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LONDON (IT BOLTWISE) – NASA startet die Suche nach einer neuen Astronauten-Klasse und bezieht damit erstmals seit 2024 wieder frisches Personal ein. Die Auswahl hängt eng mit dem Artemis-Programm zusammen, dessen nächste Mondphase bis 2028 geplant ist, während eine dauerhafte Präsenz auf der Oberfläche in die 2030er Jahre fällt. Bewerbungen müssen bis 3. Dezember spätestens 11:59 Uhr (Eastern Time) eingereicht sein, die Entscheidungen erwartet NASA erst gegen Ende des kommenden Jahres. Für viele Interessierte bleibt der Einstieg schwierig, denn die letzte Runde lag bei einer Akzeptanzquote von unter 0,125 Prozent.

NASA rekrutiert neue Astronauten für Artemis: Bewerbung bis 3. Dezember
NASA rekrutiert neue Astronauten für Artemis: Bewerbung bis 3. Dezember (Foto: IT BOLTWISE)
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NASA hat am vergangenen Samstag die erste neue Rekrutierungsrunde für Astronautinnen und Astronauten seit 2024 angekündigt. Für die Kandidatinnen und Kandidaten bedeutet das vor allem eines: Die Missionen, für die man sich qualifiziert, sind diesmal nicht primär auf die Internationale Raumstation (I.S.S.) zugeschnitten, sondern auf den nächsten großen Sprung in der bemannten Raumfahrt. NASA nennt als wahrscheinlichsten Einsatzbereich das Artemis-Programm, das 2028 erneut Menschen zum Mond bringen und in den 2030er Jahren den Aufbau einer Mondbasis unterstützen soll. Damit verschiebt sich auch die Aufgabenlogik im Training: Wer später Rollen auf Artemis übernimmt, braucht Fähigkeiten, die über reine Mikrogravitationserfahrung hinausgehen, etwa für längerfristige Operationen in einer Umgebung, in der Energieversorgung, Lebensmittellogistik und Wartungszyklen ganz andere Randbedingungen haben als im erdnahen Orbit.

Technisch betrachtet ist der Zeitplan der Ankündigung ein Signal dafür, dass NASA schon jetzt Kapazitäten für den Übergang plant. Die I.S.S. ist nach Angaben aus dem Text für eine Außerdienststellung im Jahr 2030 vorgesehen. Anschließend will NASA Astronautinnen und Astronauten zu kommerziellen Raumstationen entsenden, die zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht gestartet sind. Das ist mehr als nur eine Organisationsfrage: Kommerzielle Stationskonzepte bringen typischerweise unterschiedliche Schnittstellen mit, von Andock- und Versorgungslogik bis zu Kommunikations- und Betriebsprozessen. Gleichzeitig erwähnt NASA, dass ein Teil der neuen Astronauten Zeit in der Niedrigerdumlaufbahn verbringen wird, aber nicht zwingend zur I.S.S. geht. Wer sich bewirbt, landet damit gedanklich in einem Flugplan, der unterschiedliche Plattformen umfasst – und der sich in den nächsten Jahren durch neu integrierte Systeme weiter verändern dürfte.

Auch die Bewerbungsschwelle macht deutlich, dass es sich nicht um eine breite Recruiting-Kampagne im Sinne eines offenen Karriereportals handelt. NASA erwartet, dass die Bewerbungsfrist am 3. Dezember um 11:59 Uhr Eastern Time endet. Die Agentur rechnet laut Meldung damit, die Auswahl erst gegen Ende des nächsten Jahres zu treffen – ein Zeitraum, der organisatorisch zu einem mehrstufigen Prüfprozess passt. In der Vergangenheit zeigt sich das Selektionsmuster besonders hart: In der vorherigen Runde vor zwei Jahren gingen laut Text mehr als 8.000 Bewerbungen ein, ausgewählt wurden 10. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Akzeptanzquote von weniger als 0,125 Prozent. Der Hintergrund dafür war zuletzt auch strukturell bedingt: Vor dieser Ankündigung hatte NASA vier Jahre lang keine neuen Astronauten gesucht, weil die verfügbaren Missionen auf eine begrenzte Zahl von I.S.S.-Reisen beschränkt waren. Der jetzige Schritt ist somit auch eine Reaktion auf die wachsende Missionstaktung rund um Artemis.

Wer den Sprung schaffen will, muss die formalen Voraussetzungen erfüllen, die NASA im Text klar absteckt. Erforderlich ist zunächst die US-Staatsbürgerschaft sowie das Bestehen einer körperlichen Untersuchung. Dazu kommt eine hohe Bildungsanforderung: Bewerberinnen und Bewerber sollen entweder einen Masterabschluss in Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen oder Mathematik vorweisen oder mindestens zwei Jahre in Richtung Promotion in einem technischen Fach absolviert haben. Alternativ erkennt NASA auch medizinische Abschlüsse an oder Kandidaten, die bis zum nächsten Juli ein Testpilot-Programm abschließen, sofern sie gleichzeitig einen Bachelorabschluss in einem technischen Feld haben. Neu ist dabei die Erweiterung der zugelassenen Studienrichtungen: NASA nimmt nun auch Bewerbungen mit einem Pflegefachabschluss (Nursing degree) an. Mehrere Punkte deuten darauf hin, dass NASA damit nicht nur die formale Vielfalt erhöhen will, sondern die Bandbreite der Berufsprofile für künftige Missionsrollen.

Ergänzend zu Bildung und Medizintest nennt NASA Berufserfahrung als weiteren Filter: Nach Erwerb des qualifizierenden Abschlusses verlangt die Agentur mindestens drei Jahre einschlägiger professioneller Tätigkeit. Daneben betont der Text, dass es keine „magische Formel“ gibt, sobald man die Mindestanforderungen erfüllt. Aktive Astronauten beschreiben stattdessen, dass es vor allem um das Gesamtprofil geht und darum, die eigene Einordnung und Motivation konkret zu erklären. Besonders bemerkenswert ist zudem, was als Nicht-Anforderung formuliert wird: Es gibt keine Altersgrenze, und es besteht keine Vorgabe für 20/20-Sehschärfe. Gleichzeitig folgt nach erfolgreicher Auswahl eine intensive Qualifikationsphase: NASA nennt zwei Jahre Training, bevor die Personen als vollwertige Astronauten gelten und für konkrete Missionseinsätze eingeplant werden können. Damit verknüpft die Agentur die Eintrittsbarrieren klar mit einer langen Investitionsphase – ein Modell, das bei High-Risk- und High-Complexity-Umgebungen in der Raumfahrt besonders plausibel ist.

Historisch ist diese Art des Trainings und der Auswahl Teil von NASA-Kernelementen seit Jahrzehnten. In den 68 Jahren Agenturgeschichte wurden im Text insgesamt 370 Astronautenkandidaten ausgewählt. Das ist zwar keine Kennzahl zur Qualität der künftigen Artemis-Missionen, aber sie unterstreicht, dass NASA seine Auswahlmechanismen im Laufe der Zeit immer wieder an die jeweils verfügbare Missionsarchitektur angepasst hat. Die aktuelle Meldung fügt sich dabei in eine Phase ein, in der bemannte Programme stärker denn je mit Systementwicklung und Betriebsengineering verknüpft werden: Mondmissionen verlangen andere Prozeduren, und Mars-Operations sind zwar noch nicht unmittelbar im beschriebenen Startdatum, aber als Zielbild benannt. Genau deshalb ist die in der Meldung formulierte Erwartung relevant, dass die ausgewählten Personen nicht nur „mitfliegen“, sondern auch Systeme und Operations mitpionieren sollen, die später Besatzungen bis zum Mars tragen.

Für die Industrie und für technische Bewerberinnen und Bewerber hat die Rekrutierung eine doppelte Wirkung. Zum einen schafft sie neue Anreize für Profile, die bislang eher in angrenzenden Bereichen sichtbar waren – etwa im Testpilot-Umfeld, im technischen Engineering oder in medizinisch-technischen Rollen. Zum anderen wird der Bedarf an gut integrierbaren Fähigkeiten sichtbar: Astronauten müssen in Zukunft häufiger mit wechselnden Plattformen arbeiten, weil nach 2030 nicht nur die I.S.S. als Standardziel existiert, sondern auch kommerzielle Raumstationsmodelle hinzukommen. In der Praxis bedeutet das, dass Auswahl, Training und Einsatzplanung stärker auf Interoperabilität und Betriebsfähigkeit ausgerichtet sein müssen. Wer sich bewirbt, sollte daher nicht nur auf die formalen Kriterien schauen, sondern die eigene Laufbahn so darstellen, dass sie sich als Baustein in einem komplexen Missionssystem lesen lässt – von Raumfahrtphysik bis zur täglichen Durchführung unter Restriktionen im Vakuum, in abgeschlossenen Lebensräumen und unter Zeitdruck.

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