LONDON (IT BOLTWISE) – Coinbase will Bitcoin mit Mechanismen aus dem Post-Quanten-Umfeld vorbereiten. Im Fokus steht ein flexibler Ausgabetyp, der Signaturen austauschen oder kombinieren kann. Das Unternehmen nennt mehrere Kandidaten für Signaturverfahren und fordert zusätzlich eine stateless Variante, um Fehler bei der Statusverwaltung zu begrenzen. Unklar bleibt jedoch, ob und wann das Netzwerk tatsächlich zu einem quantensicheren Übergang findet.

Coinbase nutzt einen neuen Blogbeitrag, um die Diskussion um eine mögliche „große Quantenwende“ für Bitcoin in technische Bahnen zu lenken. Dabei betont das Unternehmen ausdrücklich, dass es sich um eine Grundlage für Gespräche handelt und nicht um eine abgeschlossene Position. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Bitcoin zwar seit Jahren als dezentrale Wertanlage wahrgenommen wird, kryptografische Risiken durch künftige Computertechnik aber eine andere Art von Langfrist-Thema sind: Sie betreffen nicht nur Geschwindigkeit und Skalierung, sondern die Sicherheitsannahmen, auf denen Transaktionen und Besitznachweise beruhen.
Im Kern fordert Coinbase einen flexiblen Ausgabetyp, konkret in Form eines Systems, das sich wie P2MR (im Sinne von BIP-360) oder P2TRv2 verhalten kann. Solche Konstrukte sollen es ermöglichen, Signaturverfahren so zu ändern, dass neue Kryptografie-Standards in bestehende Skripte integriert werden können – entweder durch Ersetzung, Kombination oder das Einführen ergänzender Signaturlogik. Interessant ist dabei nicht nur die Idee des „Upgrade-fähigen“ Designs, sondern auch die Governance-Realität: Konsensänderungen am Bitcoin-Protokoll und Migrationen über Wallets und Infrastruktur hinweg können laut Coinbase mehrere Jahre beanspruchen. Damit verschiebt sich der Diskussionsschwerpunkt von der Frage „Ob Quantencomputer irgendwann kommen“ hin zu „Wie schnell lässt sich die Community koordiniert in Richtung eines sicheren Schemas bewegen“.
Technisch setzt Coinbase auf die Unterscheidung zwischen stateful und stateless Ansätzen. Bei einer stateful Variante läuft mit der Signaturlogik ein verwalteter Zustand mit; genau dort sieht das Unternehmen aber auch eine potenzielle Fehlerquelle. Fehler in der Statusverwaltung könnten Falschsignaturen oder unerwünschte Validierungen begünstigen. Deshalb fordert Coinbase neben einer stateful Option ausdrücklich auch eine stateless Möglichkeit, also ein Design, das ohne diese laufende Zustandsverwaltung auskommt. Als Kandidaten für die Bewertung nennt Coinbase mehrere Signaturfamilien, darunter ML-DSA, SLH-DSA, FN-DSA und SHRINCS, und kündigt an, dass Kriterien wie Signaturgrößen, Verifikationszeit sowie Gebühren relevant sein sollen. Die Botschaft dahinter ist klar: Quellennah „post-quanten“ zu sein reicht nicht, wenn die praktischen Kosten im Netzwerkgeschäft die Akzeptanz verhindern.
Wie akut die Gefahr für Bitcoin ist, hängt von den Annahmen über die verfügbare Quantenhardware und davon ab, ab wann konkrete Angriffe realistisch werden. Laut dem Quantenberatungsgremium von Coinbase lagen im April rund 6,9 Millionen Bitcoin in Adressen, deren öffentliche Schlüssel als ungeschützt gelten. Gleichzeitig stellt das Gremium klar, dass ein Quantencomputer, der die Bitcoin-Kryptografie brechen kann, noch nicht existiert. Eine Einordnung von Google Quantum AI, veröffentlicht Ende März, kommt zu dem Schluss, dass ein erfolgreicher Angriff auf einem supraleitenden Rechner mit weniger als 500.000 physischen Qubits möglich sein könnte. Daneben argumentiert das Bitcoin Policy Institute, Bitcoin sei nicht akut gefährdet und leistungsfähigsten Quantenmaschinen müssten nur wenige tausend Qubits erreichen. Genau in dieser Spannweite liegt für Marktteilnehmer die Unsicherheit: Nicht die unmittelbare Angriffsfähigkeit steht im Mittelpunkt, sondern die Zeitsensitivität, mit der Vertrauen und Technik Schritt halten müssen.
Dass der Markt sich mit Quantenrisiken beschäftigt, zeigt sich auch an den Erwartungen einzelner Marktakteure. Kevin O’Leary verwies im September in einem Podcast darauf, Bitcoin könne 1 Million US-Dollar erreichen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Bedenken zu Quantencomputern gelöst werden. Schon zuvor hatte er angedeutet, dass Institutionen ihre Bitcoin-Bestände auf maximal drei Prozent begrenzen könnten. Auf der institutionellen Modellseite wird Quantenrisiko ebenfalls als Parameter sichtbar: Ein Stratege strich laut eigener Aussage bereits im Januar eine zehnprozentige Position aus dem Modellportfolio, weil die Quantenbedrohung nicht hinreichend adressiert sei. Für Coinbase passt das jedoch auch zu seinem eigenen Geschäftsinteresse: Als einer der großen Krypto-Verwahrer setzt das Unternehmen stark auf Multi-Party Computation, also Mechanismen, die Schlüssel nicht in einer einzigen Form, sondern verteilt absichern. Ein Protokollwechsel Richtung quantensichere Verfahren würde daher nicht nur die gesamte Bitcoin-Welt betreffen, sondern auch die Anforderungen, die Verwahrer und Custody-Anbieter an Kompatibilität stellen.
Für Bitcoin-Anleger folgt aus der Debatte derzeit vor allem ein Erwartungsmanagement: Ein unmittelbarer Handlungsimpuls lässt sich kaum ableiten, weil kein Quantencomputer bekannt ist, der Bitcoin in der Breite angreifen kann. Entscheidend wird vielmehr, ob die Entwickler-Community einen tragfähigen Vorschlag priorisiert und sich auf ein Signaturschema samt Zeitplan einigt. Coinbase nimmt hier eine Doppelrolle ein: Es liefert technische Kriterien (Ausgabetyp, stateless vs. stateful, Signaturfamilien und Bewertungsmatrix), ohne den finalen Zeitpunkt zu bestimmen, und macht gleichzeitig sichtbar, warum sich Verwahrer und Infrastrukturbetreiber früh einarbeiten müssen. Ob der Übergang gelingt, entscheidet sich später daran, wie gut es gelingt, aus „richtigen“ kryptografischen Ideen umsetzbare, konsensfähige Implementierungen zu formen – insbesondere für den Umgang mit ruhenden oder verlorenen Coins, für den Coinbase bislang keine abschließende Lösung skizziert.
Damit rückt neben Kursentwicklung und Regulierung ein dritter Faktor in den Vordergrund: langfristige technische Sicherheit als Bestandteil von Anlegervertrauen. Sollte die Bitcoin-Community den vorgeschlagenen Pfad ausbauen und die genannten Bewertungsgrößen in konkrete Standards überführen, könnte sich die Wahrnehmung des Risikos schrittweise von spekulativen Annahmen hin zu überprüfbarer Architektur verschieben. Bleibt der Übergang hingegen unkoordiniert oder zu langsam, könnten Quantenrisiken stärker als Bewertungsabschlag wirken, selbst wenn ein Angriff kurzfristig nicht möglich ist. Coinbase setzt in diesem Sinne vor allem einen Diskussionsrahmen: nicht als Versprechen für morgen, sondern als Versuch, die technischen Lücken heute zu benennen.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Coinbase skizziert Quantensicherheits-Upgrade für Bitcoin, aber ohne Zeitplan" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Coinbase skizziert Quantensicherheits-Upgrade für Bitcoin, aber ohne Zeitplan" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Coinbase skizziert Quantensicherheits-Upgrade für Bitcoin, aber ohne Zeitplan« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!