LONDON (IT BOLTWISE) – Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat mit der Bluetooth-Core-7.0-Spezifikation eine neue Funktion namens High Data Throughput (HDT) verabschiedet. Bluetooth Low Energy steigt damit laut Spezifikation von 2 Mbps auf bis zu 7,5 Mbps. HDT schaltet je nach Signalstärke zwischen mehreren Datenraten um und soll so stabile Verbindungen auch bei Störungen ermöglichen. Erste HDT-fähige Geräte dürften im Umfeld eines verlustfreien Audio-Standards ab 2027 sichtbar werden.

Bluetooth bekommt mit der Bluetooth-Core-7.0-Spezifikation eine der größten Geschwindigkeitsaufstufungen seit Jahren. Im Zentrum steht HDT (High Data Throughput), das für Bluetooth Low Energy (BLE) gedacht ist – also für die Funkstrecke, die in vielen Earbuds, Smartwatches und Fitnessbändern ohnehin die Regel ist. Während BLE heute laut Spezifikation auf 2 Mbps begrenzt ist, hebt HDT das theoretische Maximum auf 7,5 Mbps an. Das ist keine bloße Zahlenspielerei: Der größere Durchsatz reduziert die reine Übertragungszeit spürbar, wodurch Funkgeräte häufiger in einen stromsparenden Zustand zurückfallen können, statt länger mit hoher Sendeleistung aktiv zu bleiben.
Technisch entscheidend ist dabei, dass HDT nicht permanent mit voller Geschwindigkeit laufen muss. Die Verbindung kann zwischen 2, 3, 4, 6 und 7,5 Mbps umschalten – abhängig von der Funkqualität. Damit adressiert HDT einen typischen Praxisfehler vieler Funkanwendungen: Sobald die Verbindung beim Weggehen vom Smartphone, in belebten Umgebungen oder durch Störquellen instabil wird, steigt die Gefahr von Verzögerungen oder wiederholten Übertragungen. Durch das datenratenadaptive Umschalten soll die Verbindung stabil bleiben, auch wenn das Funkfenster schrumpft. Gleichzeitig betont die Bluetooth SIG den Effizienzgewinn: Ein Beispiel aus dem Umfeld des Datentransfers nennt für das Übertragen einiger Megabyte eine Zeit von rund 16 Sekunden in der heutigen BLE-Welt, die sich mit HDT auf ungefähr vier Sekunden verkürzen soll.
Für Verbraucher ist der wahrscheinlichste „First Use Case“ zunächst audio- und mediennah. Denn die Spezifikation macht HDT zur Grundlage für eine erwartete Standardisierung von Premium-Wireless-Audio, die im Jahr 2027 kommen soll. Im Raum stehen dabei verlustfreie und hochauflösende Musikwiedergabe, außerdem Surround- und Spatial-Audio-Formate. Der Hintergrund ist simpel: Viele Nutzer hören über Bluetooth heute zwangsläufig komprimierte Musik, auch wenn sie verlustfreie Titel beispielsweise bei Streamingdiensten mit passender Bibliothek beziehen. Verlustfreies Audio existiert zwar bereits in einzelnen, herstellerspezifischen Technologien, etwa über aptX Lossless – allerdings hängt das in der Praxis stark daran, ob sowohl Smartphone als auch Earbuds/Headset die jeweilige Lösung tatsächlich unterstützen. Genau hier könnte ein offizieller Bluetooth-Standard den Markt „entkoppeln“: Dann müsste verlustfreier Klang weniger vom Chip-Ökosystem abhängen und mehr vom jeweiligen Bluetooth-Stack im Endgerät.
Über Musik hinaus adressiert HDT aber einen zweiten Engpass: Synchronisation und Update-Zyklen. Smartwatches sammeln kontinuierlich Gesundheits- und Trainingsdaten, speichern teils offline Karten und Musik und laden große Software-Updates. Wenn diese Daten über Bluetooth zum Smartphone fließen, kann das in der Praxis zu langen Wartezeiten führen – besonders, wenn Geräte beim Update gerade weniger Zeit haben oder die Funkverbindung ungünstig ist. Ein Beispiel aus dem Chipumfeld liefert Nordic Semiconductor: HDT könnte demnach ermöglichen, dass eine Uhr stundenlange, detaillierte Trainingdaten in Sekunden an das Smartphone überträgt. Neben dem reine Datenpaket-Problem wird zudem ein „Downtime“-Aspekt genannt: Firmware-Updates für Smart-Home-Geräte könnten sich demnach so durchführen lassen, dass während der Aktualisierung kaum wahrnehmbare Unterbrechungen entstehen.
Auch für andere Gerätetypen sehen die Bluetooth-Entwickler klare Hebel. AI-gestützte Gadgets wie Smart Glasses sollen schneller Kameraund Sensordaten an ein Telefon oder einen Edge-Rechenknoten schicken können, um datenhungrige KI-Funktionen nicht zwingend in der Brille selbst „hart“ zu verpacken. Ebenso profitieren AR- und VR-Setups: Höhere nutzbare Datenraten bei geringerer Verzögerung können Interaktionen reaktionsfreudiger machen, etwa bei Controllern oder Sensor-Updates. In Unternehmen und Produktionsumgebungen verspricht ein zuverlässigerer, schnellerer Datentransport außerdem bessere Grundlagen für industrielle Sensorik, Monitoring und damit für Automatisierungsszenarien. Auch Alltagsgeräte wie Gesundheitssensoren oder Peripherie (Tastaturen, Mäuse) könnten kürzere Wartezeiten zeigen, weil weniger Zeit für den reinen Datentransfer nötig ist.
Der Haken liegt jedoch ebenso deutlich in der Systemarchitektur: HDT erfordert einen neuen Funkaufbau direkt im Bluetooth-Chip, und eine reine Software-Aktualisierung reicht nicht. Damit gilt eine Kompatibilitätslogik, die viele Nutzer bereits von anderen Funkfeatures kennen: Beide Seiten müssen HDT unterstützen. Wer also mit einer alten Hardware-Version arbeitet, erreicht nicht automatisch die höheren Datenraten – weder auf der Sender- noch auf der Empfängerseite. Chiphersteller bereiten das offenbar bereits vor: Qualcomm nennt eine aktuelle Snapdragon-Sound-Plattform als Unterstützung für HDT, und aus dem Audiochip-Umfeld werden weitere HDT-nahe Chips angekündigt. Dagegen gibt es laut Angaben in der Quelle noch keine verbindlichen Aussagen von großen Smartphone-Marken, wann ihre Geräte HDT tatsächlich unterstützen werden. Die Spezifikation ist damit zwar final, aber die Produktlandschaft braucht Zeit: Der verlustfreie Audio-Standard wird für 2027 erwartet, entsprechend dürften die ersten Earbuds, Kopfhörer und Smartphones, die sich daran ausrichten, eher im nächsten Zyklus nachziehen. Wie bei vielen drahtlosen Basis-Upgrades werden dann zunächst eher Premium-Geräte und spätere Mittelklasse-Modelle profitieren – bis HDT breiter in den Massenmarkt wandert.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Bluetooth 7.0 mit HDT: Datenrate für Earbuds und Smartwatches steigt fast vierfach" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Bluetooth 7.0 mit HDT: Datenrate für Earbuds und Smartwatches steigt fast vierfach" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Bluetooth 7.0 mit HDT: Datenrate für Earbuds und Smartwatches steigt fast vierfach« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!