LONDON / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Kundendaten zeigen, dass wohlhabende Familien in mehreren Ländern zunehmend zusätzliche Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsrechte suchen. Als Treiber werden politische, regulatorische und gesellschaftliche Volatilität genannt, die Stabilität und Handlungsoptionen stärker in den Fokus rückt. Besonders auffällig ist die steigende Nachfrage aus hochentwickelten Volkswirtschaften, etwa mit deutlichem Wachstum bei Anträgen aus den USA. Gleichzeitig planen viele Antragsteller offenbar Rechte und Optionen über mehrere Rechtsräume hinweg, statt sich auf ein einziges Zielland zu verlassen.

Die Nachfrage nach zusätzlichen Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsrechten wächst laut aktuellen Kundendaten in einer Phase, in der politische und regulatorische Rahmenbedingungen als weniger berechenbar wahrgenommen werden. Im Kern geht es dabei nicht nur um klassische Auswanderungspläne, sondern um eine Art „Optionen-Strategie“: Wenn sich Regeln und gesellschaftliche Prioritäten schneller ändern können, steigt bei internationalen Familien offenbar das Bedürfnis, mehrere Lebens- und Handlungsorte abzusichern. Die vorliegenden Zahlen ordnen diese Entwicklung in den Kontext von Volatilität durch politische Spannungen, Proteste sowie eine Reihe wichtiger Wahlen ein – mit dem Ergebnis, dass zusätzliche Wahlmöglichkeiten in unterschiedlichen Ländern stärker nachgefragt werden.
Technisch betrachtet liegt die Bedeutung weniger in einer einzelnen Maßnahme als in der Struktur der Beratungs- und Programmvielfalt, die entsprechende Schritte überhaupt planbar macht. Für den Zugang zu Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsoptionen spielen unterschiedliche Programme eine Rolle, die jeweils an bestimmte Kriterien geknüpft sind und in der Praxis mehrere Monate bis teils länger dauern können. In den Daten wird zudem sichtbar, wie international die Antragstellerbasis bereits ist: Mehr als ein Drittel der Antragstellenden lebt demnach außerhalb des Herkunftslandes. Das deutet darauf hin, dass die Entscheidungskette häufig bereits im Ausland beginnt und nicht erst mit einem konkreten Umzugsbeschluss startet.
Der Markt wirkt dabei klar segmentiert nach Herkunftsregionen. US-Staatsangehörige bleiben demnach die größte Gruppe der Antragsteller nach Nationalität. Für das Vereinigte Königreich wird ein Platz unter den Top-10 genannt, Deutschland rangiert ebenfalls in diesem Bereich. Besonders relevant ist die Verschiebung in Westeuropa: Frankreich soll vom 36. auf den 14. Platz aufgestiegen sein, während auch Australien und Kanada inzwischen zu den wichtigsten Herkunftsländern zählen. Gleichzeitig werden zeitliche Beschleunigungen beschrieben: Die Zahl der Anfragen aus Frankreich habe zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal um 24 % zugelegt, aus Italien um 14 %. In den USA fällt die Dynamik laut Quelle noch stärker aus, weil die Zahl der Anträge amerikanischer Staatsangehöriger innerhalb von 18 Monaten um 52 % gestiegen ist – auch wenn nur ein kleinerer Teil dieser Gruppe bereits außerhalb der USA lebt.
Ein weiteres Muster zeigt sich in der Frage, wie breit Rechte über verschiedene Länder verteilt werden. In den Kundendaten wird explizit die Diversifizierung über mehrere Rechtsräume hinweg hervorgehoben: Viele Familien prüfen nicht nur „Bleiben oder Weggehen“, sondern gestalten Alternativen für den Fall, dass sich Lebensumstände ändern. Der CEO von Henley & Partners, Dr. Juerg Steffen, ordnet die Muster demnach weniger als „klassische Auswanderung“ ein, sondern als umfassendere Diversifizierung von Anlagen und Lebensplanung. Er argumentiert sinngemäß, dass ein souveränes Portfolio mehrere Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsrechte sowie Investitionen und persönliche Bindungen in verschiedenen Ländern zusammenführen kann. Genau an dieser Schnittstelle wird es strategisch: Statt einmalig zu entscheiden, werden Voraboptionen so aufgebaut, dass künftige Schocks nicht zwingend eine komplette Neuausrichtung erzwingen.
Auch die italienische Perspektive illustriert laut Quelle eine Entwicklung „in beide Richtungen“. Das heißt: Während viele Antragsteller dauerhaft in Italien leben könnten, werden gleichzeitig immer mehr Anträge für Programme genannt, die internationale Bewegung ermöglichen. Für das Italy Investor Visa Program wird angegeben, dass der Gesamtwert bis Ende des dritten Quartals bereits den Jahreswert 2025 erreicht habe, wobei rund ein Drittel der Antragsteller US-Staatsangehörige gewesen seien. Dazu passt, dass nicht nur klassische Zielländer im Blick stehen, sondern auch der Weg dorthin: Antragsteller aus Frankreich und Italien sichern sich zunehmend Optionen in mehreren Ländern. Die Quelle nennt dabei als Zusatzindikator, dass etwa die Hälfte der italienischen Antragsteller weiterhin in Italien lebt, während die meisten französischen Antragsteller bereits außerhalb Frankreichs leben.
Für die Praxis in Unternehmen und für die Beratungsindustrie ist außerdem entscheidend, wie viele Programmwege parallel existieren können. Die Daten nennen für das Jahr 2026, dass US-Staatsangehörige Anträge im Rahmen von 27 verschiedenen Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsprogrammen gestellt haben – verteilt über Regionen wie Europa, die Karibik, Lateinamerika und den asiatisch-pazifischen Raum. Das ist ein Hinweis darauf, wie stark die Entscheidungslandschaft fragmentiert ist und wie wichtig ein übergreifender Überblick über Kriterien, Laufzeiten und Realisierungswahrscheinlichkeiten wird. Gleichzeitig zeigt die Quelle, dass politischer Kontext nicht abstrakt bleibt: Proteste und Spannungen in Europa sowie Wahlzyklen in Brasilien, Spanien, Serbien, Israel und den Vereinigten Staaten werden als Faktoren beschrieben, die die künftigen politischen, fiskalischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stärker in den Blick rücken.
Abgerundet wird die Einordnung durch die organisatorische Aufbereitung des Themas in einem Branchenformat. Die Zusammenhänge zwischen politischer Unsicherheit, globalem Wohlstand sowie der Planung von Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsrechten gehören laut Angabe zu den Themen der 20th Global Citizenship Conference, die vom 23. bis 25. November 2026 im The Dolder Grand in Zürich stattfindet. Für die Information von Fachleuten und Medien werden zudem Hinweise auf das Konferenzprogramm sowie Kontaktmöglichkeiten für Anfragen genannt. Für Entscheidungsträger ist das vor allem ein Signal: Der Bedarf an rechtlichen und finanziellen „Fallbacks“ wird nicht isoliert betrachtet, sondern zunehmend als Teil breiterer Vermögens- und Lebensplanung verstanden – und damit auch als Bereich, in dem Beratung, Datenaufbereitung und geopolitisches Monitoring enger zusammenspielen.
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