LONDON, Ontario / LONDON (IT BOLTWISE) – Aduro Clean Technologies wurde für die zweite Ausgabe des PepsiCo Sustainability Innovation Hub 2026 ausgewählt, die am 23. September 2026 im Habitat CDMX in Mexiko-Stadt stattfindet. Das Unternehmen will dort seine Hydrochemolytic(TM)-Technologie (HCT) als chemischen Recyclingweg für komplexe, polyolefinreiche flexible Folien und mehrschichtige Kunststoffverpackungen vorstellen. Die Präsentation knüpft an HCT-Tests im Labormaßstab an und sieht bei positiven Ergebnissen Folgeversuche in der NGP-Pilotanlage vor. Zentral ist zudem die laufende Zusammenarbeit mit ECOCE in Mexiko, um repräsentative Ausgangsmaterialien zu evaluieren.

Aduro präsentiert chemisches Recycling im PepsiCo Sustainability Innovation Hub
Aduro präsentiert chemisches Recycling im PepsiCo Sustainability Innovation Hub (Foto: IT BOLTWISE)
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Für Verpackungshersteller und Recyclingspezialisten ist der nächste Schritt in der Kreislaufwirtschaft selten nur eine „bessere“ Sammelquote, sondern die Frage, ob sich komplexe Kunststoffverbunde überhaupt in hochwertige Sekundärrohstoffe überführen lassen. Genau an dieser Stelle setzt Aduro Clean Technologies mit seiner Einladung in den PepsiCo Sustainability Innovation Hub 2026 an: Das kanadisch geprägte Clean-Tech-Unternehmen will am 23. September 2026 im Habitat CDMX in Mexiko-Stadt die Hydrochemolytic(TM)-Technologie (HCT) vorstellen und damit einen chemischen Recyclingpfad für flexible Folien und mehrschichtige Verpackungsstrukturen ins Zentrum rücken. In dem Format geht es nicht um eine reine Präsentationsrunde, sondern um die direkte Arbeit an einer konkret definierten Herausforderung aus dem Packaging-Umfeld, inklusive einer Diskussion zu potenziellem Nutzen, Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit.

Technisch wird HCT als wasserbasierte Plattform beschrieben, bei der Wasser als wichtigster Wirkstoff eingesetzt wird. Laut Aduro zielt das Verfahren darauf, Polyethylen und Polypropylen aus geeigneten Abfallströmen in Kohlenwasserstoff-Zwischenprodukte umzuwandeln, die anschließend wieder in die Kunststoff-Wertschöpfungskette zurückgeführt werden können. Der Kern des Problems, den Aduro adressiert, ist bei vielen realen Verpackungsabfällen strukturell: Mehrschichtige Verbunde und fest miteinander verbundene Komponenten sind mit klassischem mechanischem Recycling oft nur eingeschränkt kompatibel. Sie erschweren die Trennung der Materialien und können dadurch sowohl die Prozesseffizienz als auch die Qualität des daraus gewonnenen Recyclingmaterials beeinträchtigen. Für den Hub bedeutet das: Die Teilnehmerrunde soll HCT gerade dort evaluieren, wo etablierte Recyclingverfahren an Grenzen stoßen.

Der zeitliche und operative Rahmen der Entwicklung macht den Praxisbezug sichtbar. Aduro arbeitet nach eigenen Angaben in der NGP-Pilotanlage in Kanada weiter an HCT und nutzt Betriebsdaten, um die Planung einer ersten industriellen Anlage (FOAK) vorzubereiten. Diese FOAK-Initiative ist mit einer Kapazität von 10.000 metrischen Tonnen pro Jahr am Standort Chemelot in den Niederlanden verknüpft. Damit liefert das Unternehmen nicht nur eine Technologieidee, sondern versucht den Übergang von Labor- und Pilotmaßstab in Richtung Industrieproduktion vorzubereiten. Parallel dazu fließt für den Hub-Charakter der Austausch in eine zweite Entwicklungsachse: In der Zusammenarbeit mit ECOCE in Mexiko werden repräsentative flexible und mehrschichtige Ausgangsmaterialien durch HCT-Tests im Labormaßstab untersucht; bei einer positiven Bewertung sollen anschließend Tests in der NGP-Pilotanlage folgen.

Die Einladung umfasst insgesamt zehn Unternehmen, die im Rahmen der zweiten Ausgabe des Sustainability Innovation Hub 2026 vortragen und sich mit den PepsiCo-Teams austauschen. Für PepsiCo ist der Innovationshub laut der Beschreibung ausdrücklich ein Kanal, um externen Innovatoren die direkte Zusammenarbeit zu ermöglichen – mit Teams aus Lateinamerika und dem globalen Unternehmen, insbesondere aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Verpackung, Innovation sowie den dazugehörigen technischen und betriebswirtschaftlichen Funktionen. Eric Appelman, Chief Revenue Officer von Aduro, wird HCT als chemische Recyclinglösung für polyolefinreiche Abfälle vorstellen, dabei soll der Schwerpunkt auf flexiblen Folien und mehrschichtigen Kunststoffverpackungen liegen. In der Mitteilung heißt es wörtlich: „Der Wert des Innovation Hub liegt in der Möglichkeit, gemeinsam mit den Teams von PepsiCo direkt an einer konkret definierten Verpackungsherausforderung zu arbeiten“, so Eric Appelman, Chief Revenue Officer von Aduro. Für die Teilnehmer ist das entscheidend, weil die Diskussion damit eher in Richtung „Welche Parameter brauchen wir für eine tragfähige Implementierung?“ verschoben wird als in Richtung rein technischem Elevator-Pitch.

Auch die in der Mitteilung genannten Hintergründe zur Materialvielfalt sind mehr als Kontext: Aduro entwickelt HCT so, dass ein breites Spektrum an polyolefinreichen Abfällen verarbeitet werden kann. Das umfasst laut Beschreibung insbesondere komplexe Materialströme, in denen unterschiedliche Schichten und Komponenten Barrierewirkung, Festigkeit, Siegelfähigkeit und Produktschutz liefern. Gerade dort liegt das Innovationsfeld für Unternehmen in der Verpackungswertschöpfungskette, weil die Anforderungen an Funktionalität, Haltbarkeit und Handhabung häufig dazu führen, dass sich Materialkombinationen im Laufe der Zeit stärker diversifizieren, als dass sie sich für mechanisches Recycling „sauber“ trennen lassen. In diesem Spannungsfeld kann chemisches Recycling eine strategische Ergänzung sein, sofern die Prozesse wirklich robust genug sind, um Schwankungen in Zusammensetzung und Vorbehandlung der Inputströme zu tolerieren und am Ende die Rückführung in hochwertige Produkte auch wirtschaftlich darzustellen.

Ökonomisch und strategisch ist zudem bemerkenswert, dass mögliche Folgegespräche nach dem Hub nicht automatisch an ein Vertragsangebot gekoppelt sind. Aduro formuliert, dass jede zukünftige Zusammenarbeit zwischen den Parteien einer gesonderten Prüfung, Entscheidungsfindung und Vereinbarung unterliege. Gleichzeitig adressiert die Einladung ein typisches Beschleunigungsproblem in der Nachhaltigkeitsindustrie: Selbst wenn eine Technologie technisch funktioniert, braucht es für Pilot- und Skalierungsvorhaben belastbare Partnerdaten entlang der Wertschöpfungskette – von repräsentativen Abfallströmen über technische Spezifikationen bis zur betriebswirtschaftlichen Einbettung. Aus dem Kontext der Mitteilung passt dazu auch die Aussage von PepsiCo: „Die Weiterentwicklung von Lösungen für kreislaufwirtschaftliche Verpackungen erfordert eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die kontinuierliche Erforschung neuer Technologien“, erklärt Carolina Vega, Senior Managerin für Kreislaufwirtschaft, Verpackung und Recycling in Lateinamerika bei PepsiCo. Für Entscheider bedeutet das: Der Innovation Hub wird hier als Schnittstelle genutzt, um die nächsten Varianten für Tests und mögliche Industrialisierung plausibel zu priorisieren.

Für die Branche stellt der Schritt vor allem eine Art Markierung des Übergangs von „chemisches Recycling als Konzept“ zu „chemisches Recycling als implementierbares Verfahren“ dar. Der Spagat bleibt groß: Flexibilität bei Inputqualitäten, Skalierbarkeit der Prozesskette und die Frage, ob die rückgewonnenen Zwischenschritte in der Praxis wirklich die gewünschte Produktqualität unterstützen, müssen zusammenpassen. Der konkrete Aufbau aus Labortests (mit ECOCE), Pilotbetrieb (NGP in Kanada) und der Vorbereitung einer FOAK-Anlage (10.000 metrische Tonnen pro Jahr in Chemelot) schafft dafür eine greifbare Messlatte, auch wenn der Hub allein keine Entscheidung über künftige Geschäftsmodelle oder Liefervereinbarungen erzwingt. Unterm Strich ist die Einladung ein Signal, dass PepsiCo die Diskussion zu nachhaltigen Verpackungswegen aktiv mit technologiegetriebenen Partnern aus der Chemie- und Recyclingwelt führt – und dass Aduro versucht, seine HCT-Entwicklung in einem industriell relevanten Evaluierungsformat zu verankern.


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