LONDON (IT BOLTWISE) – Russland nutzt nach Angaben der ukrainischen Militärgeheimdienste bereits sein Satellitennetz Rassvet für militärische Kommunikation über der Ukraine. Ziel ist, die Genauigkeit von Drohnenangriffen zu verbessern und Störversuche durch Funkabhängigkeit zu erschweren. Bisher deckt die Konstellation ukrainisches Gebiet nur zeitweise ab, weil die Satellitenzahl noch nicht für eine durchgehende Versorgung reicht. Parallel entsteht ein politisch und technisch eskalierender Wettlauf zwischen Rassvet und den vom Westen bereitgestellten Satellitenkommunikationsmöglichkeiten.

Mit dem Aufbau von Rassvet verschiebt Russland den Schwerpunkt in der Satellitenkommunikation für militärische Operationen – weg von Abhängigkeiten, die aus ukrainischer Sicht schon früh im Krieg kritisch geworden sind. Die ukrainische Militärgeheimdienstbehörde GUR macht dabei einen konkreten Einsatzbereich fest: Rassvet soll bereits über ukrainischem Territorium für Zwecke der Kriegsführung verwendet werden. Der unmittelbare Nutzen, so die Darstellung, liegt in einer stabileren Verbindung zwischen unbemannten Systemen und ihren Betreiberteams, damit Flugrouten präziser gesteuert und Angriffe besser an veränderte Lageinformationen angepasst werden können.
Technisch handelt es sich bei Rassvet um eine eigene Konstellation für Satellitenkommunikation in der Niedrigerdumlaufbahn, die als „heimische“ Alternative zu Starlink positioniert wird. Nach Angaben des GUR wurden in diesem Jahr bislang 32 Rassvet-Satelliten in zwei Startfenstern (März und Juli) in den Orbit gebracht. Das ist im Größenvergleich extrem klein: Starlink umfasst nach öffentlich kommunizierten Dimensionen mehr als 10.000 Satelliten, die eine lückenarme Abdeckung ermöglichen. Genau diese Lücke adressiert GUR indirekt – die aktuelle Rassvet-Konstellation reiche nicht für eine durchgehende Versorgung des ukrainischen Gebiets, weshalb die Kommunikation nur intermittierend verfügbar sei, wenn Satelliten über relevanten Regionen vorbeiziehen.
Aus Sicht der operativen Wirkung ist „intermittierend“ trotzdem mehr als nur ein technisches Detail. Wenn die Kommunikationsfenster am Tag mehrfach auftreten und jeweils länger als eine Stunde andauern, lassen sich damit auch in komplexen Einsatzabläufen Entscheidungen treffen: etwa um Zielkoordinaten nachzuziehen oder die Flugführung von Angriffsdrohnen noch während der Mission anzupassen. GUR beschreibt Rassvet zudem als Basis für einen bidirektionalen Datenaustausch mit unbemannten Systemen über der Ukraine. Damit könnten Aufklärungsdrohnen ihre Daten in Echtzeit übertragen, während Piloten von Angriffsdrohnen Routen während des Fluges modifizieren – ein Ansatz, der den Anteil vorprogrammierter Flugpfade reduziert und so die Robustheit gegen geänderte Verteidigungsmaßnahmen erhöht.
Der strategische Kontext liegt jedoch nicht allein in der russischen Ausbaubeschleunigung, sondern auch in den Wechselwirkungen mit westlichen Satellitensystemen. Starshield, die militärische Variante von Starlink, habe Kyiv nach der Quelle einen „major advantage“ in der Drohnenoperation und bei der Gefechtsfeldkommunikation verschafft. Gleichzeitig verweist der Bericht auf eine Phase, in der russische Kräfte in Ukraine-Operationssettings über „grey-market“-Terminalzugänge auf Starlink-Technik zurückgegriffen haben sollen, bevor Kyiv den Zugang nach ukrainischer Darstellung politisch durchsetzen konnte, sodass entsprechende Hardware zuvor deaktiviert worden sei. Zudem berichten ukrainische Kommandostrukturen von temporären Geschwindigkeitsbeschränkungen für Starshield im vergangenen Monat, die die Fähigkeit beeinträchtigten, gegnerische Angriffsdrohnen abzufangen und sogar die Streichung einiger Einsatzplanungen erzwangen; für diese Einschränkungen wurde laut Bericht keine Begründung geliefert, die Auflagen seien inzwischen wieder aufgehoben.
Damit wird der Wettlauf zwischen Kommunikationsarchitekturen auch zu einem Wettlauf zwischen Betriebsstabilität, Verfügbarkeit und Resilienz gegenüber elektronischer Gegenwehr. GUR argumentiert, Rassvet könne längerfristig die Wirksamkeit von Aufklärungs- und Schlag-UAVs steigern und es Zugriffs- und Abfangsystemen – insbesondere im Umfeld von Electronic Warfare und Signalerkennung – erschweren, diese Systeme zu unterbrechen. Auf einer zusätzlichen Ebene nennt die Quelle auch die Industriespur: Neben der Frage nach Satellitenanzahl und Abdeckungsqualität steht ein Netzwerk von Unternehmen im Raum, das in den Projektaufbau eingebunden sein soll. Zudem steht die politische Linie im Vordergrund, weil Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Bericht Sanktionen gegen zehn Firmen verhängt hat, die an der Entwicklung von Rassvet beteiligt sein sollen, darunter die für die staatlich unterstützte Projektkoordination verantwortliche Struktur Bureau 1440.
Für Unternehmen und technische Entscheider ist dabei vor allem der „Zeitfaktor“ relevant: GUR kündigt an, dass Russland weitere Rassvet-Starts bis zum Jahresende 2026 plane, um die geografische Abdeckung zu erweitern und schrittweise an ein vollständiges Low-Orbit-SatCom-System heranzukommen. Parallel wird über alternative Technologiequellen gesprochen: Denys Sienik, der in Washington als Geschäftsträger fungiert, fordert in dem Bericht, die USA sollten selbst weitere Sanktionen gegen Rassvet-Unternehmen verhängen; er äußert zudem, Russland entwickle die Starlink-Analogie mit chinesischen Komponenten. Das US-Finanzministerium habe dazu keine Stellungnahme abgegeben. Unabhängig davon, ob die genannten Komponentenbezüge in Einzelfällen zutreffen, zeigt die Debatte, wie sehr sich die Material- und Zulieferketten hinter Satellitenkommunikation inzwischen zu einem sicherheitspolitischen Thema entwickeln.
Gleichzeitig liefert die Quelle Hinweise auf Gegenmaßnahmen und Gegenstrategien. Aus ukrainischer Perspektive diskutiert man bereits, wie Rassvet operativ zu begegnen sei. Ein in Kiew ansässiger Sicherheitsexperte nennt als Indiz, dass Rassvet bereits Auswirkungen auf die Zielpräzision russischer jet-getriebener Drohnen haben könnte, weil täglich mehrere hochwertige Kommunikationsfenster verfügbar seien. Auch auf der russischen Seite wird die Dynamik betont, etwa über Aussagen zu einem schnelleren Ausbau als ursprünglich geplant. Für die weitere Entwicklung bedeutet das: Der eigentliche Unterschied wird weniger in der Grundidee einer Satellitenkonstellation liegen, sondern in der Kombination aus Starttempo, Softwarefähigkeiten (Protokolle, Routing, adaptive Link-Parameter), Antennentechnik der Nutzerterminals und der Fähigkeit, Kommunikationswege unter Störung aufrechtzuerhalten.
In der Summe zeigt der Bericht, wie Satelliteninternet und militärische Drohnenoperationen immer stärker zusammenwachsen: Wer Kommunikationsfenster, Latenzprofile und Link-Sicherheit besser kontrolliert, verbessert nicht nur die Navigation, sondern auch die Möglichkeit zur Lageanpassung während eines Angriffs. Für europäische und internationale Organisationen wird die nächste Phase damit zu einer Frage von Resilienzarchitekturen – also davon, wie schnell Gegenparteien alternative Konnektivität aufbauen, wie interoperabel solche Systeme sind und wie die Verfügbarkeit unter Zeitdruck skaliert. Rassvet ist in diesem Sinne weniger ein technisches „Feature“, sondern ein elementarer Baustein im Gesamtsystem aus Aufklärung, Führung und Wirkungskette, dessen Bedeutung mit jedem zusätzlichen Start zunimmt.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Rassvet: Russland baut eigene Starlink-Kommunikation für Drohnen über der Ukraine" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Rassvet: Russland baut eigene Starlink-Kommunikation für Drohnen über der Ukraine" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Rassvet: Russland baut eigene Starlink-Kommunikation für Drohnen über der Ukraine« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!