Die Quelle nennt als Referenzen das 1,25-US-Dollar-Tief und die Rückeroberung des 1,41-US-Dollar-Schlusskurses vom 11. Oktober; ein täglicher Schluss unter 1,25 US-Dollar würde dagegen eher zeigen, dass die lokale Nachfrage nicht trägt. Für Marktteilnehmer und Unternehmen, die Krypto-Aktivitäten in Planung berücksichtigen, heißt das: Upbit-Rankings bleiben ein nützlicher Taktgeber für regionale Aktivität, aber die Kombination aus Preis, ETF-Flüssen und der Abrechnungslogik der Börsen bestimmt, ob daraus wirklich nachhaltige Nachfrage entsteht oder nur ein temporäres Marktbild.
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