LONDON (IT BOLTWISE) – Viele Anleger setzen bei XRP für 2040 auf Kursziele wie 50 oder 100 US-Dollar, doch die Marktwertrechnung setzt enge Grenzen. Der aktuelle Preis von 1,15 US-Dollar liegt laut Quelle deutlich unter dem Allzeithoch von 3,65 US-Dollar. Damit hängt der Weg nach oben vor allem an dauerhaftem Käuferinteresse, spürbar höheren ETF-Zuflüssen und daran, dass mehr Coins langfristig gehalten werden. Gleichzeitig kann die monatliche Freigabe aus dem Escrow die benötigte Nachfrage weiter verschärfen.

Die Debatte um XRP als Kandidat für extreme Kursziele bis 2040 wirkt auf den ersten Blick emotional: In Foren und Krypto-Chatgruppen tauchen immer wieder Zahlen wie 10, 50 oder 100 US-Dollar auf. Die Quelle lenkt jedoch konsequent zurück zur nüchternen Marktwert-Logik: Um einen bestimmten Preis zu erreichen, muss der gesamte Marktwert der Währung in einer sehr konkreten Größenordnung landen. Dieser Ansatz macht die Diskussion weniger zum Glaubensbekenntnis und mehr zu einer Frage der Bilanzmechanik aus Preis, Umlaufmenge und Gesamtmarkt.
Ausgangspunkt ist ein klarer Status: Am 8. November 2026 notiert XRP laut Quelle bei 1,15 US-Dollar. Das entspricht einem Abstand von 68,4% zum Allzeithoch von 3,65 US-Dollar, das im Juli 2025 erreicht wurde. Im selben Kontext nennt die Quelle auch die kurzfristige Schwäche: Innerhalb des letzten Monats liegt der Kurs demnach 17,0% im Minus; zudem wird ein Rückgang von 49,6% gegenüber dem Vorjahr genannt. Als Stimmungsbarometer zieht sie außerdem den Fear- and Greed-Index heran, der am 8. November 39 beträgt und damit eher Angst als Euphorie signalisiert. Damit wird die Ausgangslage für jede 2040-Projektion zumindest in der Gegenwart nicht gerade stabil.
Der zentrale technische Hebel ist die Marktkapitalisierung: Sie ergibt sich aus dem Preis multipliziert mit der Anzahl der im Umlauf befindlichen Coins. Laut Quelle hat XRP eine Marktkapitalisierung von 73,3 Milliarden US-Dollar bei 63,52 Milliarden im Umlauf befindlichen Coins, bezogen auf eine maximale Gesamtmenge von 100 Milliarden. Aus dieser Rechnung folgt die eigentliche Härte der Ziele: Für 10 US-Dollar müsste die Marktkapitalisierung auf 635,2 Milliarden US-Dollar steigen, für 50 US-Dollar auf etwa 3,18 Billionen US-Dollar und für 100 US-Dollar auf 6,35 Billionen US-Dollar. Die Quelle verdeutlicht zudem die Größenordnung im Vergleich zum gesamten Kryptomarkt, der bei 2,53 Billionen US-Dollar liegt: Bei 50 US-Dollar wäre XRP rechnerisch größer als der gesamte Markt. Diese Konsequenz ist der Grund, warum selbst optimistische Kursfantasien stark an Plausibilität verlieren, sobald man sie auf Marktgrößen festnagelt.
Hinzu kommt der Angebotsmechanismus über das Escrow-System: Wenn nicht nur der Preis, sondern auch die effektiv zirkulierende Menge steigt, verschiebt sich der notwendige Nachfragepfad. Die Quelle beschreibt, dass Ripple monatlich bis zu 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigeben kann. Selbst wenn die volle 100-Milliarden-Menge bis 2040 tatsächlich zirkulieren würde, müsste XRP bei einem Kurs von 10 US-Dollar eine Marktkapitalisierung von rund 1 Billion US-Dollar erreichen, statt der niedrigeren 635,2 Milliarden US-Dollar in einem Szenario geringerer Umlaufmenge. Gleichzeitig weist die Quelle darauf hin, dass ein Teil der freigegebenen Coins wieder re-locked wird; am 1. November sollen demnach noch rund 30,4 Milliarden XRP im Escrow gewesen sein. Trotzdem bleibt: Jede zusätzliche verfügbare Coin-Menge erhöht den Druck, dass dauerhaft neue Käufer nachrücken.
Damit verknüpft die Quelle zwei weitere Erfolgsbedingungen, die in der Praxis oft über Hype hinaus entscheiden. Erstens geht es um ETF-Nachfrage: Spot-XRP-ETFs würden XRP direkt halten und an Börsen gehandelt, wodurch sich institutionelle Einstiegsbarrieren potenziell reduzieren. Laut Quelle summierten sich bis zum 6. November in den USA die kumulierten Nettozuflüsse auf 1,81 Milliarden US-Dollar, die Fonds halten aber nur 1,34 Milliarden US-Dollar an Nettovermögen, also weiterhin Verlustpositionen. Für sehr hohe Kursziele müsste die Nachfrage demnach deutlich kräftiger ausfallen, als es diese Zahlen nahelegen. Zweitens beschreibt die Quelle eine strukturelle Frage der Käuferhorizonte: XRP wird als „Bridge Currency“ für schnelle Wertübertragungen innerhalb von Ripple Payments genutzt, doch Banken und Payment-Firmen verkaufen es demnach häufig kurz nach dem Kauf, wodurch langfristige Halter fehlen. Für zweistellige Kurse wäre damit nicht nur mehr Aktivität, sondern ein anderes Haltemuster entscheidend.
Auch Marktzyklen bleiben ein Kernbaustein der Prognose, weil Krypto-Preise historisch stark in Wellen reagieren. Die Quelle verweist auf einen markanten Anstieg Ende 2024, als XRP von etwa 0,51 US-Dollar Ende Oktober auf 1,94 US-Dollar im November stieg und dies mit Hoffnungen auf freundlichere Regeln nach der US-Wahl verknüpft. Gleichzeitig betont sie, dass frühere Zyklen häufig in steile Rückgänge mündeten. Im Spektrum der Szenarien bis zu späteren Jahren nennt die Quelle unter anderem Bereiche, in denen XRP 2028 zwischen 0,73 und 3,65 US-Dollar liegen könnte, während 25 US-Dollar bis 2030 als unwahrscheinlich und 100 US-Dollar bis 2030 als sehr unwahrscheinlich eingestuft werden. Übertragen auf 2040 heißt das: Es reicht nicht, dass einzelne Zyklen wieder nach oben zeigen, jeder neue Zyklus müsste zudem höher ausfallen als der vorherige.
Vor diesem Hintergrund fasst die Quelle die Bandbreite für 2040 als relativ klar umrissenen Korridor zusammen: XRP könnte demnach etwa zwischen 0,73 und 10 US-Dollar liegen, während 50 oder 100 als „ziemlich unwahrscheinlich“ gelten. Das obere Szenario knüpft an mehrere Bedingungen gleichzeitig an: Banken müssten XRP länger halten, dazu bräuchte es eine Abfolge von Marktzyklen, deren Peaks jeweils über den letzten liegen. Für das obere Ende reicht zudem ein einzelner Impuls nicht aus; stattdessen müsste der Markt auch ab dem aktuellen Niveau wichtige Schwellen überwinden. Die Quelle nennt dabei als Zwischenmarken unter anderem die Rückeroberung von 2,29 US-Dollar, die Rückkehr über 3,65 US-Dollar als Allzeithoch und gleichzeitig ETF-Zuflüsse, die deutlich über 1,81 Milliarden US-Dollar hinausgehen. Auf der Gegenseite könnte ein Abrutschen unter 1,01 US-Dollar, das sie mit dem 10. August 2026 verknüpft, die Prognose in Richtung des unteren Bereichs ziehen – auch dann, wenn die ETF-Flüsse laut Quelle zeitweise bei null liegen.
Für Anleger und Entscheider ergibt sich daraus weniger ein „Orakel“, sondern ein Check für Annahmen, die im Alltag leicht untergehen. Wer 2040 als Zielhorizont ernst nimmt, muss beantworten, ob XRP-Preis und Marktkapitalisierung in ein globales Nachfragebild passen, in dem XRP nicht nur steigt, sondern auch gegen die Konkurrenz um Liquidität bestehen kann. Ebenso wichtig ist, ob institutionelles Kapital in Form von ETF-Zuflüssen nicht nur kurzfristig reagiert, sondern langfristig wächst. Und schließlich bleibt die Angebotsseite: Das monatliche Freigeben aus dem Escrow und die Frage, wie viel davon wieder blockiert wird, bestimmen, wie viel zusätzliche Nachfrage tatsächlich nötig ist, um einen Preis dauerhaft zu stützen. Genau diese Kopplung aus Angebot, Halteverhalten und Kapitalzuflüssen ist der technische Kern der 2040-Diskussion.
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