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LONDON (IT BOLTWISE) – In Asien haben sich Technologieaktien uneinheitlich erholt, nachdem fallende Ölpreise die Stimmung spürbar drehten. Am Markt steht vor allem das Apple-Update nach US-Börsenschluss im Fokus, inklusive Erwartungen zur iPhone-18-Nachfrage. In Hongkong zog Xiaomi um 6,7 % an, weil das Unternehmen neue Rekordwerte bei den Elektroauto-Auslieferungen meldete. Gleichzeitig lenkte die Zinserwartung anstehender Notenbankentscheidungen die Aufmerksamkeit auf das nächste Makro-Event.

Asiatische Techwerte erholen sich: Ölrückgang, Apple-Impulse und Xiaomi-E-Autoauslieferungen
Asiatische Techwerte erholen sich: Ölrückgang, Apple-Impulse und Xiaomi-E-Autoauslieferungen (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Auftakt in der neuen Handelswoche zeigte in Ostasien eine Mischung aus Erleichterung und Erwartungsdruck: Technologiewerte liefen zwar vielerorts wieder in die Gewinnzone, doch die Erholung blieb fragil. Laut den Marktberichten setzte der Stimmungsumschwung an dem Punkt an, an dem zuvor vor allem das Halbleitersegment und alles mit „KI-Fantasie“ unter die Räder gekommen war: Ein schwacher Intel-Ausblick hatte die Sorge geschürt, dass sich Gewinnerwartungen bei Chip- und KI-nahem Geschäft weiter nach unten verschieben könnten. Während diese Unsicherheit am Freitag noch spürbar belastete, sorgten am Montag deutlich fallende Energiekosten für Gegenwind. Brent verbilligte sich um rund 3 % auf unter 110 US-Dollar je Fass, nachdem es in der Spitze noch über 117 US-Dollar gelegen hatte. Genau solche Bewegungen wirken in Asien oft über mehrere Kanäle: Sie dämpfen kurzfristig Inflations- und Margenerwartungen und reduzieren zugleich den Druck auf die Risikoprämie, die bei techlastigen Bewertungen schnell steigt.

Im Mittelpunkt der nächsten Kursimpulse stand anschließend das, was an diesem Tag nicht direkt in den asiatischen Handelsstunden entschieden wird: die Veröffentlichung und der Ausblick von Apple nach Ende des US-Handels. Für die Aktienmärkte ist das weniger ein „Event an sich“, sondern ein Taktgeber, weil sich an iPhone-Prognosen häufig die Erwartung zur Konsumstimmung und zu Zulieferketten aufziehen lässt. Besonders im Fokus standen dabei Aussagen zur Nachfrage nach der iPhone-18-Reihe; die Vorbestellungen sollen Mitte Oktober begonnen haben. Das erklärt auch, warum Technologiewerte in mehreren Regionen zwar zulegten, aber nicht einfach pauschal durchkauften: Anleger wollten offenbar erst die Richtung sehen, bevor sie die Risikopositionen erhöhen.

Die Reaktion der großen Chip- und Speicherwerte unterstreicht, dass Marktteilnehmer die Diskussion um KI-Nachfrage und Halbleiter-Planbarkeit weiterhin eng verfolgen. In Seoul etwa machte der Kospi einen Satz um 2,2 % nach oben, nachdem er zwischenzeitlich auch schon über 3 % im Plus gelegen hatte. Die Indexschwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix legten um 1,8 % beziehungsweise 3,8 % zu. Ähnlich differenziert zeigte sich Japan: Der breite Topix-500 gab um 0,9 % nach, der Nikkei-225 stieg um 0,3 %. Hier konnte zudem die Vorsicht eine Rolle spielen, weil am Dienstag ein Feiertag anstand und dadurch nicht alle Akteure sofort auf neue Entwicklungen reagieren konnten. In Hongkong ging der Hang-Seng im Späthandel um 0,5 % höher, während der Shanghai-Composite um 1,1 % zulegte.

Während die Kurse bei Tech also kurzfristig atmeten, lief parallel das Makro-Radar auf Hochtouren. Aus China kamen laut den Konjunkturdaten robuste Signale: Der Einkaufsmanagerindex des RatingDog lag im Oktober minimal niedriger bei 52,0 Punkten, befand sich aber bereits den elften Monat in Folge im Wachstum anzeigenden Bereich. Für die Bewertung von KI- und Techwerten ist das relevant, weil ein stabileres Wachstumsumfeld die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Unternehmensinvestitionen in Rechenzentren, Netzwerkinfrastruktur und Industrieautomation nicht abrupt gekürzt werden. Gleichzeitig richteten sich in Australien die Blicke auf die Geldpolitik: In Sydney gab der S&P/ASX-200 um 0,6 % nach. Händler verwiesen darauf, dass Anleger sich vor der geldpolitischen Entscheidung der Notenbank am Dienstag eher zurückhielten. Erwartet wird demnach eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 4,85 %. Der Zinsausblick habe sich zudem verschärft, nachdem die Verbraucherpreisinflation im September auf 4,3 % nach 4,0 % im August gestiegen war. In der Praxis bedeutet das: Je höher der erwartete Realzins, desto stärker geraten langfristige Wachstumsannahmen unter Druck – selbst dann, wenn operative Daten kurzfristig besser aussehen.

Besonders deutlich wurde die unternehmensspezifische Wirkung in Hongkong: Dort legten Xiaomi um 6,7 % zu, nachdem der Smartphonehersteller mitgeteilt hatte, dass seine Auslieferungen von Elektrofahrzeugen im Oktober mit über 50.000 den bisher höchsten Monatswert erreicht hätten. Solche Zahlen wirken doppelt: Erstens verbessern sie kurzfristig das Bild vom Absatz- und Skalierungskurvenverlauf in einem Segment, in dem Investoren oft sehr genau auf Volumen und Produktionsreife schauen. Zweitens verknüpfen sie sich mit der Erwartung, dass Xiaomi seine Hardware-Kompetenz und die Vertriebsstärke aus dem Mobilfunkgeschäft zunehmend in ein breiteres Ökosystem überführt. Für Techwerte kann das die Korrelation mit klassischen Halbleiter-Risiken teilweise entkoppeln, weil der Markt bei einzelnen „Turnaround“- oder Wachstumsstorys wieder stärker auf Execution statt auf rein makrogetriebene Bewertungsmodelle schaut.

Daneben zeigte sich ein zweiter, sehr technik- und rohstoffnaher Themenstrang: Lithiumaktien standen unter Druck, nachdem eine Studie aus dem Umfeld von Citi die Prognosen für Lithiumpreise gesenkt haben soll. Als Gründe wurden ein langsameres Wachstum der Batterienachfrage, Handelsunsicherheiten und allgemeinere makroökonomische Gegenwinde genannt. In der Kursreaktion spiegelte sich diese Neubewertung sofort: Argosy Minerals verloren 6,2 %, Core Lithium gab um 4,8 % nach, Global Lithium Resources um 1,6 % und Wildcat Resources um 2,3 %. Das zeigt, wie stark die Tech-Story um KI und Elektrifizierung inzwischen mit dem Material- und Kostenblock zusammenhängt: Wenn sich Preis- und Nachfrageannahmen für Batterierohstoffe verschieben, gerät nicht nur die Rohstoffkette unter Druck, sondern auch die Risikobereitschaft für schwer bewertete Wachstumsunternehmen in diesem Sektor.

In Taipeh wiederum profitierte Mediatek um 1,2 %. Unter der Oberfläche war hier ein zweites Stimmungsdetail wichtig: Das Nachfragewachstum für KI werde „auf jeden Fall“ anhalten, hatte der Unternehmenschef in einer Telefonkonferenz nach der Ergebnisbekanntgabe gesagt. Solche Aussagen wirken an den Märkten vor allem dann, wenn sie mit den jüngsten Kennzahlen harmonieren. Taiwans größter Chipentwickler hatte für das dritte Quartal einen 18,3-prozentigen Umsatzanstieg gemeldet und einen Nettogewinn, der um 10,8 % zulegte. Genau dieser Mix aus Wachstum und Gewinnbeteiligung ist für viele Anleger der Hebel, um die zuvor entstandenen Zweifel an Gewinnerwartungen zumindest teilweise zu relativieren.

Unterm Strich bleibt die Botschaft des Tages: Die Erholung der Technologieaktien in Asien ist weniger ein „Zurück zu alten Höchstständen“, sondern ein selektives Neuordnen von Risiken. Der Ölpreis liefert kurzfristige Entspannung, während das Apple-Update die Konsumnachfrage und damit die Lieferketten-Erwartungen neu kalibriert. Gleichzeitig setzen Zins- und Inflationspfade – etwa mit einer erwarteten Anhebung auf 4,85 % bei der Notenbank in Australien – den Bewertungsrahmen für Wachstumswerte. Für Unternehmen und Investoren heißt das in der Praxis: Wer KI- oder Halbleiter-Exponierung hat, schaut neben den Ergebnissen zunehmend auf die Kette aus Energie, Finanzierungskosten und konkreten Ausblicken. Xiaomi zeigt dabei, wie stark einzelne operative Messpunkte wie Elektroauto-Auslieferungen den Kurs kurzfristig drehen können, selbst wenn das makroökonomische Gesamtbild weiterhin von nächsten Entscheidungen und neuen Daten getaktet wird.

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