LONDON (IT BOLTWISE) – Die Epson International Pano Awards 2026 haben ihre Gewinner bekanntgegeben. Über 4.000 Beiträge aus 93 Ländern gingen ins Rennen, mit einem Plus von 19 Prozent zum Vorjahr. Erstmals gab es eigene Kategorien für Luftbildfotografie, auf die 680 Einreichungen entfielen. In der offenen Klasse setzte sich Daniel Viñé Garcia mit einer 33-teiligen Bildserie aus den südamerikanischen Anden durch.

Die Epson International Pano Awards 2026 zeigen einmal mehr, wie stark sich Panorama-Fotografie in Richtung hochauflösender, aus vielen Einzelaufnahmen zusammengesetzter Bildwelten entwickelt. Dieses Jahr gingen laut Veranstalter insgesamt 4.084 Beiträge aus 93 Ländern in die Wertung, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig ist dabei nicht nur die steigende Teilnahme, sondern auch die inhaltliche Verschiebung: Erstmals existieren eigene Kategorien für Luftbildfotografie, die mit 680 Einreichungen bereits ein eigenes Wettbewerbsgewicht bekommen.
Im Zentrum des diesjährigen Gesamtsiegs steht ein sehr klassisches Pano-Prinzip – nur mit moderner Ausarbeitung: Daniel Viñé Garcia gewann die offene Klasse mit einer Bildserie aus den südamerikanischen Anden. Sein Panorama „The Sleeping Giant“ zeigt die Vulkane Parinacota und Pomerape in Chile beim Sonnenuntergang. Entscheidend ist die technische Komposition: Die ursprüngliche 360-Grad-Aufnahme entstand aus 33 Einzelbildern, also aus vielen überlappenden Teilansichten, die sich zu einem zusammenhängenden Gesamtbild mit passender Geometrie und Perspektive fügen lassen.
Auch in den übrigen Sparten spiegelt sich dieses Zusammenspiel aus Motiv und Ausarbeitung. Mikel Iraeta sicherte sich den Preis in „Natur und Landschaft“ mit „Double arch on Milford Sound“, das die Milchstraße über einer neuseeländischen Fjordlandschaft zeigt. Hier kommt ebenfalls ein klarer Mehrbildansatz zum Einsatz: Das Bild besteht aus 107 Einzelaufnahmen. Der Aufwand steckt dabei nicht nur im Fotografieren, sondern vor allem im späteren Zusammenführen, damit Sterne, Wasseroberfläche und die räumliche Tiefenwirkung konsistent wirken und nicht durch Stitchen oder Belichtungsunterschiede auseinanderdriften.
Daneben honorierten die Awards auch Motive, bei denen die Wahl des Standorts und der Perspektive besonders über die Bildwirkung entscheidet. Xuecheng Liu erhielt den Preis für Architekturpanoramen; sein Werk „Center of the Cosmos“ zeigt den New Yorker Times Square aus der Vogelperspektive. In einer Wettbewerbslogik, die Panoramaqualität mit Bildkonzept verbindet, ist gerade diese Art der Perspektive ein Hebel: Aus der Höhe lässt sich eine urbane Geometrie oft leichter in eine „Lesbarkeit“ für das Gesamtpanorama übersetzen, weil Verkehrsachsen, Gebäude- und Platzkanten als visuelle Leitlinien funktionieren.
Bei den Amateuren wurde der Wettbewerb ebenfalls stärker ausdifferenziert. Tomás Sánchez Ruiz erhielt den Titel „Amateurfotograf des Jahres“ mit „Double Arch Over Stokksnes“, entstanden auf Island: Polarlichter über einer verschneiten Küstenlandschaft. In der neuen Luftbildkategorie der Amateure gewann Xuejun Long aus China mit „Journey of Life“, das den Magadisee in Kenia zeigt – einschließlich auffälliger Bodenstrukturen und eines Schwarms Flamingos. Der Schritt zu eigenen Luftbild-Kategorien ist dabei mehr als ein kosmetisches Update: Er trägt der Tatsache Rechnung, dass Drohnen- und Höhenperspektiven heute ein verbreitetes Werkzeug sind, aber auch eigene Herausforderungen mitbringen, etwa bei Überlappung, Flugroutenplanung und bei der Stabilisierung der Bildinhalte über größere Flächen.
Zusätzliche Preise erweiterten wiederum den Blick über klassische 360-Grad-Panoramen hinaus. Preeti und Prashant Chacko erhielten den Epson Digital Art Prize für „The Rugby Players“, ein Schwarz-weiß-Foto mehrerer laufender Nashörner in einem kenianischen Wildreservat. Für VR- bzw. 360-Formate wurde Marcio Esteves Cabral als „VR/360 Photographer of the Year“ ausgezeichnet, und zwar für eine Unterwasseraufnahme in Mexiko. Der Curator’s Award ging an Max Terwindt aus den Niederlanden für sein Drohnenpanorama „Antarctic Nights“. Damit adressieren die Awards nicht nur unterschiedliche Bildinhalte, sondern auch unterschiedliche technische Zielsysteme – vom klassischen Print- oder Web-Panorama bis hin zu immersiven Formaten.
Historisch betrachtet wurden die Epson International Pano Awards 2009 ins Leben gerufen und haben sich seitdem zu einer Plattform entwickelt, die Panoramaaufnahmen aus verschiedenen fotografischen Bereichen bündelt. Für die Szene ist das relevant, weil die Anforderungen an Panorama-Workflows – von der Aufnahmeplanung über die Belichtungsabstimmung bis zur späteren Projektion der 360-Grad-Geometrie – häufig über Jahre hinweg gewachsen sind und heute in vielen Tools aus der Praxis heraus optimiert werden. Dass zusätzlich Sponsoren wie Epson Australia und Epson Southeast Asia den Wettbewerb unterstützen, unterstreicht außerdem, dass es sich nicht nur um einen lokalen Fotowettbewerb handelt, sondern um ein international ausgerichtetes Format mit klarer Sichtbarkeit für technische und kreative Ansätze.
Für Fotografen und Unternehmen, die Panorama-Content professionell nutzen, liefert die diesjährige Verteilung gleich mehrere Hinweise: Die Konkurrenz steigt messbar, neue Kategorien schaffen Vergleichbarkeit, und die prämierten Werke zeigen, dass Multi-Frame-Assemblies weiterhin das Qualitätsfundament bilden. Wer solche Ergebnisse nachbauen will, muss nicht nur Kamera und Motivation liefern, sondern auch einen belastbaren Prozess für Aufnahme, Stitching und Qualitätskontrolle etablieren. Die vollständige Galerie der Gewinnerbilder ist auf der offiziellen Website abrufbar, dort lässt sich auch nachvollziehen, wie die ausgezeichneten Serien in der finalen Projektion wirken.
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