OHIO / LONDON (IT BOLTWISE) – AMD verfolgt eine neue Strategie, um seine KI-Beschleuniger schneller in Rechenzentren zu integrieren. Durch die Unterstützung eines Cloud-Startups mit einem 300-Millionen-Dollar-Kredit will AMD die Verbreitung seiner Chips beschleunigen. Diese Taktik erinnert an NVIDIAs Vorgehensweise, was Fragen zur Nachhaltigkeit der Nachfrage aufwirft.

AMD hat eine neue Strategie entwickelt, um im Wettrennen um die Vorherrschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) mit NVIDIA mitzuhalten. Das Unternehmen unterstützt ein Cloud-Startup namens Crusoe mit einem Kredit von 300 Millionen US-Dollar, der von Goldman Sachs arrangiert wurde. Diese Finanzierung ist durch AMDs eigene KI-Chips und die dazugehörige Technik abgesichert. Sollte Crusoe nicht genügend Kunden gewinnen, hat AMD angeboten, die Chips zurückzuleasen. Diese Maßnahme soll die Verbreitung der AMD-Chips in Rechenzentren beschleunigen.
Die Strategie von AMD erinnert stark an die von NVIDIA, das in der Vergangenheit ähnliche Finanzierungsmodelle mit KI-Startups umgesetzt hat. Diese Startups wurden später zu großen Kunden für NVIDIAs GPUs. An der Wall Street gibt es jedoch Bedenken, dass solche „Kreislauf-Deals“ die Nachfrage künstlich anheizen könnten, da der Chipanbieter die Finanzierung erleichtert und sich damit selbst die Nachfrage schafft.
Crusoe, ursprünglich im Krypto-Umfeld gestartet, hat sich inzwischen auf KI-Infrastruktur spezialisiert und ist Teil des wachsenden „Neocloud“-Segments. Das Unternehmen installiert die AMD-Chips in einem Rechenzentrum in Ohio, das vom kanadischen Entwickler 5C gebaut wird. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig solche Finanzierungsmodelle im Neocloud-Markt sind, um schnell genug Skalierung in Rechenzentren zu erreichen.
Parallel dazu verschärft sich der Wettbewerb zwischen AMD und NVIDIA auch in anderen Bereichen. NVIDIA hat eine mehrjährige Vereinbarung mit Meta geschlossen, die eine große Einführung von NVIDIAs Grace CPU-only-Servern umfasst. Diese Entwicklung ist für AMD besonders heikel, da sie den traditionell starken Bereich der Data-Center-CPUs betrifft. Berichten zufolge gibt es einen Trend, kleinere KI-Modelle stärker über CPUs laufen zu lassen, was NVIDIA neue Marktchancen eröffnet.
Operativ hat AMD ein starkes Quartal hinter sich. Für das vierte Quartal 2025 meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 10,3 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 34 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Data-Center-Segment trug 5,4 Milliarden US-Dollar bei. Trotz dieser positiven Zahlen bleibt die Lage an der Börse angespannt, da der Aktienkurs in den letzten 30 Tagen deutlich gefallen ist. Die nächste Ergebnisvorlage wird für den 5. Mai 2026 erwartet, und dann wird sich zeigen, ob die beschleunigten Installationen im Neocloud-Umfeld tatsächlich in belastbares Umsatzwachstum übergehen.
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