LONDON (IT BOLTWISE) – XRP bleibt nach einem Ausbruch über die obere Linie eines fallenden Kanals leicht über konstruktivem Terrain. Gleichzeitig rückt bei XRP die Hürde der 100-, 50- und 200-Tage-EMA-Zone näher, während der RSI nahe Neutralität bleibt. Bei XLM bessert sich das Bild im Derivate-Set-up, doch die Kurse verharren weiterhin unter den zentralen gleitenden Durchschnitten. In beiden Fällen zeigen positive Funding-Raten am 30. Oktober eine vorsichtig freundliche Verschiebung in den Perpetual-Märkten.

Ripple (XRP) und Stellar (XLM) verlängern ihre Erholungsphase, obwohl die Charts in beiden Fällen noch keine klare Trendwende bestätigen. XRP handelte am Donnerstag oberhalb von 1,30 US-Dollar, nachdem der Kurs die obere Begrenzung eines fallenden Kanal-Musters hinter sich gelassen hatte. Bei XLM war das Tempo der Trendänderung weniger aggressiv: Der Kurs hielt sich über 0,168 US-Dollar und tastete sich Richtung einer Widerstandszone bei etwa 0,173 US-Dollar vor, blieb dabei aber unter wichtigen gleitenden Durchschnitten.
Der Blick auf die Derivate ergänzt diese Kursbewegung um ein wichtiges Stimmungsdetail. Für XRP und XLM drehten die Funding-Raten laut den im Text genannten Daten am 30. Oktober ins Positive und stiegen am Donnerstag weiter auf 0,0093% (XRP) sowie 0,0084% (XLM). Positives Funding bedeutet in Perpetual-Futures typischerweise, dass Long-Positionen Shorts auszahlen – und das passt eher zu einem vorsichtig bullischen Grundton, weil sich die Nachfrage nach Longs gegenüber früher wieder durchsetzt. Gleichzeitig bleibt bei XRP die Positionierung insgesamt gedämpft: Das Long-to-Short-Verhältnis lag am Donnerstag bei 0,85, also unter der Paritätslinie 1. Das ist ein Signal dafür, dass weiterhin mehr Gewicht auf Short-Exponierung liegt und die Erholung daher kurzfristig begrenzt ausfallen kann.
Für XLM zeichnet sich dagegen eine etwas konstruktivere Verteilung ab. Das Long-to-Short-Verhältnis stieg auf 1,05 und lag damit über 1, was im Text als leicht stärkerer Anteil von Longs interpretiert wird. Praktisch heißt das: Die Käuferseite ist in den Perpetuals zumindest nicht klar in der Defensive. Diese Ableitung wird durch die Momentum-Indikatoren indirekt gestützt, denn der MACD bei XLM drehte laut Quelle leicht ins Positive, während der RSI bei rund 42 noch auf zurückhaltende Nachfrage verweist. Solange XLM unter den näheren EMA-Hürden bleibt, bleibt allerdings die strukturelle „Deckel“-Wirkung bestehen, und das spricht eher für eine Fortsetzung der Spanne als für einen sofortigen Ausbruch.
Bei XRP wird die technische Gemengelage besonders deutlich, weil der Ausbruch zwar erfolgt ist, die kurzfristige Widerstandsarchitektur aber weiterhin eng gebaut ist. Der Spotkurs lag am Donnerstag bei 1,308 US-Dollar und damit knapp im Bereich nach dem Kanal-Break. Allerdings wirken die Exponential Moving Averages als spürbare Widerstände: Die 100-Tage-EMA lag bei 1,323 US-Dollar, die 50-Tage-EMA bei 1,335 und die 200-Tage-EMA bei 1,378. Der RSI stand bei 48 nahe neutral, und der MACD befand sich nur knapp über null, nachdem er einen positiven Crossover gebildet hatte. Genau diese Kombination – neutraler RSI und moderat positives MACD – passt zu einem Szenario, in dem Abwärtsdruck nachlässt, die Käufer aber noch nicht genug Impuls aufbauen, um die EMA-Barriere „durchzuschieben“.
Die nächsten Marken hängen damit eng an der Frage, ob XRP das gebrochene Kanalniveau direkt verteidigen kann oder ob Käufer sich erst oberhalb der EMAs wieder klar positionieren. Auf der Unterseite nennt die Quelle bei XRP als nächstes wichtiges Niveau den Bereich um 1,265 US-Dollar, der als ehemalige obere Kanalgrenze fungiert. Ein täglicher Close darunter würde nach dieser Einordnung weitere Unterstützungen bei 1,160 und 1,000 in den Fokus rücken. Auf der Oberseite gelten dagegen die EMAs als erste Stufe: Ein nachhaltiger Bruch über 1,323, 1,335 und schließlich 1,378 würde die bearish geprägte Bias reduzieren und den Weg zu horizontalen Widerständen bei 1,540 und 1,900 öffnen – allerdings nicht „automatisch“, sondern erst nach Bestätigung der Folgekerzen.
Auch bei XLM ist das Chancen-Risiko-Profil stark vom Zusammenspiel aus kurzfristigem Momentum und den EMA-Widerständen abhängig. Am Donnerstag lag der Kurs bei 0,169 US-Dollar. Der Text verortet die erste horizontale Hürde bei 0,173 US-Dollar; darüber folgen als nächste Barrieren die 50-Tage-EMA bei 0,182 sowie die 100-Tage-EMA bei 0,184, bevor die 200-Tage-EMA bei 0,191 die größere Zone bildet. Dahinter liegt als weiter entfernte Widerstandsmarke bei 0,234 ein deutlich stärkerer Supply-Bereich. Auf der Unterseite bleibt die entscheidende Verteidigung bei etwa 0,153 US-Dollar: Ein Bruch dieser horizontalen Unterstützung würde XLM laut Quelle anfälliger für eine tiefere Korrekturphase machen, selbst wenn der MACD bereits erste Schwäche der Abwärtsdynamik andeutet.
Für Marktteilnehmer ergibt sich daraus ein eher pragmatisches Bild: Der Derivate-Teil liefert in beiden Fällen Anzeichen, dass sich der Druck von der Short-Seite etwas löst – Funding ist positiv, und bei XLM ist die Long-Dominanz sogar leicht über Parität. Die Charts zeigen aber noch, dass die Erholung gegen mehrere „Reibungsflächen“ anläuft. Damit ist das naheliegende Setup weniger ein sofortiger „Trend-Flip“, sondern zunächst eine Phase, in der sich entscheidet, ob Kurse die EMA-Widerstände als neue Basis etablieren oder in die vorherige Range zurückfallen. Wer auf solche Bewegungen reagiert, dürfte in den nächsten Sessions vor allem beobachten, ob XRP die EMA-Schicht oberhalb 1,323–1,378 überzeugend zurückerobert und ob XLM über 0,173 hinaus Anschluss kauft, statt nur kurzfristig darüber zu „stochern“.
Hinzu kommt ein methodischer Hinweis aus der Quelle: Die technische Analyse ist mit Unterstützung eines KI-Tools erstellt. Das ist für die Bewertung der Signale relevant, weil es erklärt, warum mehrere Indikatoren parallel herangezogen werden und warum die Analyse konkrete Schwellenwerte entlang von EMAs und horizontalen Levels strukturiert. Für die Umsetzung im Trading zählt am Ende dennoch das gleiche Prinzip wie bei jeder indikatorbasierten Auswertung: Der Markt muss die genannten Marken bestätigen, und die Richtung wird erst „robust“, wenn Preisaktionen und Derivate-Stimmung zugleich konsistent bleiben.
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