LONDON (IT BOLTWISE) – Das AV Access iDock C20 bündelt Bildausgabe, USB und Strom für zwei Laptops über je ein USB-C-Kabel. Im Test zeigt sich vor allem die Stärke beim Laden: Beide Rechner laufen gleichzeitig mit 60 W über Power Delivery. Das Bildsignal bremst jedoch: Die HDMI-2.0-Ausgänge erreichen maximal 4K bei 60 Hz, DisplayPort fehlt. Damit lohnt sich das Dock besonders für Büros mit zwei Monitoren, weniger für Nutzer schneller oder höher auflösender Displays.

Das AV Access iDock C20 ist im Kern weniger ein klassischer KVM-Switch, sondern ein Docking-Ansatz für zwei tragbare Computer am selben Arbeitsplatz. Zwei Laptops werden jeweils über ein USB-C-Kabel verbunden; darüber läuft nicht nur das Bild für zwei Monitore, sondern auch USB-Daten, Netzwerk (RJ45) sowie die Stromversorgung per Power Delivery. Das macht das C20 praktisch für den Alltag, wenn Mitarbeitende zwischen zwei Geräten wechseln müssen, etwa zwischen Arbeits- und Geschäftslaptop – und nicht jedes Mal mehrere Kabel umstecken wollen.
Technisch setzt AV Access auf zwei USB-C-Eingänge, pro Laptop einen. Der Video-Transport erfolgt über DP-Alt-Mode, kombiniert mit MST (Multi-Stream-Transport), sodass beide Monitore über einen einzigen USB-C-Anschluss angesteuert werden können. Entscheidend ist dabei: Der erweiterte Desktop klappt nur, wenn der USB-C-Port des Laptops DP-Alt-Mode und MST unterstützt. Unter macOS bleibt es in der Praxis häufig bei SST (Single-Stream-Transport), dann zeigen die Monitore denselben Inhalt. Positiv wirkt außerdem, dass das Dock EDID-Emulation beherrscht: Die Monitore bleiben für beide Laptops dauerhaft „sichtbar“, wodurch Umschaltflackern und chaotische Fensterpositionen ausbleiben sollen, und schlafende Laptops beim Wechsel geweckt werden.
Bei der Bildausgabe zeigt sich jedoch die klare Schwachstelle. Das Dock arbeitet mit zwei HDMI-2.0-Ausgängen und liefert pro Monitor bis zu 4K bei 60 Hz, allerdings ohne DisplayPort. Für viele aktuelle Workflows reicht HDMI-2.0 zwar aus, aber im Test wird die theoretische Grenze in der Praxis spürbar: Im Dual-Monitor-Betrieb laufen die Displays nur mit 60 Hz, dabei eine Seite mit 3K- und die andere mit 4K-Auflösung. Auch die gewünschten 144 Hz bei WQHD lassen sich nicht erreichen. Zum Vergleich wird im selben Testkontext betont, dass ein anderes Modell aus dem eigenen Portfolio (iDock B10) höhere Bildraten schafft und zudem mehr Ladeleistung bietet.
Neben dem Video bleibt das iDock C20 insgesamt üppig bestückt. Auf der Peripherieseite gibt es sechs USB-A-Ports, aber nicht alle sind gleich schnell: Zwei Anschlüsse arbeiten nach USB 3.0 mit 5 GBit/s und 1 A, während die übrigen vier nur über USB 2.0 mit 480 MBit/s verfügen. Das ist ausreichend für Maus, Tastatur und Webcam, für externe SSDs wird es dagegen schnell zum Engpass. Ergänzend kommen ein USB-C-Port mit 5 GBit/s und 1,5 A sowie ein SDXC-Kartenleser (bis zu 104 MB/s für Karten bis 2 TB) hinzu. Für Audio übernimmt das Dock die HDMI-2.0-Tonformate inklusive Mehrkanal-Standards; außerdem gibt es eine 3,5-mm-Kombibuchse für ein Headset in Stereo, und der RJ45-Port liefert ein Gigabit-Netzwerk für beide Laptops.
Auch beim Datenverkehr zeigt sich ein gemischtes Bild. Für die USB-Übertragung braucht das C20 im Test bei einer 5-GB-Datei von einer externen SSD in Richtung Rechner 11 s (bis zu 441 MB/s) und zurück 13,81 s (maximal 358 MB/s). Damit ordnet sich die Performance „noch in Ordnung“, aber eher im Mittelfeld ein. Die Alternative aus dem B10-Umfeld schafft im Test mit USB 3.2 Gen 2 deutlich höhere Werte; außerdem liegt die zweite wesentliche Differenz im Ladeprofil: Während das iDock C20 beide Geräte mit 60 W versorgt, bietet das B10 bis zu 100 W und bindet dabei allerdings nur einen Laptop per USB-C.
Beim Preis schließlich wird die Zielgruppe klar eingegrenzt. Das AV Access iDock C20 kostet im Testkontext 260 Euro, im eigenen Shop werden rund 280 Euro aufgerufen; mit der optionalen Fernbedienung EXB01 steigt der Preis auf etwa 293 Euro, die Fernbedienung wird separat mit ungefähr 12 Euro beziffert. Damit bleibt das C20 zwar nur rund 30 Euro unter dem iDock B10-Preis, verliert aber gleichzeitig bei den Displays (4K nur bis 60 Hz über HDMI-2.0 und ohne DisplayPort), bei den USB-Ports (weniger USB-3.0-Anteile) und bei der reinen Video-Performance im Dual-Monitor-Betrieb. Genau hier liegt das Fazit: Wer zwei Laptops an zwei Büromonitoren betreibt und „ein Kabel“ als Wechsel-Schnittstelle priorisiert, bekommt ein hochwertig verarbeitetes Dock mit SD-Kartenleser und Headset-Anschluss. Wer dagegen schnelle Bildraten oder DisplayPort-basierte Setups nutzt, sollte eher zu einem Modell mit breiteren Video-Fähigkeiten greifen.
Für die Praxis heißt das: Als Arbeitsplatz-Mittelpunkt kann das C20 überzeugen, weil es das Umschalten von Bild, USB und Netzwerk ohne sichtbaren EDID-„Stress“ organisiert. Gleichzeitig entscheidet die Display-Kette – HDMI-Generation, gewünschte Auflösung und Bildwiederholrate – darüber, wie zufrieden man im Alltag ist. Bei KVM-Docks ist diese Abstimmung meist der Engpass, nicht das Gehäuse oder die Peripherie. Gerade deshalb ist das C20 eine gute Wahl für klare, konservative Monitor-Szenarien, aber nicht die erste Empfehlung für ambitionierte Multi-Monitor-Gamer oder Anwender, die höhere Bildraten und DisplayPort als Muss ansehen.
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