LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie in npj Science of Food quantifiziert, wie viele Mikroplastik-Partikel Plastik-Teebeutel beim Aufbrühen in die Tasse abgeben. Gleichzeitig werden BPA sowie weitere Weichmacherverbindungen nachgewiesen, die während der Produktion für Stabilität in heißen Flüssigkeiten eingesetzt werden. Im Laborvergleich schneiden lose Teeblätter deutlich besser ab, obwohl ein direkter Zubereitungstest fehlt. Für die Risikoabschätzung nutzen die Forschenden Modellrechnungen statt direkter Gesundheitsmessungen.

Künstliche Intelligenz spielt in dieser Meldung zwar keine Rolle, aber die Methodik ist ein gutes Beispiel dafür, wie Laboranalytik heute von „Vermutungen“ zu messbaren Kennzahlen wird. Der Kernbefund lautet: Plastik-Teebeutel können im Vergleich zu loser Teeblatt-Zubereitung deutlich mehr Mikroplastik in das Getränk tragen. Besonders relevant ist das, weil Teekonsum im Alltag wiederholt und häufig stattfindet und Verpackungs- oder Serviermaterial damit zur variablen Expositionsquelle wird.
Die Untersuchung betrachtet Teebeutel aus vier unterschiedlichen Marken, deren Produkte in Kunststoffbeutel-Varianten vorliegen, während zum Vergleich 14 Sorten losem Tee dienen. Für die getestete Teebeutelzubereitung wurden die Beutel drei Minuten lang bei ungefähr 95 °C aufgebrüht. Bei den losen Teeblättern erfolgte hingegen keine äquivalente „Aufbrüh-Experiment“-Variante, sondern eine direkte chemische Aufschlussbehandlung. Diese Entscheidung ist methodisch wichtig: Sie macht den Vergleich nicht eins-zu-eins, deutet aber auf Unterschiede in der Größenordnung der Partikelbelastung hin und liefert zusätzlich Hinweise auf die Polymerzusammensetzung.
Für die Partikelanalytik kombinierten die Forschenden Mikroskopie mit weiteren Schritten, um den Befund einzuordnen. Zunächst wurden vermutete Partikel gezählt; anschließend nutzte man Infrarotspektroskopie, um einen Teil davon gezielt zu identifizieren. Chemische Gehalte in den Aufgüssen bestimmten sie mit Chromatographie. Unter den gewählten Aufbrühbedingungen lagen die gemessenen Konzentrationen der Beutelmargen zwischen 555 und 2.498 Mikroplastik-Partikeln pro Tasse. Allerdings ist die Aussage durch die Nachweisgrenze begrenzt: Es wurden nur Partikel größer als 100 Mikrometer erfasst, kleinere Fraktionen könnten zusätzlich vorhanden sein. Zudem ergab die Identifikation, dass die Partikel in den Teebeuteln überwiegend aus Polyamidfasern bestehen – passend zur verwendeten Materialbasis der Beutel.
Parallel zu den Partikeln wurden auch chemische Begleitstoffe untersucht, die typischerweise während der Produktion in Kunststoffe eingearbeitet werden. In allen vier Kunststoffbeutel-Infusionen fanden die Forschenden sowohl bisphenol A (BPA) als auch Weichmacherester (PAEs). Die Spannweite des Modell-basierten BPA-Inputs reichte dabei von 4,55 % bis 21,70 % des von der EFSA als täglicher Richtwert (TDI) verwendeten Benchmarks. Genau diese Prozentwerte sind der zweite zentrale Punkt, weil sie zeigt, dass es nicht nur um „irgendwelche Partikel“ geht, sondern um potenziell bioaktive Stoffe, die beim Kontakt mit heißem Wasser migrieren können. Gleichzeitig gilt: Die Autoren messen keine gesundheitlichen Endpunkte direkt, sondern leiten Risiken über toxikologische Parameter und eine Expositionsmodellierung ab.
Beim Vergleich zur losen Blattfraktion zeigte sich ein deutlich anderes Bild. Die losen Teeblätter enthielten je Kilogramm zwischen 146 und 1.178 Partikel. Umgerechnet auf eine typische Portion (2 Gramm) ergibt das etwa 0,3 bis 2,4 Partikel pro Portion. Das klingt nach „weniger“, und genau diesen Unterschied unterstreichen die Forschenden: Bei den Beuteln entsteht die Belastung sehr wahrscheinlich zusätzlich zum allgemeinen Hintergrund, weil das Kunststoffmaterial selbst beim Aufbrühen in den Extraktionsprozess einbezogen wird. Die Polymerverteilung der losen Teeblätter bestand zudem aus einer Mischung verschiedener Polymerarten. Als Ursachen nennt die Studie unter anderem den Einsatz von Kunststoffsäcken und -bündeln (PE/PP) in der Landwirtschaft, Staubeintrag aus der Atmosphäre, der häufig PET- und PA-Fasern enthält, sowie die industrielle Verarbeitung, bei der die Blätter intensiv mit kunststoffbeladenen Maschinenkomponenten wie Förderbändern oder Rollenstationen in Kontakt kommen. Auch die „Mitunter“-Mechanik zählt: In der Welkphase lagern sich mikroskopische Partikel durch das Absetzen des in der Luft verteilten Materials mit ab, wodurch die Gesamtlast zusätzlich anwächst.
Für die gesundheitliche Einordnung bleibt die Lage differenziert. In der Modellierung wird für Mikroplastik und Weichmacher bei typischem Teekonsum die erwartete Zufuhr als vernachlässigbar eingeordnet. Bei BPA zeigen sich jedoch die deutlichsten Warnsignale, weil der BPA-Anteil im Expositionsmodell in einem Bereich liegen kann, der die EFSA-Benchmark für einen relevanten Bevölkerungsanteil zumindest rechnerisch stärker ausschöpft als man intuitiv erwarten würde. Die Studie macht außerdem deutlich, dass dieser Anteil nur einen Teil der täglichen BPA-Aufnahme darstellen kann, die über weitere Quellen wie Lebensmittel, Verpackungen oder Umwelt zustandekommen kann. Entsprechend wird die Aufmerksamkeit besonders auf vulnerable Gruppen wie Schwangere und Kinder gelenkt.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist der praktische Hebel erstaunlich banal: Das Risiko lässt sich offenbar relativ früh in der Prozesskette reduzieren, indem man Plastik-Teebeutel vermeidet und auf losen Tee mit Keramik- oder Metall-Sieben bzw. Infusern setzt. Zusätzlich schlagen die Forschenden vor, losen Tee vor dem Aufbrühen kalt zu waschen, um Umweltkontaminationen zu senken. Gleichzeitig betonen sie, dass noch mehr Forschung nötig ist, um die tatsächlichen gesundheitlichen Folgen besser zu quantifizieren und zu klären, welche Schutzmaßnahmen wirklich erforderlich sind. Größere Stichproben, eine erweiterte Charakterisierung der Partikelgrößen und -typen sowie direkte chemische Messungen im gebrühten losen Tee sollen die Limitationen der aktuellen Studie adressieren. Damit verschiebt sich die Diskussion weg von „ob“ Mikroplastik grundsätzlich vorkommt hin zu der Frage, wie stark einzelne Alltagsroutinen die Exposition erhöhen oder absenken – und genau dort können Unternehmen und Produktverantwortliche ansetzen.
Weitere Informationen: Necla Pehlivan et al., Microplastic release from plastic tea bags versus bulk tea and migration of bisphenol A and plasticizer esters, npj Science of Food (2026). DOI: 10.1038/s41538-026-01175-x
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Studie zeigt Mikroplastik- und BPA-Freisetzung aus Plastik-Teebeuteln" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Studie zeigt Mikroplastik- und BPA-Freisetzung aus Plastik-Teebeuteln" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Studie zeigt Mikroplastik- und BPA-Freisetzung aus Plastik-Teebeuteln« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!