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LONDON (IT BOLTWISE) – Synology ruft Besitzer von DiskStation-NAS dazu auf, ihr DiskStation-Manager-DSM kurzfristig zu aktualisieren, nachdem Ransomware-Angriffe gezielt auf ältere DSM-Versionen trafen. Der Hersteller verweist auf eine im Dezember 2024 gepatchte Schwachstelle und verknüpft das Vorgehen mit einem Advisory aus November 2024, in dem drei relevante Bugs samt CVSS-Werten aufgeführt werden. Betroffen sind unter anderem Web- und Plugin-Komponenten sowie die Update-Funktion, in der entfernte Manipulation möglich sein kann. Synology empfiehlt außerdem, automatische Updates zu aktivieren, um künftige Lücken schneller zu schließen.

Synology warnt vor Ransomware über DSM-Lücke: Updates sind jetzt Pflicht
Synology warnt vor Ransomware über DSM-Lücke: Updates sind jetzt Pflicht (Foto: IT BOLTWISE)
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Synology setzt ein klares Signal: Wer ein DiskStation-Manager-DSM betreibendes NAS im Einsatz hat, soll die aktuelle Firmware zeitnah einspielen. Hintergrund sind Ransomware-Angriffe, bei denen Angreifer offenbar ältere DSM-Installationen ausnutzen und die Daten auf betroffenen Systemen verschlüsseln, um danach Lösegeld zu fordern. In einer Mitteilung macht der Hersteller zudem deutlich, dass das konkrete Angriffsmuster auf Schwachstellen abzielt, die bereits im Dezember 2024 behoben wurden – nur eben nicht in den Versionen, die der Angreiferseite als „verwundbar“ dienten.

Technisch verweist Synology auf ein Sicherheits-Update, das auf ein Advisory aus November 2024 zurückgeht und drei Schwachstellen beschreibt. Die höchste Priorität ordnet das Advisory dabei der CVE-2024-10441 mit einem CVSS-Score von 9,8 zu: Dabei handelt es sich um ein Problem mit fehlerhafter Kodierung oder Escape-Behandlung im System-Plugin-Daemon von DSM, das laut Beschreibung zu Remote Code Execution führen kann. Ebenfalls im Paket ist CVE-2024-50629 (CVSS 5,3), eine fehlerhafte Kodierung oder Escape-Behandlung in der WebAPI-Komponente, die Fernangreifern das Auslesen begrenzter Dateien ermöglichen kann. Ergänzt wird das Trio durch CVE-2024-10445 (CVSS 4,3), bei der es um eine unzureichende Zertifikatsvalidierung in der Update-Funktion geht – hier nennt das Advisory die Möglichkeit, dass Angreifer begrenzt Dateien schreiben könnten, sofern sie den Updatepfad beeinflussen können.

Für die Praxis ist vor allem entscheidend, welche DSM-Versionen Synology als ausreichend gepatcht einstuft. Für DSM 7.2.2 soll das Upgrade auf 7.2.2-72806-1 oder höher erfolgen; für DSM 7.2.1 nennt der Hersteller mindestens 7.2.1-69057-6. Bei DSM 7.2 ist ein Update auf 7.2-64570-4 oder neuer nötig, während DSM 7.1 mindestens 7.1.1-42962-7 voraussetzt. Auch ältere Plattformen werden adressiert: Für DSM 6.2 fordert Synology 6.2.4-25556-8 oder höher. Damit wird deutlich, dass es nicht um einen einzelnen „Fall“ geht, sondern um eine ganze Patchlinie über mehrere DSM-Generationen hinweg.

In der Meldung ordnet Synology das Ereignis zudem in eine breitere Ransomware-Realität ein. Kundenberichte stehen demnach im Raum, dass Systeme mit C3RB3R-Ransomware kompromittiert wurden, erkennbar unter anderem an einer „.L0CK3D“-Erweiterung an verschlüsselten Dateien. Dass NAS-Geräte überhaupt so stark in den Fokus geraten, ist kein neues Muster: Bereits 2019 wurden NAS-Systeme von QNAP durch QNAPCrypt (alias eCh0raix) kompromittiert. Im August 2021 warnte Synology außerdem vor Brute-Force-Angriffen über eine Malware-Familie namens StealthWorker, die darauf ausgelegt ist, gängige Administrator-Zugangsdaten zu erraten und – im Erfolgsfall – die eigene Schadsoftware nachzuladen. Die damalige Warnung beinhaltete auch den Hinweis, dass infizierte Geräte weitere Angriffe auf andere Linux-basierte Systeme durchführen können, darunter ebenfalls Synology-NAS.

Auch externe Analysen aus dem Umfeld der Cybersicherheitsforschung hatten dieses Motiv bereits aufgegriffen: Ein eCh0raix-Variant wurde demnach so beschrieben, dass er sowohl QNAP- als auch Synology-NAS ins Visier nimmt. Dabei wurde das Vorgehen mit bekannten Schwachstellen wie CVE-2021-28799 verknüpft, und parallel dazu spielten offensichtlich auch Zugriffsversuche per Standard- oder häufig verwendeten Administrator-Anmeldeinformationen eine Rolle. Diese Kombination aus „Patch-Ausnutzung“ und „Credential-Angriff“ ist für die Verteidigung wichtig, weil sie Unternehmen zwingt, nicht nur Einzelbugs zu schließen, sondern auch die Angriffsfläche rund um Authentifizierung und Remote-Zugriff konsequent zu reduzieren.

Für Administratoren bedeutet die aktuelle Synology-Empfehlung deshalb mehr als „Update einspielen und abhaken“. Wenn die Ausnutzung über eine DSM-WebAPI- oder Plugin-Komponente sowie über die Update-Validierung theoretisch möglich ist, dann sinkt das Risiko am stärksten durch die konsequente Aktualisierung auf die genannten Mindeststände – und zwar zeitnah, nicht in der nächsten Wartungsperiode. Synology rät explizit dazu, automatische Updates zu aktivieren, damit DSM in Zukunft schneller auf Sicherheitsfixes reagiert. Ergänzend liegt es nahe, den Systemzugriff zu überprüfen: Wer Dienste unnötig exponiert, Standard- oder schwache Passwörter nutzt oder MFA-Mechanismen nicht konsequent einsetzt, erleichtert die zweite Angriffsroute, selbst wenn die ursprüngliche Schwachstelle bereits geschlossen ist.

Langfristig zeigt der Vorfall eine typische Entwicklung in der NAS-Security: Geräte mit hoher Datenrelevanz werden zunehmend als „Persistenz- und Hebelpunkt“ betrachtet, weil sie häufig im Netzwerk verbleiben und administrativ verwaltet werden, obwohl sie für viele Organisationen eher Nebenrolle spielen. Die zeitliche Nähe der gepatchten Schwachstelle (Dezember 2024) zu den nun berichteten Angriffen unterstreicht zudem, wie schnell sich Exploits in der Praxis verbreiten können. Für Unternehmen ist das vor allem eine Organisationsfrage: Patch-Disziplin, Monitoring der Update-Status und klare Incident-Prozesse entscheiden darüber, ob ein NAS im Ernstfall als Datenquelle für Angreifer oder als stabiler Speicherpunkt dient.

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