PFORZHEIM/BURLADINGEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Bonita Grupp hält am Produktionsstandort Deutschland fest, um in neue Stoffe und Verfahren investieren zu können. Sie argumentiert, dass Know-how nur vor Ort entsteht und im Ausland keine vergleichbare Weiterentwicklung möglich sei. Mit KI und Automatisierung will das Unternehmen Energie- und Produktionsprozesse effizienter steuern. Gleichzeitig betont Grupp, dass Robotik nicht zur Ersetzung teurer Arbeitskräfte gedacht ist, sondern zur Lösung eines anderen Problems: Arbeitskräfte, die sich immer schwerer finden lassen.

Die Diskussion um „Produktion in Deutschland“ wird bei Trigema nicht mit politischen Schlagworten geführt, sondern mit einem sehr konkreten Betriebsargument: Bonita Grupp sagt, dass Fortschritt im Textilbereich nur dort entstehe, wo man auch tatsächlich produziert. In einem Interview verwies die Co-Chefin auf den Anspruch, neue Stoffe und Produktionsverfahren zu entwickeln – und genau diese Entwicklung knüpfe an den Herstellungsort an. Wenn Unternehmen ihren Betrieb vollständig verlagern, entstehe aus ihrer Sicht ein Wissens- und Lernverlust, weil das Know-how nicht mehr im gleichen Takt mitläuft.
Der Hintergrund ist familienunternehmerisch geprägt. Trigema wird in Burladingen (Zollernalbkreis) seit einigen Jahren von Grupp und ihrem Bruder Wolfgang Grupp junior geführt; die Entscheidung, am Standort festzuhalten, knüpft dabei an Aussagen des Vaters Wolfgang Grupp an. Grupp beschreibt das als Haltung, die lange Zeit zwar belächelt worden sei, sich aber als Vorteil erwiesen habe. Gleichzeitig legt sie den Fokus auf Resilienz: Wer in Deutschland produziert, sei weniger stark von Krisen rund um globale Lieferketten und wechselnde Rahmenbedingungen abhängig, so die Kernaussage.
Technisch wird das Festhalten am Standort nun mit zwei Hebeln unterlegt: KI-gestützte Steuerung und gezielte Automatisierung. Grupp nennt explizit, dass Künstliche Intelligenz dazu beitragen soll, den Energieverbrauch und die Produktion effizienter zu steuern. Das ist mehr als ein Marketingwort, denn Energie-Optimierung in Fertigungslinien hängt typischerweise an der Fähigkeit, Verbrauchsspitzen zeitlich zu glätten, Prozessparameter datengetrieben nachzusteuern und Abweichungen früh zu erkennen. Gerade im Textilbereich, in dem Taktzeiten, Materialzustände und Qualitätskriterien zusammenlaufen, kann eine KI-gestützte Regelung die Schnittstelle zwischen Maschinenbetrieb und Produktqualität verbessern.
Daneben setzt Trigema auf Robotik – zumindest perspektivisch. Grupp hält den Einsatz von Robotern für denkbar, verweist aber zugleich auf eine praktische Grenze: Bei der Verarbeitung elastischer Stoffe seien menschliche Hände bislang deutlich flexibler. Diese Abwägung ist aus Engineering-Sicht nachvollziehbar. Elastische Materialien verhalten sich unter Zug, Wärme oder Bewegung oft nicht gleichförmig wie starre Werkstücke; dadurch werden Greifer-Strategien, Kraftregelung und Feinhandhabung anspruchsvoller. Für die Automatisierung bedeutet das: Ohne Sensorik und adaptive Greifstrategien wird Robotik entweder zu langsam oder zu fehleranfällig – oder sie braucht ein Niveau an Komplexität, das im Alltag nur schwer skaliert.
Die von Grupp angesprochene Roboterstrategie zielt deshalb nicht auf einen einfachen Ersatz von Arbeitskräften, sondern auf einen Engpass in der Verfügbarkeit. Sie sagt sinngemäß: Automatisierung soll Arbeitskräfte ersetzen, „die wir gar nicht mehr finden“. Dieser Satz trifft einen typischen Punkt in der Industrieproduktion in Deutschland: Selbst wenn der Personaldruck nicht in jedem Werk gleich hoch ist, wird die Besetzung von Spezialaufgaben häufig schwieriger. In diesem Kontext ist Automatisierung weniger ein Kostenkürzungsprogramm als eine Kapazitätssicherung – und genau deshalb ist die Reihenfolge wichtig: Erst Engpass identifizieren, dann in Automatisierung investieren, statt umgekehrt.
Operativ will Trigema außerdem Prozesse weiterentwickeln, unter anderem mit Unterstützung eines Startup-Partners aus Österreich, wie Grupp berichtet. Für die KI-Entwicklung und Prozessoptimierung ist solche Zusammenarbeit oft ein Mittel, um schneller von Daten zu Modellen und anschließend zu überprüfbaren Änderungen in der Produktion zu kommen. Entscheidender als der Name des Partners ist dabei, dass die technische Wirkung in der Linie ankommt: Daten aus Maschinen und Qualitätsmessungen müssen in Trainings- oder Optimierungszyklen fließen, und die Ergebnisse müssen sich im Alltag bewähren, also etwa in stabilen Qualitätsraten oder sinkendem Energieeinsatz. Dass Grupp zudem betont, Trigema arbeite an Nähprozessen, zeigt, dass das Unternehmen nicht nur über große Visionen spricht, sondern auch über handwerklich geprägte Stationen.
Auch die Tonalität der Aussage ist aufschlussreich: Auf die Frage nach einer „Schmerzgrenze“, wann Trigema doch vermehrt auf Produktion im Ausland umsteigen müsste, hofft Grupp, dass diese Grenze nicht erreicht wird. Damit bleibt die Entscheidung zunächst bewusst in der Hand des Unternehmens – und nicht als bloße Reaktion auf kurzfristige Kostenvorteile. Für die Branche bedeutet das: Die Standortdebatte verschiebt sich vom reinen Kostenvergleich hin zu technischen Investitionen, die Produktionsqualität und Effizienz direkt beeinflussen. In dem Maße, wie KI-gestützte Steuerung und Robotik die beschriebenen Grenzen überwinden, wird sich zeigen, ob Trigema das Versprechen „Fortschritt am Standort“ auch unter stärkerem Kostendruck tragen kann.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Trigema in Deutschland halten: Bonita Grupp setzt auf KI und Automatisierung" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Trigema in Deutschland halten: Bonita Grupp setzt auf KI und Automatisierung" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Trigema in Deutschland halten: Bonita Grupp setzt auf KI und Automatisierung« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!