WATERLOO / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Studie zeigt, dass Einsamkeit bei älteren Menschen nicht mit erhöhter Sterblichkeit verbunden ist, bleibt jedoch ein ernstes psychisches Gesundheitsproblem.

Einsamkeit wurde vor zwei Jahren als Gesundheitskrise anerkannt, da sie mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten, Depressionen und frühzeitiger Sterblichkeit in Verbindung gebracht wurde. Doch eine neue internationale Studie der University of Waterloo stellt diese Annahmen in Frage. Die Forscher fanden heraus, dass Einsamkeit bei älteren Erwachsenen, die häusliche Pflege erhalten, nicht mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Diese Ergebnisse widersprechen bisherigen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und frühzeitiger Sterblichkeit nahelegten. Die Untersuchung umfasste Daten von über 380.000 Pflegebedürftigen in Kanada, Finnland und Neuseeland. Interessanterweise hatten einsame Personen ein geringeres Sterberisiko innerhalb eines Jahres im Vergleich zu ihren nicht-einsamen Altersgenossen, nachdem andere Gesundheitsfaktoren berücksichtigt wurden. Dennoch bleibt Einsamkeit ein ernstes Problem für das psychische Wohlbefinden, wie die Studienautoren betonen. Die psychischen Folgen von Einsamkeit machen sie zu einer wichtigen Priorität für die öffentliche Gesundheit, auch wenn sie nicht direkt tödlich ist. Die Prävalenz von Einsamkeit variierte in der Studie von 15,9 % in Kanada bis zu 24,4 % in Neuseeland. Menschen in besserer körperlicher Verfassung, die weniger Unterstützung von Familie oder Freunden erhielten, fühlten sich häufiger einsam, was auf eine komplexe Verbindung zwischen Gesundheitszustand, Pflegebedarf und sozialer Verbindung hinweist. Die Autoren fordern weitere Langzeitstudien und empfehlen, Einsamkeit als ein Problem der Lebensqualität zu behandeln, anstatt sich nur auf die mögliche Verbindung zur Sterblichkeit zu konzentrieren. Häusliche und gemeindebasierte Pflegedienste sollten eine schützende Rolle spielen, indem sie den sozialen Kontakt für isolierte Menschen unterstützen.
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